Kommunalpolitik: Meckern allein hilft nicht

Zweifacher Vater, Polizist und nun auch Stadtverordneter: Andreas Gutteck stammt aus Neuruppin. Seine Heimatstadt ist ihm wichtig. Er will helfen, sie voranzubringen.
Judith Melzer-VoigtMit seinem Nachbarn, ein paar Häuser weiter, hat Andreas Gutteck immer schon gerne am Gartenzaun gestanden. Über Politik haben sie gesprochen. Der Nachbar war Mitglied der CDU und fragte Gutteck irgendwann, ob er nicht auch der Partei beitreten möchte. Nach kurzer Überlegung stand fest: Genau das macht er. Fünf Jahre ist das mittlerweile her. Nun ist Andreas Gutteck Mitglied in der Neuruppiner Stadtverordnetenversammlung.
„Ich war auch vorher schon Mitglied im Vorstand der Neuruppiner CDU“, sagt der Vater von zwei Kindern. „Jetzt habe ich gesagt: Ich lasse mich für die Stadtverordnetenversammlung aufstellen.“ Es sei für ihn nach der Parteimitgliedschaft der logische nächste Schritt gewesen. Viele Hoffnungen, dass er es ins Stadtparlament schafft, hat sich Andreas Gutteck im Vorfeld der Kommunalwahl aber nicht gemacht. „Die Hürden sind ja doch groß.“ Umso angenehmer sei die Überraschung gewesen, als es mit dem Einzug in die Stadtverordnetenversammlung geklappt hat.
Schon immer Interesse
Neben dem Nachbarn, der Gutteck in die CDU geholt hat, gab es aber noch einen anderen Grund für die 36-Jährigen, sich politisch zu engagieren. „Das Interesse war ja schon immer da“, sagt er. „Doch irgendwann war mir klar: Man kann ja nicht immer nur meckern.“ Eine andere Partei als die CDU kam dem Kriminalbeamten nicht in den Sinn. „Sie ist für mich immer noch die Partei der inneren Sicherheit“, erklärt er. Eine Alternative gab es für ihn nie, auch wenn er nicht mit jeder offiziellen Meinung der CDU mitgeht. „Die für mich wichtigsten Themen werden aber dort behandelt.“
Andreas Gutteck hat in den vergangenen Jahren verfolgt, was sich in seiner Heimatstadt getan hat. Und er hat einige Ideen, wo der Schuh drücken könnte, wo sich unbedingt etwas ändern müsste. „Wenn ich mir das Bau-Chaos in Neuruppin anschaue: Es gibt wahrscheinlich niemanden, der das gut findet“, sagt Gutteck. „Nach meiner jetzigen Auffassung ist das völlig unverständlich.“
Es fehlt an Bauland
Der Familienvater weiß auch, woran es jungen Menschen in Neuruppin noch fehlt: an Baugrundstücken. Er selbst wohnt nahe der Hans-Grade-Straße. „Wenn ich einen Euro für jedes Mal bekommen würde, wenn ich hier am Gartenzaun die Frage beantworten muss, wann das Areal hier endlich entwickelt wird – ich wäre ein reicher Mann.“ Doch das Grundstück, auf dem es noch jede Menge Potenzial für Hausbesitzer geben würde, gehört dem Land Brandenburg. „Das macht es natürlich nicht leichter. Aber die Stadt muss aus ihrem Trott herauskommen und auch selbst und nicht immer über Investoren Bauland entwickeln, damit es bezahlbar für Familien bleibt.“ Junge Menschen würden sonst in die Nachbar-Gemeinden ziehen, wie es jetzt schon der Fall ist. „Ich bin der Meinung, dass man versuchen kann, das alles etwas besser zu machen“, sagt der CDU-Mann. Er weiß aber, dass es ihm an Einblicken fehlen könnte, und lässt sich gegebenenfalls eines Besseren belehren, versichert der 36-Jährige. Nur müsse versucht werden, die Situation zu verändern. Gutteck kann sich gut vorstellen, sich im Neuruppiner Schul-, Kultur- und Sozialausschuss zu engagieren – auch, weil der Punkt „Ordnung“ im Namen ergänzt worden ist, sagt der Kriminalbeamte lächelnd.
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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel