Kultur
: Neue Leitung im Brandenburg-Preußen Museum

Claudia Krahnert übernimmt kommissarisch die wissenschaftliche Leitung des Brandenburg-Preußen Museums Wustrau.
Von
Brian Kehnscherper
Wustrau
Jetzt in der App anhören

Prominenter Besuch: Kulturministerin Martina Münch (SPD, rechts) besuchte am Mittwoch das Wustrauer Brandenburg-Preußen Museum Wustrau. Der Stiftungsvorstand Dr. Andreas Bödecker verkündete bei der Gelegenheit, dass Claudia Krahnert die wissenschaftliche Leitung des Museums kommissarisch übernimmt.

privat

Claudia Krahnert tritt somit die Nachfolge von Dr. Stephan Theilig an, der wegen der Folgen eines Unfalls vor einigen Tagen darum gebeten hatte, seinen Vertrag aufzuheben (RA berichtete). Krahnert selbst arbeitet seit August als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wustrauer Museum. Die ersten Wochen an ihrem neuen Arbeitsplatz erwiesen sich für die 40-Jährige gleich als Härtetest. Die Vorbereitung der Sonderausstellung „Kriegsende 1918“ befand sich gerade in der heißen Phase. Da Theilig, der die Ausstellung konzipiert und vorbereitet hatte, aufgrund seines Unfalls abkömmlich war, geriet das Team unter großen Zeitdruck. „Frau Krahnert hat sich als Feuerwehr erwiesen. Sie hat das Museumsteam um sich geschart und die deutsch-polnische Ausstellung zum Kriegsende 1918 vollendet. Ohne sie hätten wir diese Ausstellung nicht zu Stande gebracht. Sie ist auch gleich nach Neuruppin gezogen und hat sich vom ersten Moment als Gewinn für unser Haus erwiesen“, so Bödecker.

Claudia Krahnert hat Mittlere und Neuere Geschichte, Historische Hilfswissenschaften/Archivwissenschaften und Journalistik in Leipzig studiert. Bereits während ihres Studiums hat sie als Führungsreferentin in zwei großen Ausstellungen in Leipzig intensive Erfahrungen gesammelt. Auch in der Museums­pädagogik war Krahnert schon tätig. Vier Jahre lang begeisterte sie in der Panoramaausstellung des Berliner Künstlers Yadegar Asisi  „Rom CCCXII“ Schulklassen für das Leben im Alten Rom. Zudem war sie intensiv an der Museumspädagogik der Universitätsausstellung „Die Erleuchtung der Welt“ beteiligt. Mehrere Jahre vermittelte sie darüber hinaus als Stadtführerin die Geschichte der Messestadt Leipzig. Im Alter von 30 Jahren trat Claudia Krahnert im Herbst 2009 eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Leipzig an. Aufgrund ihrer archivwissenschaftliche Ausbildung ist ihr die Arbeit mit historischen und musealen Objekten mehr als vertraut. Sie wirkte auch an dem Projekt „Leipziger Sammlungsinitiative“ mit, das sich zur Aufgabe gemacht hatte, die historischen Bestände der Universität in die wissenschaftliche Lehre zu integrieren. Die Arbeit in Wustrau stellt für Krahnert die nächste Stufe dar. „Schon lange suche ich nach einer Möglichkeit, meine Leidenschaft für die Geschichte anderen zu vermitteln. Das Brandenburg-Preußen Museum bietet mir diese Chance“, so die Historikerin.

Auch in ihrer Freizeit kann die 40-Jährige nicht ganz von Geschichte lassen. Sie ist begeistert von den Swingtänzen der 1930er- und 1940er-Jahre. Außerdem betreute sie lange Zeit die Kinderkletterkurse des Alpenvereins.

Die nächste Sonderausstellung im Museum wird bereits deutlich die Handschrift Krahnerts tragen. „Marie Goslich – Wanderin durch die Mark Brandenburg“ wird am 14. April eröffnet. Die Fotografin, Journalistin, Schriftstellerin, Erzieherin und Malerin Goslich befasste sich viel mit der Alltagskultur des frühen 20. Jahrhunderts, mit dem baulichen Wandel Berlins in jener Zeit, aber auch mit märkischen Landschaften und der Arbeit auf dem Feld.