Martinimarkt 2023 in Neuruppin
: Das ist beim größten Volksfest der Region geplant

Tägliche Öffnungszeiten, Schausteller und Besonderheiten: Die Vorbereitungen für den Martinimarkt 2023 in Neuruppin laufen auf Hochtouren. Das wird beim größten Event in der Fontanestadt geboten.
Von
Jens Karraß
Neuruppin
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Christian Ringleb (rechts) hat sich professionelle Unterstützung geholt. Lothar Welte, der offizielle Platz- und Marktmeister des Martinimarktes, ist aus Rostock angereist und berät bei der optimalen Verteilung der verschiedenen Attraktionen.

Jens Karraß

Den Martinimarkt, die traditionsreichste Veranstaltung in der Region rund um Neuruppin, wird es auch 2023 wieder geben. Der Termin steht fest. Dann wird eine Zeit voller Spaß, Unterhaltung und kulinarischer Genüsse eingeläutet. Was ist geplant? Wie laufen die Vorbereitungen von der Ausschreibung über die Standplatzvergabe bis hin zur Eröffnung? Die Organisatoren berichten.

Bereits zum 367. Mal findet der Martinimarkt statt. Am 27. Oktober 2023 öffnet er seine Pforten. Bis zum 5. November ist dann täglich von 14 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, am Freitag und Sonnabend sogar bis Mitternacht. Mehr als 100 verschiedene Schausteller und Stände werden wieder für beste Unterhaltung sorgen.

Besucherrekord beim Martinimarkt 2022

Los geht es am 27. Oktober um 18 Uhr. Dann starten auch traditionell zwei Fackelumzüge vom Rheinsberger Tor und vom Einkaufszentrum „Reiz“ durch die Stadt, um sich auf dem Schulplatz zur feierlichen Eröffnung mit Bürgermeister Nico Ruhle zu treffen.

Im vergangenen Jahr hatte der Martinimarkt einen Besucherrekord aufgestellt. „Obwohl er erstmals in den Herbstferien stattfand, waren unsere Befürchtungen unbegründet. Die Polizei zählte mehr als 200.000 Besucher“, sagt Christian Ringleb von der Neuruppiner Stadtmarketing–Agentur InKom, die federführend für die größte Veranstaltung in der Stadt verantwortlich ist. „Die Schausteller waren mit den Zahlen 2022 sehr zufrieden. Wer keine guten Geschäfte gemacht hat, sollte sein Konzept überdenken, war die einhellige Meinung und das Lob der meisten“, so Ringleb weiter.

Anmeldeverfahren und Auswahlprozess der Schausteller

Etwas mehr als Hundert verschiedene Schausteller werden auch in diesem Jahr wieder für beste Unterhaltung, Spaß und kulinarische Genüsse sorgen. Doch wie läuft die Arbeit und das Prozedere ab, bis am 27. Oktober alles startklar ist? Bereits einen Monat nach dem Martinimarkt, Mitte Dezember 2022, wurde die nächste Ausschreibung erstellt und im Januar 2023 in den Fachorganen veröffentlicht.

Christian Ringleb gab Einblicke, wie die Arbeit und das Prozedere abläuft, bis am 27. Oktober alles startklar ist.

Jens Karraß

Bis Mitte März hatten Schausteller wieder die Möglichkeit, sich für einen Standplatz auf dem Fest zu bewerben. „Mehr als 400 haben sich für die 100 freien Plätze beworben. Damit die Vergabe fair abläuft, haben wir ein System entwickelt, mit dem jede Bewerbung Punkte sammeln kann. Die Geschäfte mit den meisten Punkten kommen dann — gestaffelt nach der Art des Angebots (zum Beispiel Fahrgeschäfte, Imbiss) — auf eine Best–of–Liste“, erklärt Bereichsleiter Christian Ringleb.

Anhand dieser Liste entscheidet eine Auswahlkommission, die sich aus zwei InKom–Mitarbeitern und einem jährlich wechselnden Vertreter der Stadtverwaltung zusammensetzt, wer den Zuschlag erhält. „Die ausgewählten Schausteller erhalten von uns bis Ende Juni eine Zusage mit Vertrag. Wir wissen, dass das für die Schausteller ein sehr später Termin ist, aber das Interesse an unserem Martinimarkt ist so groß, dass wir uns das leisten können“, sagt Ringleb. So hätten sie bei mehr als 100 zugesagten Auftritten auch nur wenige Absagen erhalten. Fünf Geschäfte mussten in diesem Jahr ersetzt werden.

Planung und Vorbereitung der Standplätze

Jetzt, fünf Wochen vor Beginn, geht es an die komplizierte, aber auch ungemein interessante Arbeit, aus dem Mix der Schausteller mit ihren Fahrgeschäften und den vielen Ständen einen Lageplan zu erstellen. Dafür hat sich Ringleb professionelle Unterstützung geholt. Lothar Welte, der offizielle Platz– und Marktmeister des Martinimarktes, ist aus Rostock angereist und berät bei der optimalen Verteilung der verschiedenen Attraktionen.

Der Plan steht, doch Mitte Oktober, 14 Tage vor Beginn des Martinimarktes, wird bei einem Ortstermin genau vermessen, ob die geplanten Standorte der tonnenschweren und weit ausladenden Fahrgeschäfte auch tatsächlich so aufgebaut werden können, wie es die Planer fünf Wochen zuvor für optimal hielten.

Hauptattraktionen und spezielle Veranstaltungen beim Martinimarkt 2023

Das wird die Hauptattraktion 2023: Der Jungle Beat hatte erst im Juni seine Premiere und wird auf dem Martinimarkt die Menschen begeistern.

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„Wenn die Besucher auf das Festgelände strömen, sollen sie direkt auf die Hauptattraktion 2023 zugehen. Wir wollen ein ‚Wow' hören, wenn die Riesenschaukel ‚Jungle Beat‘ über ihre Köpfe schwingt“, sagt Lothar Welte. Jede Platzierung der anderen Attraktionen hat sich das Team genau überlegt. Denn es geht um Sichtachsen und die bestmögliche Präsentation der einzelnen Highlights. So ist auch die Hauptattraktion 2022, der Bigspin“, wieder mit von der Partie.

Die Fans können sich unter anderem auf folgende Fahrgeschäfte freuen: Jungle Beat, Auto Scooter, Break Dance, Speedy, Bigspin, Fly Over, Psychodelic, Aqua King, Zombie.

Einblick in die Logistik und Sicherheit des Martinimarkts

Es finden auch Sonderveranstaltungen statt. Am 1. November wird von 13 bis 14 Uhr der „Tag hinter den Kulissen des Martinimarktes“ angeboten. Interessierte Neuruppiner oder Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind eingeladen, hautnah zu erleben, was alles nötig ist, damit eine solche Mammutveranstaltung funktioniert. „Wir verlegen ja kilometerweise Kabel für Strom sowie Schläuche für Wasser und Abwasser, weil wir nur bestimmte Einleitstellen, für das Abwasser sogar nur eine mitten auf der Straße, haben“, erzählt Christian Ringleb. Auch das sei ein großer Teil der Arbeit.

Ebenso wie die Sicherheitskonferenz, die in der vergangenen Woche mit Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz, Tiefbau und Hochbau stattgefunden hat. „Das Sicherheitskonzept umfasst ohne Anlagen 60 Seiten, alles wird besprochen, auch, welche Straßen gesperrt werden können.“ Der Veranstalter geht davon aus, dass in diesem Jahr wieder 400 Personen, die auf dem Martinimarkt ausstellen, in ihren Wohnwagen rund um das Gelände leben werden.

Der Martinimarkt: Volksfest für die Gemeinschaft

Lothar Welte, links neben Christian Ringleb sagt: „Denn eines ist klar: Neuruppin spricht nicht von dem Martinimarkt, sondern von unserem Martinimarkt“.

Jens Karraß

Der zweite spezielle Tag findet am 2. November statt. „Der Vormittag von 10 bis 12 Uhr ist für Menschen mit Beeinträchtigungen, Senioren sowie Kita– und Schulkassen reserviert. Im vergangenen Jahr haben 1.600 Menschen dieses Angebot genutzt, bis jetzt haben wir schon 700 Anmeldungen. Das wird sicher wieder ein Riesenerfolg“, sagt Kristin Melchin, Teamassistentin der InKom und ergänzt: „Die Schausteller betreiben in dieser Zeit ihre Fahrgeschäfte kostenlos für diese Menschen“.

„Wir sind ein Volksfest. Da müssen auch die Preise volkstümlich sein. Ich biete auf meiner Scooter–Bahn Kinder– und Familienpreise an“, sagt Lothar Welte und beendet seinen Satz: „Denn eines ist klar: Neuruppin spricht nicht von dem Martinimarkt, sondern von unserem Martinimarkt“.

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