Konzert
: Musikalische Unterhaltung zu viert

Das Genius-Quartetts spielt vor 230 Zuhörern in der Sparkasse in Neuruppin. Das Konzert des Musikvereins Neuruppin begeistert das Publikum.
Von
Holger Rudolph
Neuruppin
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Bestens aufeinander eingestimmt: Die Violinistinnen Masae Kobayashi und Natalia Mitscher, der Bratschist Eberhard Stoll und die Cellistin Regine Daniels-Stoll (von links) überzeugten das Publikum vollauf.

Holger Rudolph

Sparkassen-Vorstand Ralf Osterberg freute sich, dass die Reihe bereits zum 15. Mal beim Geldinstitut gastiert. Die Gage gehe aufs Haus. So komme der Eintritt ganz der Arbeit des Vereins zugute. Der Musikvereinsvorsitzende Takao Ukigaya dankte Osterberg und war „sehr froh, dass heute kein einziger Platz frei geblieben ist“. Es gelte nun, „vier Menschen zu erleben, die sehr interessant in Harmonie spielen“.

Unterricht ab dem 5. Lebensjahr

Eine der beiden Violinistinnen des Quartetts ist die Japanerin Masae Kobayashi. Schon mit fünf Jahren musizierte sie auf der Geige. Inzwischen gehört sie in Deutschland zu den besten Geigerinnen, war Konzertmeisterin am Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus und ist seit 2017 Stimmführerin der Zweiten Violinen in dem von Ukigaya geleiteten Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt.

Der anderen Geige entlockt Natalia Mitscher die richtigen Töne. Auch die gebürtige Moskauerin nahm schon als Fünfjährige den ersten Violinunterricht. Aktuell spielt auch sie im Brandenburgischen Staatsorchester.

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Die auch als Bratsche bekannte Viola, die etwas tiefer als die Geige klingt und ein wenig größer ist, wird von Eberhard Stoll gespielt. Seine musikalische Karriere begann mit neun Jahren im Dresdner Kreuzchor. Er ist stellvertretender Solo-Bratscher im Frankfurter Staatsorchester und außerdem sehr häufig mit dem Duo BraCello und dem Genius-Quartett unterwegs. Das große Violoncello, vielfach auch nur Cello genannt, streicht Regine Daniels-Stoll. Von 1996 bis 1998 spielte sie in der Real Filharmonia de Galicia im spanischen Santiago de Compostela. Auch an der Musikakademie Rheinsberg war Daniels-Stoll schon als Dozentin tätig und musiziert derzeit im Duo BraCello.

Zum Beginn gab es das Streichquartett op. 20 Nr. 6 von Joseph Haydn. Stoll erinnerte daran, dass Johann Wolfgang von Goethe das Wesen des  Streichquartettes einmal so beschrieben hatte, dass „man vier vernünftige Leute hört, die sich unterhalten“. Doch da habe sich der große Schriftsteller geirrt. Stoll: „Goethe hatte keine Ahnung.“ Im Streichquartett so zu musizieren, dass es der Intention von Komponist und Publikum entspricht, bedeute „sehr viel Arbeit“. Erst dadurch komme „eine Unterhaltung zu Stande, aber was für eine Unterhaltung“. Man möge besonders auf den zweiten, zum Heulen schönen Satz des zu den Sonnenquartetten gehörenden Stückes achten, empfahl der Kenner. Dem Publikum gefiel es sehr, was es mit anhaltendem Beifall quittierte.

Fröhlichkeit und Schwermut

Es folgte das Streichquartett op. 18 Nr. 6 B-Dur, komponiert von Ludwig van Beethoven. Vor allem durch das schnelle Umschlagen der Tongeschlechter zeige dieses Stück die Einzigartigkeit Beethovens, der sich zwar an Haydn und Mozart orientiere, sie aber nicht imitiere, erläuterte Stoll. Das Quartett verstand es vortrefflich, die großartige Fröhlichkeit des ersten Satzes ebenso zu transportieren wie die ungewöhnliche Schwermut des letzten Satzes. Abermals applaudierte das Publikum stark und anhaltend.

Auch Bedrich Smetanas Streichquartett Nr. 1 e-Moll, welches im zweiten Teil des Abends erklang, überzeugte die Zuhörer vollauf.

Infokasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel