Das Horrorszenario der sechsstelligen Beträge, die der Stadt Neuruppin wegen Negativzinsen bei Bankguthaben drohen, hat die Verwaltung erst einmal umschifft.  Im vergangenen Jahr sind stattdessen lediglich 600 Euro an sogenannten Verwahrentgelten entrichtet worden, wie Kämmerer Thomas Dumalsk am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss berichtete.
Dennoch wird die Verwaltung in der nächsten Sitzungsschiene einen Nachtrags-Haushalt vorlegen, der Anfang Mai beschlossen werden könnte. Der Hauptgrund dafür ist laut Dumalsky der geplante Neubau der Kita "Paul und Paula" der Wohnungsbaugenossenschaft "Karl-Friedrich Schinkel" (WBG) im Gebiet an der Pauline.
Konkret geht es um Eigenmittel, die die Stadt bereithalten muss, um Fördermittel beantragen zu können. Das war im vergangenen Jahr schon einmal vergeblich versucht worden. Nun soll ein erneuter Anlauf gestartet werden. Im Gegenzug würde die WBG dem Träger Esta Ruppin und damit der Stadt, die dessen Kosten erstatten müsste,  bei der Miete entgegenkommen. Unabhängig davon, ob es Fördermittel gibt, soll das Gebäude, in dem die Kita und ein Seniorenhaus untergebracht sein sollen, errichtet werden, bestätige WBG-Mitarbeiter Heiko Weißenfels am Dienstag. Allerdings müsste dann die Mietvereinbarung womöglich neu verhandelt werden. "Wenn es mit der Förderung nicht klappen sollte, werden wir versuchen, ein anderes Förderprogramm zu nutzen, mit dem die Inneneinrichtung unterstützt werden kann", sagte er.
Der Eigenanteil als Förderkriterium ist nicht der einzige Punkt im Nachtragshaushalt. Laut Dumalsky gibt es weitere wichtige Vorhaben, die bei der Erstellung des Etats noch nicht absehbar gewesen seien. Dazu zähle unter anderem eine Unterstützung des Landes-Erntefestes in Wulkow. Die Entscheidung, dass dieses im September in dem Neuruppiner Ortsteil stattfinden wird, war erst Mitte Januar bekannt geworden.