Ratgeber für Rentner in OPR: Seniorenwegweiser 2023 – das hat der Landkreis zu bieten

Zum Auftakt der brandenburgischen Seniorenwoche Anfang Juni wurde auch der Seniorenwegweiser 2023 vorgestellt. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) verteilte die ersten Exemplare persönlich.
Jens KarraßZum Auftakt der brandenburgischen Seniorenwoche Anfang Juni wurde auch der Seniorenwegweiser 2023 vorgestellt. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) dankte den Mitwirkenden, allen voran dem Seniorenbeirat mit Sigrid Schumacher an der Spitze, den vielen fleißigen Händen in der Kreisverwaltung und der Unterstützung durch die Sparkasse OPR.
Im letzten Jahr erschien der Notfallassistent, der erklärt, woran man im Notfall denken muss. Jetzt geht es im Ratgeber um die Dinge, die das Leben der Senioren betreffen. Es ist bereits die dritte Ausgabe. „Passt, 30 Jahre Landkreis, der dritte Seniorenwegweiser und diesmal ohne Werbung. Das war mir wichtig“, sagt Sigrid Schumacher.
Seniorenwegweiser in einer Auflage von 6.000 Stück
Die letzte Ausgabe wurde noch mühsam durch Anzeigen finanziert. Das hätte zwei Nachteile gehabt: Zum einen wären neue Unternehmen ohne Werbebudget nicht in Erscheinung getreten und „vor lauter Werbung erkennst du nichts. Das war der falsche Weg“, fährt sie fort. In Markus Rück, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse OPR, fand sie ein offenes Ohr dafür, dass die Sparkasse den Seniorenwegweiser finanziert und daher nur eine einzige Anzeige darin enthalten ist.

Markus Rück, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse OPR erläutert das Engagement der Sparkasse.
Jens Karraß„Wir vom Kreisseniorenrat haben sehr dafür gekämpft, auch ein bisschen gestritten, aber am Ende sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“. Auch und vor allem dank der Unterstützung von Ralf Reinhardt und der Verwaltung, „sonst wäre das nie etwas geworden“. Inhaltlich wurde einiges verbessert. So finden sich im vorderen Teil allgemeine Begriffserklärungen. Wenn es um konkrete Anlaufstellen, Einrichtungen, Freizeitangebote geht, ist der Wegweiser jetzt nach Städten, Ämtern und Gemeinden des Landkreises sortiert.
„Meine Leute in Neustadt interessiert nicht, was in Rheinsberg ist. Das ist jetzt besser gelöst“, sagt die 66-Jährige. „Und ich muss nicht wissen, dass im Haus der Begegnung immer montags Sport ist. Da kann man anrufen. Aber man muss die Einrichtung haben, man muss einen Arzt finden können und man muss wissen, wo es einen Pflegedienst gibt. Das war uns wichtig“.
Der Seniorenwegweiser wird in einer Auflage von 6.000 Stück in den Verwaltungen und Bürgerbüros verteilt. „Gestern war ich zum Kartenspielen in Neustadt und habe 20 mitgenommen. Ich hätte 50 mitnehmen sollen, er wird sehr gut angenommen“.
Kreisseniorenbeauftragte mit Leib und Seele
Wer auf der Internetseite des Landkreises nach der Seniorenbeauftragten sucht, findet auch ihre Handynummer. „Ich habe keine Sprechstunde für meine Senioren. Weil ich keine Zeit habe, mich irgendwo hinzusetzen. Wenn mich jemand anruft, dann rufe ich zurück und frage, was los ist. Und dann klären wir das. Egal, was es ist.

Sigrid Schumacher (links) bei der Auszeichnung der verdienstvollen Seniorin mit Christa Ziegenbein mit Landrat Ralf Reinhardt (rechts).
Jens KarraßIn der Corona-Zeit gab es die Aktion „Ruf mich an“, an der sich der gesamte Kreisseniorenbeirat beteiligte. „Das war für meine Senioren. Die waren alleine. Die wollten mit jemandem reden. Die hatten keine fachlichen Fragen, die wollten einfach nur reden. Die haben manchmal angerufen und haben ihren Kummer erzählt, dass die Kinder nicht kommen dürfen, dass sie alleine sind. Oder dass der Impfbus nicht gekommen ist. Wir hatten sehr viele Anrufe in dieser Zeit“.
Kritisch mahnt sie an, dass heute teilweise die Mentalität bei den offiziellen Stellen so sei, dass Anrufer „weitergereicht“ werden. „Wenn jemand anruft und Informationen zur Pflege haben will, dann sagt die Verwaltung, dafür bin ich nicht zuständig, rufen Sie den Landkreis an. Der Landkreis sagt, dafür bin ich auch nicht zuständig. Dann rufen sie bei mir an. Dann sag ich: Ich bin schon lange nicht zuständig, aber ich kenne jemand der helfen kann. Und so läuft das.“
Sie sagt, das ist der Unterschied und das, was die Leute falsch machen. Sie versucht ihnen klar zu machen: „Ihr seid für die Menschen da - aktiv. Und nicht die ‚wir warten auf euch‘-Mitarbeiter“. Und dann kann sie auch mal wütend werden: „Wenn 100 Leute anrufen und von der Verwaltung keine Auskunft bekommen“. Man spürt, Sigrid Schumann ist in ihrem Job am richtigen Platz. Viele Anrufe werden jetzt, weil es den neuen Seniorenwegweiser gibt, auch unnötig sein.
„Ich kann nicht viel. Aber ich kann netzwerken!“ Nach 25 Jahren als stellvertretende Bürgermeisterin in Kyritz und hauptamtliche Mitarbeiterin in der Verwaltung für Schulen, Kitas, Feuerwehr, Einwohnermeldeamt, „alles, was mit Bürgern zu tun hat - von der Wiege bis zur Bahre“, kann sie auf das beste Netzwerk zurückgreifen, das es in Ostprignitz-Neuruppin gibt: „Ich habe mit allen amtierenden Bürgermeistern zusammengearbeitet, die Mutter von Amtsdirektor Temnitz, Thomas Kresse, war früher eine Mitarbeiterin von mir. Mit fast allen bin ich per du“, sagt sie stolz. „Nur den neuen Bürgermeister von Heiligengrabe kenne ich nicht.“ Noch nicht.

