Mit Talent, Können, Hartnäckigkeit – und kluger Strategie: Jakub „Kuba“ Przygonski und Timo Gottschalk haben bei der Rallye Dakar Platz vier gefeiert. Das polnisch-brandenburgische Duo erreichte damit den größten Erfolg im Offroad-Rallye-Sport seit ihrem ersten gemeinsamen Einsatz bei der Rallye Katar 2019, und wenige Monate nach dem Gewinn der Polnischen Marathon-Rallye-Meisterschaft.

Wüstenklassiker ein gnadenloser Gradmesser

Der Wüstenklassiker erwies sich als der gnadenlose Gradmesser für fahrerisches und navigatorisches Können, für den er seit 1984 steht. Auf der Route durch Saudi-Arabien, einer 8070 Kilometer langen Tour von und nach Dschidda, standen neben Dünenquerungen der höchsten Kategorie auch bedingungslose Tempo-Abschnitte über Sand- und Schotterpisten auf der Agenda, Geröll- und Trial-Passagen gehörten ebenso dazu wie verwundene Pfade durch ein Gewirr von Canyons.

Mit Tuchfühlung zur Weltspitze

Wie hoch die Leistung von Przygonski und Gottschalk zu bewerten ist, zeigt die Besetzung des Podiums – das ausschließlich von jenen Fahrern eingenommen wurde, die zehn der vergangenen zwölf Ausgaben, und damit der Nach-Afrika-Ära, für sich entschieden hatten: Stéphane Peterhansel, diesmal mit Edouard Boulanger an seiner Seite (FRA/FRA, Mini) als Sieger, Nasser Al-Attiyah mit Matthieu Baumel als Zweitplatzierter (QAT/FRA, Toyota) sowie Carlos Sainz mit Beifahrer Lucas Cruz (ESP/ESP, Mini). Rekordsieger Peterhansel sicherte sich bei der Rallye Dakar 2021 zudem seinen 14. Sieg – sechs auf dem Motorrad und acht in der Automobil-Wertung.

Fahrer Przygonski: „Das ist ein herausragendes Ergebnis“

Jakub "Kuba" Przygonski nach der Rallye Dakar 2021: „Was für ein schönes Ende, wir sind sehr stolz, dass wir die Rallye Dakar auf Platz vier beendet haben. Das ist ein herausragendes Ergebnis für uns – wenn man sieht, mit welchen Fahrern und Beifahrern wir auf Augenhöhe waren. Mehr konnten wir nicht erreichen. Die Zusammenarbeit mit Timo war wie gewohnt erstklassig. Natürlich gab es nicht nur positive Momente, auch harte Zeiten waren dabei – aber das gehört zur ‚Dakar‘ absolut dazu. Technisch lief unser Hilux perfekt, war perfekt von Overdrive vorbereitet. Das hat ebenfalls Spaß gemacht.“

Navigator aus Rheinsberg sah keine Minute des Verschnaufens

Ein überaus stolzer Timo Gottschalk erklärte: „Die Rallye Dakar war 2021 extrem hart, extrem anspruchsvoll und anstrengend. Für mich als Beifahrer gab es keine Minute zum Verschnaufen, keine einzige einfache Prüfung. Navigatorisch gab es jeden Tag neue Herausforderungen. Für ‚Kuba‘ als Fahrer ebenfalls körperlich anstrengend, viel schwieriges Gelände. Also: Eine würdige, eine wahre ‚Dakar‘. Platz vier ist für uns ein herausragendes Ergebnis, das wir uns selbst erkämpft haben. Wir sind stolz auf das Erreichte.“

Vorläufiger Endstand der Rallye Dakar
1. Stéphane Peterhansel/Edouard Boulanger (Mini) 44:27.11 Stunden
2. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (Toyota) + 14.51 Minunten
3. Carlos Sainz/Lucas Cruz (Mini) + 1:01.57 Stunden
4. Jakub Przygonski/Timo Gottschalk (Toyota) + 2:36.03 Stunden
5. Joan Roma/Alexandre Winocq (Prodrive) +3:22.48 Stunden