UPDATE, 25. August: Die Vorwürfe werden konkreter - und wiegen schwer. Das ist der aktuelle Stand.
Eltern, die Kinder in der Neuruppiner Kita Eichhörnchen betreuen lassen, haben vor kurzem beunruhigende Post erhalten. Sozialdezernent Thomas Fengler teilte den Eltern darin mit, dass das Rathaus Neuruppin am 28. Juli 2022 über mögliche Kindeswohlgefährdungen in der Einrichtung informiert wurden.
Aufgrund der Schwere der Fälle seien die Kita-Leiterin und ihre Stellvertreterin mit sofortiger Wirkung vom Dienst befreit worden. „Ihnen wurde zusätzlich Hausverbot erteilt“, heißt es in dem Brief. Betroffen ist die Kita Eichhörnchen.
Die der Stadtverwaltung zugetragenen Fälle würden nun von den zuständigen Behörden überprüft, heißt es weiter. Die Eltern werden dabei um ihre Mitwirkung gebeten, sollten ihre Kinder ebenfalls betroffen sein. In der Kita werden mit Stand von Juli 2022 100 Kinder betreut.

Kommentare auf Facebook

Welche Vorwürfe tatsächlich im Raum stehen, ist noch nicht bekannt. In einem Kommentar auf Facebook wird von Mobbing gesprochen. Ein weiterer Kommentator sagt, Sozialdezernent Thomas Fengler habe bereits vor zwei Jahren von Vorfällen gewusst, aber nicht gehandelt. Der Vater eines Kindes, das die Kita besucht hatte, schildert in einem Post, dass Mitarbeiter der Kita auch ihm gegenüber einen aggressiven Ton angeschlagen hätten.
Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle kann zu den Vorwürfen, die im Raum stehen, aus arbeitsrechtlichen Gründen noch keine genauen Angaben machen. Die Vorwürfe seien sehr massiv. Es stehe der Verdacht im Raum, dass sowohl die körperliche Unversehrtheit, als auch die psychische Entwicklung einiger Kinder gefährdet worden sein könnte. Die Eltern der betroffenen Kinder seien aber informiert. Im Netz kursierende Vorwürfe, die sagen, dass schon vor Jahren Vorwürfe an die Verwaltung getragen worden seien, könne er nicht beantworten. Er sichert aber zu, dass nichts unter den Teppich gekehrt werde.
Dem Jugendamt des Kreises Ostprignitz-Ruppin sind die Vorwürfe gemeldet worden. Es hat diese an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport weitergeleitet, teilte Kreissprecherin Ulrike Gawande mit. Bei der Polizei und Staatsanwaltschaft Neuruppin waren am Mittwoch keine Vorfälle wegen möglicher Kindeswohlgefährdungen bekannt.