Auch wenn aktuell die Mais- und Kartoffelernte im Landkreis noch laufen, kann Maria Mundry, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes OPR, schon jetzt sagen, dass die Erntebilanz für dieses Jahr im Durchschnitt ein wenig besser ausfällt als 2019. Doch anders als in den Jahren zuvor gelte diese Aussage nicht pauschal für den gesamten Landkreis. „Es gibt Betriebe, die sagen, sie hatten eine richtig gute Ernte, anderen berichten das Gegenteil.“

Ausfall bei der Wintergerste

Deutlich schlechter als in den Vorjahren sind die Ernteerträge für die Wintergerste wegen starker Frostschäden. Mit nur 49 Dezitonnen pro Hektar liegt das Ergebniss deutlich unter dem Landes- und dem Fünf-Jahres-Schnitt. Auch die Erträge für Raps und Winterweizen bewegen sich unter dem Landesschnitt. Bessere Nachrichten gibt es für den Winterroggen, der kreisweit auf 14.743 Hektar angebaut wird. Dessen Ernteergebnisse können mit dem Landesschnitt mithalten und fallen kreisweit deutlich besser aus als noch 2019.

Nur Punktueller Regen

Schuld an den schlechten Ergebnissen sei der oft nur punktuelle Regen in diesem Jahr, der einige Betriebe jedoch genau im richtigen Moment erreicht habe, erklärt Maria Mundry. So seien vor allem Höfe im Wittstocker Raum, trotz ihrer nicht so hochwertigen Böden, recht zufrieden. „Da passte der Niederschlag.“ Anders sieht es bei Landwirtschaftsbetrieben in Temnitz aus, wo Regen für die Felder fehlte. Dort seien die Erwartungen an die Ernteerträge nicht erfüllt worden, die zudem unter denen der Vorjahre blieben. Auf den Sandböden sehe auch der Mais furchtbar aus, berichtet Maria Mundry, weshalb im Raum Dierberg bereits vor vier Wochen mit der Ernte begonnen wurde.

Leere Wasserspeicher

Nicht gereicht haben die Niederschläge, um die Wasserspeicher wieder aufzufüllen. Dazu müsste es länger und konsequenter regnen, so die Landwirtin. Um die vorhandene Feuchtigkeit zu halten und vor Verdunstung zu schützen sowie die Böden zusätzlich vor Erosion zu bewahren, achten die Landwirte darauf, dass es möglichst keine unbedeckten Flächen gibt. So werden beispielsweise auf den Feldern, auf denen im kommenden April der Mais gesetzt wird, jetzt sogenannte Zwischenfrüchte, zu denen Buchweizen, Kleegräser und Winterwicken gehören, aufgebracht. „Die werten auch den Boden auf.“ Normalerweise erfrieren die Zwischenfrüchte über den Winter und werden dann später als Mulchschicht untergepflügt.

Ostprignitz-Ruppin