Kanusegeln
: Festspiele der Steimänner

Die Siege bei der Deutschen Meisterschaft im IC und Taifun gingen an ein Brüderpaar. Frederik und Niklas wurden auf den Gudelacksee von drei weiteren Familienmitgliedern flankiert. Es waren Steimann-Festspiele.
Von
Matthias Haack
Lindow
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Erstmals Deutscher Meister: Frederik Steimann aus Bad Segeberg.

Matthias Haack

Frederik Steimann: Das sind meine Eltern Andreas und Anette, meine Geschwister Niklas und Charlotte. Er ist mit 30 Jahren mein großer Bruder, sie mit 24 meine kleine Schwester. Und ich als 28-Jähriger. Meine Schwester und mein Bruder leben in Berlin, er ist dort im Deutsch-Britischen Yacht-Club, Charlotte wird dort bald eintreten. Ich bin in Segeberg, im Verein, in dem wir alle groß geworden sind.

Welchem Beruf gehen Sie nach?

Bis vor kurzem war ich bei Airbus in Hamburg, habe aber trotz Kurzarbeit meinen Job verloren. Nun bin ich auf der Suche. Ausgebildet wurde ich zum Diplom-Ingenieur Maschinenbau in Kiel und Mittweida. Seit 2018 bin ich fertig, war ein Jahr über einen Kumpel in Neuseeland, der dort eine Firma hat, zum Arbeiten. Ich hatte geschwankt, ob ich für ein oder fünf Jahre bleibe. Die Sehnsucht auch zum Sport war jedoch groß, trotz Verletzung.

Was war passiert?

Im Jahr 2014 hatte ich mir ein neues Boot gebaut für die WM in San Francisco. Es war bereits gut verpackt auf dem Rückweg im Container, als ich mir beim Wellenreiten die Schulter verletzte. Das wurde ewig nicht gut. Erst 2019 kam ich wieder sportlich zurück. Da stand die DM an und der Euro-Cup in Frankreich. Dort kann man sehr viel lernen: Wo passt der Bootsspeed noch nicht? Was kann ich tun, um den internationalen Standard zu erreichen? Folge war: Ich habe das Boot umgetrimmt, unter anderem die Maststellung verändert. Zwei Regatten in Deutschland hatte ich dann gewonnen. Und in diesem Jahr nutzte ich die Kurzarbeit, um das Boot aufzuhübschen. Es ist nun Blau und damit sehr schnell (schmunzelt). Der DM-Zweite fährt auch in Blau.

Fassen Sie bitte die fünf Wettkampftage zusammen!

Am Montag begann ich mit dem ersten Platz. Da dachte ich:  Das läuft. Geil. Vielleicht ist die Top 5 möglich. Dennoch war erste Regatta für mich schon mal ein „Bulle“. Aber die Konkurrenz war auch für mich unbekannt. Und ich war gespannt aufs Material: Ich fahre mit einem neuen Satz Segel und bin ja letztes Jahr nach fünfjähriger Pause erst wieder eingestiegen in unseren Sport. Im Winter wurde das Boot fit gemacht.

Aber am dritten Tag wurden Sie von der Spitzenposition verdrängt!

Simon Beers, der Zweite nach dem ersten und zweiten Tag, ist bei Vielwind sehr schnell. Ich fuhr an diesem komplizierten Tag zwei zweite Plätze ein. Damit konnte er nicht allzu weit enteilen. Er war zwar Erster, ich jedoch lag punktgleich. Am Donnerstag bin ich zwei Erste gefahren, habe aber auch zwei versemmelt. Und heute war es demnach knapp, wenn man mit zwei Punkten Polster in den letzten Tag geht.

Als Resultat der sechsten Wettfahrt steht ein Nichtangetreten. Was war da passiert?

Dieser Vielwindtag war schon sehr emotional. Für alle. Bei mir kam es zum Bruch vor dem ersten Lauf, das Fockfall war gerissen, das Vorsegel kam  runter. Ich musste schnell an Land segeln, das Ganze reparieren und bin dann wieder rausgefahren. Dadurch habe ich jedoch einen Lauf verloren. Ich dachte: Mist, hatte aber Glück. Denn es wurde mein erster Streicher.

Wie schätzen Sie die Bedingungen auf dem Gudelacksee ein?

Der Wind wechselt sehr, kein leichtes Segeln. Die Seegröße ist gut für uns. Der Wald drumrum, die Böen drehen, um die Insel strahlt  der Wind – man muss sehr aktiv sein und darf sich nie zurücklehnen. Bei Vielwind ist es sehr anspruchsvoll. Ein Näschen für den richtigen Dreher ist nötig und das Erkennen, wo auf diesem Teich die Dreher einsetzen.