Der 4-jährige Willi aus Neuruppin hat Leukämie. Seine Familie hat davon am Vorabend von Weihnachten erfahren. „Willi hat Leukämie. Ihr müsst sofort die 112 anrufen, er muss schnellstens ins Krankenhaus“, seien die Worte einer befreundeten Ärztin gewesen, schreibt sein Vater Etienne Hirschfeld auf seiner Facebook-Seite.
Innerhalb von Sekunden stand das Leben der Familie Kopf. Willis Eltern betreiben in Neuruppin die Airbase Ranch für Westernreitsport auf dem alten Flughafen. Seit dem 23. Dezember 2022 liegt Willi auf der Intensivstation und kämpft um sein Leben. Er hat eine sogenannte „akute Leukämie“, bei der sich der Zustand der Kinder rasend schnell verschlechtert. Unbehandelt führt die Erkrankung innerhalb weniger Wochen zum Tod.
„Willi ist ein außerordentlich fröhlicher kleiner Junge, er ist gerade erst 4 Jahre alt geworden“, berichtet Hirschfeld.

Erst dachten alle, es handle sich um einen Infekt

Sein Geburtstag sei auch schon der Krankheit zum Opfer gefallen – nur dass zu diesem Zeitpunkt noch alle dachten, es handle sich um einen Infekt.
Gemeinsam mit 80 Pferden wohnt Willi mit seinen Eltern Pola und Etienne Hirschfeld auf der Airbase Ranch in Neuruppin. „Willi ist das, was man einen Sonnenschein nennt, immer fröhlich, immer draußen, immer aktiv, irgendwo auf der Ranch beim Spielen“, postet der Vater. Sein Sohn habe, bevor er ins Krankenhaus gekommen sei, jeden Tag am Ranchleben teilgenommen. Es gebe immer etwas zu sehen, ob es das Training für Reiter und Pferde sei oder Fohlen, die zur Welt kommen.
Vormittags besuche Willi das Montessori Kinderhaus in Neuruppin, mache mit seinen Freunden tolle Ausflüge und lerne viel.

Auf den Western-Shows kennt ihn jeder

Auf den Shows, auf denen Willi und seine Familie den Sommer über häufig unterwegs sind, sei Willi auch jedem bekannt. „Man muss ihn einfach lieb haben, wenn er fröhlich mit seinem Laufrad um die Ecke geschossen kommt, oder auch mal ruhig in einer Ecke sitzt und mit seinen Dinos und Treckern spielt, während seine Eltern Pferde vorstellen und Kunden betreuen“, so Hirschfeld. Natürlich liebt Willi auch Pferde und hat ein eigenes Pony namens „Tuckmal“.
Aktuell sei der Junge in besten Händen, versichert sein Vater. Er werde in der Kinderonkologie im Helios Klinikum Schwerin behandelt. Willi erhalte Bluttransfusionen. „Sein Zustand war äußerst lebensbedrohlich, aber er konnte zwischenzeitlich etwas stabilisiert werden, sein Knochenmark wurde punktiert, sein Hirnwasser wurde untersucht. In einer OP hat er einen Langzeit-Katheter gesetzt bekommen“, berichtet sein Vater.

Nur keimfreies Umfeld ermöglicht Heimkehr

Aktuell benötige sein Sohn keine Stammzellenspende, doch jede Registrierung ist ein Mehrwert, sagt Hirschfeld und bittet alle, sich beim DKMS registrieren zu lassen. Während Labor- und Gentests noch laufen, sei bei Willi bereits mit der Chemotherapie begonnen worden, informiert Hirschfeld.
Hilfe benötigt die Familie auf andere Weise: „Wenn Willi in einigen Wochen und Monaten im Rahmen der Therapie die ersten Male wieder nach Hause kommen darf, müssen die Bedingungen dort ganz besonderen Ansprüchen genügen“, so der Vater.
Das Umfeld müsse so keimfrei wie möglich sein und die Möglichkeit bestehen, die Umwelteinflüsse draußen zu lassen. Viel saubere Raumluft und besondere Hygiene im Rahmen der Chemotherapie seien ein Muss. „Nur wenn wir das möglich machen können, kann Willi zurück auf die Ranch“, erklärt Hirschfeld.

Spenden für die Familie

Dafür müsse das Haus der Familie „komplett umgekrempelt – eigentlich sogar neu gebaut werden“, sagt er. Ranchfamilie, Freunde und Nachbarschaft stünden dafür fest zusammen, versorgen die Pferde und halten die Ranch am Laufen.
Doch um Willi ein sicheres Umfeld zu schaffen, brauche es noch mehr Unterstützung. Hirschfeld bittet daher in den sozialen Netzwerken um Spenden. In einer Kampagne von Marlene Preugel, Teamleiterin in einem befreundeten Pferdetransportunternehmen, werden unter www.gofundme.com #WirfuerWilli Spenden für den Umbau des Hauses gesammelt.
150.000 Euro brauchen Willis Eltern für den Umbau der Airbase Ranch. In einer großen Welle der Solidarität kamen in den ersten beiden Tagen, in denen die Spendenaktion läuft, bereits 44.000 Euro zusammen. Nun hofft Preugel, die die Spendenaktion initiiert hat, dass zeitnah weitere Spenden eingehen und Willi bald auf seine Ranch zurückkehren kann.