Martinimarkt Neuruppin 2023
: Beginn, Dauer, Öffnungszeiten, Angebot für Kita und Schule

Neuruppin rüstet sich für den Martinimarkt 2023. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wie Stadt und Schausteller das Großevent meistern – und worauf sich Besucher freuen können.
Von
Jens Karraß
Neuruppin
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Martinimarkt Neuruppin 2023: Lothar Welte ist bereits im 40. Jahr in der Funktion des Platzmeisters dabei. Der 65-Jährige weiß, wie der Hase läuft.

Jens Karraß

Wenn am 27. Oktober 2023 der 367. Martinimarkt in Neuruppin feierlich eröffnet wird, erhöhen die verschiedenen Schausteller mit ihren Familien und Mitarbeitern die Einwohnerzahl von Neuruppin auf einen Schlag um mindestens 500. Im Rahmen der Vorbereitung berichtet nicht nur Platzmeister Lothar Welte von seinem Alltag. Auch Schausteller gewähren Einblicke – und verraten, worauf sich Besucher freuen können.

Die Vorbereitungen in Neuruppin laufen auf Hochtouren. 70 Prozent der Fahrgeschäfte sind schon da. Doch einige, vor allem die großen, sind noch auf der Anreise von ihren Auftritten am zurückliegenden Wochenende – schließlich dauert auch der Abbau der Fahrgeschäfte, die teilweise monströse Ausmaße haben, einige Tage. Die Geisterbahn zum Beispiel, weiß Lothar Welte als Platzmeister und „Chefchoreograf“ des Martinimarktes zu berichten, ist 28 Meter lang. Der Platz dafür ist reserviert. Die Lücke auf dem Brasch-Platz ist deutlich zu erkennen.

Lothar Welte sorgt auf dem Martinimarkt für Ordnung

Am Freitag, 27. Oktober, werden alle Schausteller startklar sein. Um 18 Uhr findet dann die offizielle Eröffnung statt. „Viele Schausteller und ihre Familien reisen mit mehreren Wohnmobilen an“, berichtet Christian Ringleb, Bereichsleiter bei der InKom Neuruppin GmbH, die für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing verantwortlich ist.

Es ist ein buntes Treiben, denn neben den Wohnwagen fahren auch die vielen Trucks durch die Straßen Neuruppins und bringen die Stände und Fahrgeschäfte in die Innenstadt. Es wird eng, aber Lothar Welte sorgt für Ordnung, Platz und gute Laune. Er hat den Standort des gesamten Marktes im Kopf. Im Notfall, wenn es mal hektisch wird, habe er aber auch alles digital auf seinem Handy.

Die Stromverteilerkästen sind da. Nun wird koordiniert. Lothar Welte (rechts) ist der Platzmeister und kennt alle Standorte auf dem Martinimarkt in Neuruppin.

Jens Karraß

Freundlich rangiert der 65-Jährige die großen Brummer, sorgt dafür, dass die „leicht falsch geparkten Wohnmobile“ aus dem Weg fahren. „Kannst du mal fünf Meter weiter fahren!“ „Guck mal, da kommt der Große nicht durch.“

Die Vorbereitungen für den Martinimarkt 2023 laufen in Neuruppin auf Hochtouren. Platzmeister Lothar Welte hat dabei alles im Blick, rangiert die großen Brummer.

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Ein Lastwagen mit zwei Anhängern muss von der Zufahrt zum Schulplatz weg, weil die Straße nicht gesperrt ist und er sie – und das schon eine ganze Weile – komplett blockiert. „Weiter, weiter, noch ein Stück“, versucht er das Wohnmobil anzutreiben. Dabei bleibt er ruhig und entspannt, baut geschickt immer wieder eines in seine Aktionen ein: freundliche Kommunikation. „Der Lange muss hier durch, sonst kann er nicht wenden.“ Situation gemeistert.

Martinimarkt-Planung 2023 – eine Mammutaufgabe

Lothar Welte ist Schausteller in der fünften Generation, sein Sohn in der sechsten und seine Enkelin in der siebten. Nach seinem Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) startete er 1980 mit eigenen Spielautomaten auf dem Martinimarkt. Gemeinsam mit Christian Ringleb setzt er nun die Planungen für den Markt vom Schreibtisch in die Realität um.

Das Ordnungsamt war da: Dieser Truck muss zwei Meter zurücksetzen, damit der Behindertenparklatz zugänglich bleibt. Lothar Welte hat alle Telefonnummern in seinem Handy.

Jens Karraß

Stromverteilerkästen, Wasseranschlüsse, Parkgenehmigungen, zum Teil zentimetergenau die richtigen Standplätze zuweisen, auf die Bäume achten, das Auslegen des Filzteppichs überwachen und während des laufenden Einzugs aller Schausteller auch noch das Auslegen der Hackschnitzel koordinieren, damit der Rasen auf dem Braschplatz möglichst wenig leidet. „Allein das Sicherheitskonzept ist eine Mammutaufgabe“, sagt Ringleb.

Die Stadt Neuruppin unternimmt alles, damit der Rasen auf dem Brasch-Platz möglichst wenig leidet.

Jens Karraß

Auch er schöpft bereits aus der Erfahrung mehrerer Jahre. „Die Stunde der Wahrheit kommt aber am Freitag um 11 Uhr.“ Dann kommt die Feuerwehr und überprüft Fluchtwege und Zufahrten. „Dann muss alles endgültig stehen, alle Fahrgeschäfte und Buden müssen geöffnet sein, alle Fahnen und alle Dinge, die über den Stand hinausragt, müssen präsentiert werden. Und dann muss die Feuerwehr überall durchkommen.“

104 Geschäfte in Neuruppin und exklusive Neuheiten

Im Jahr 2023 sind 104 Geschäfte dabei, darunter 21 Fahrgeschäfte für Jung und Alt. Die Fahrfreunde können sich auf eine Neuheit freuen: den Jungle Beat, der erst im Juni zum ersten Mal in Betrieb gegangen ist. Aber auch die Namen der anderen Attraktionen lassen Kennerherzen höher schlagen: Auto-Scooter, Big Spin, großer Kettenflieger, Kinderkarussell in großer und kleiner Ausführung, Riesenrad, Magic. Dazu kommen Geisterbahn und Psychodelia sowie weitere 15 Schieß-, Spiel- und Wurfgeschäfte. Neu ist hier der „Flying Frog“.

Noch zeigt sich die Neuheit nicht in voller Größe. Aber die Schönheit lässt sich schon erahnen. Der Jungle Beat wird die Attraktion des Martinimarktes 2023 sein.

Jens Karraß

Zwei Losbuden und Glücksspielautomaten runden das nicht essbare Vergnügen ab. Auch für das kulinarische Wohl ist mit über 60 Ständen bestens gesorgt.

„Was uns besonders freut und uns von der Anmeldezahl überwältigt hat, ist der spezielle Tag für Menschen mit Beeinträchtigungen, Senioren sowie Kita- und Schulkassen.“ Diese können am 2. November von 10 bis 12 Uhr kostenlos die Fahrgeschäfte ausprobieren, kündigt Christian Ringleb an. Im vergangenen Jahr waren es 1600 Teilnehmer, 2023 wurden bereits über 2000 Anmeldungen registriert.

Sebastian Lorenz und das Erbe des Riesenrades

Auch Sebastian Lorenz ist bereits in fünfter Generation im Schaustellergewerbe tätig und in Ost-Berlin aufgewachsen. „Zwei Jahre nach der Wende kaufte mein Vater ein Riesenrad, ich war damals 16 und begann meine Lehre als Elektriker“, berichtet der 47-Jährige. Nach der Lehre, vier Jahre später, kaufte ihm sein Vater ein baugleiches Riesenrad.

Martinimarkt Neuruppin 2023: Sebastian Lorenz, Betreiber des 33 Meter hohen Riesenrades, ist bereits seit 28 Jahren im Geschäft.

Jens Karraß

Sebastian Lorenz arbeitete damals schon jahrelang neben der Lehre bei seinem Vater mit. „Wir haben gesehen, dass es genug Potenzial für ein zweites Riesenrad gibt und haben es gemacht.“

Damals kostete das Riesenrad über eine Million Mark. Heute muss man dafür schon über zwei Millionen Euro hinblättern. Mit 26 Gondeln und über 33 Metern Höhe ist es eines der größeren. Sein Großvater fing mit einem an, das zwölf Gondeln hatte. „Das waren andere Zeiten. Damals kostete eine Fahrt drei Mark, ermäßigt zwei. Heute sind wir bei fünf und vier Euro“, erklärt er. Deshalb sorgt er dafür, dass eine Fahrt mindestens vier Minuten dauert.

Martinimarkt „beste Werbung für Neuruppin“

Seit 28 Jahren ist er im Geschäft, vor elf Jahren zog er von Berlin in die Nähe von Dresden. Dort gibt es ein Grundstück für die gesamte Logistik, eine Halle als Winterquartier, Büro und Wohnhaus. Seine 21-jährige Tochter wird das Riesenrad einmal von ihrem Großvater übernehmen und dann die sechste Generation im Geschäft sein. Auf dem Martinimarkt ist auch sie mit dem Pferderennen vertreten.

Eine Stadt im Ausnahmezustand. Bis zum Start vom Martinimarkt wird alles am richtigen Platz stehen.

Jens Karraß

„Seit 28 Jahren kommen wir nach Neuruppin. Wir freuen uns das ganze Jahr darauf“, erzählt Lorenz. Der Obsthändler habe ihn schon freundlich begrüßt. Die Handwerker, die er regelmäßig unter der Woche für kleinere Reparaturen vor Ort bucht, stünden bereit. „Und auf die Restaurantbesuche freuen wir uns auch schon“, betont er.

„Es ist etwas ganz anderes, mitten in der Stadt zu sein und nicht auf einem Sportplatz kurz vor dem Ortseingangsschild“, schwärmt er. „Stadtfeste und dieser Martinimarkt mitten in der Stadt sind die beste Werbung für Neuruppin.“

Martinimarkt Neuruppin 2023 – alles Wichtige

Am 27. Oktober 2023 öffnet der Martinimarkt seine Pforten.

● Bis zum 5. November ist täglich von 14 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, am Freitag und Sonnabend sogar bis Mitternacht.

● Mehr als 100 verschiedene Schausteller und Betreiber diverser Stände wollen für beste Unterhaltung sorgen.

● Los geht es am 27. Oktober um 18 Uhr.

● Dann starten traditionell auch zwei Fackelumzüge vom Rheinsberger Tor und vom Einkaufszentrum „Reiz“ durch die Stadt, um sich auf dem Schulplatz zur feierlichen Eröffnung mit Bürgermeister Nico Ruhle zu treffen.