Reitsport: Thieme dominiert Grabower Turnier
Thieme testet den Nachwuchs
Gerade war André Thieme vom internationalen Nationenpreisturnier in Sopot (Polen) wiedergekommen und kommendes Wochenende ist er bei einem Turnier mit vielen schweren Springen in Werder am Start. Auf die Frage, warum er auch ländliche Turniere wie in Grabow-Blumenthal besucht, antwortete der Mecklenburger: „Bei solchen Springen kann ich auch einmal den jungen Pferde eine Chance im Parcours geben und ich will natürlich herausfinden, ob sie Siegerqualitäten für den großen Sport haben.“ Und Thieme fügte an: „So möchte ich mit jedem meiner Pferde auch die Prüfungen gewinnen. Es ist kein Spiel für mich.“
Nur in einem Springen musste er sich der Neustädterin Maren Hoffmann geschlagen geben, die in einem Zwei-Phasen-Parcours mit ihrem Pferd Cessy eine halbe Sekunde schneller war. Die Amazone vom Haupt- und Landgestüt konnte auf Leonardo van Holli wie auch Andreas Wulff (Wittstock/RFV Liebenthal) auf Landmann ein Punktespringen der leichten Klasse siegreich beenden.
Ruppiner springen aufs Podest
Für den Gastgebenden Verein gab es in einem Springen der Klasse A einen Doppelerfolg. Mike Seidel setzte sich auf Cesha in 45,30 Sekunden an die Spitze. Dahinter folgten Anja Langfeld auf Chestnut (51,10) und die für Wulkow startende Neuruppinerin Marie Frank mit Amy (52,15). Im Parcours der Klasse L verpasste Lokalmatador Wolfhard Lengert auf Cocobamba hinter Julia Knopp (Falkensee) auf Diabella den Sieg knapp um 0,65 Sekunden. Dritte wurde hier Anja Friedemann (Neuruppin/RFV Wulkow) auf Coca Cola.
In den Dressuren gingen zwei goldene Schleifen nach Neustadt und zwar an Vivien Fritzsche auf Gosla (Klasse A) und Leo-Alexander Weiffenbach auf Chocolate (Klasse L). Die Siegerin der mittelschweren Dressur, Jeannette See, war im Viereck auch in der Nachwuchspferdeprüfung mit Shaolan erfolgreich. Die Hauptprüfung im Dressurviereck gewann See aus Klein Wolterdorf bei Pritzwalk. Mit ihrer zwölfjährigen selbst gezogenen Brandenburger Stute Waschanti S erreichte sie von der Jury 70,135 Prozent der möglichen 370 Punkte. Dahinter platzierten sich die Berliner Johanna Fischer mit Jazz Rubina (66,036) und Stephanie Schultze-Petsch mit Lu Parker (65,270).
In den Gespannprüfungen Dressur und Kegelparcours fuhr der Neustädter Rainer Stübing als Bester vom Platz.
Bei hochsommerlichen Temperaturen waren alle Schattenplätze um den Turnierplatz schnell besetzt. „Es hätten trotzdem ein paar Zuschauer mehr sein können“, sagte ein etwas enttäuschter Turnierleiter Thomas Lengert. Er wurde einmal mehr von vielen freiwilligen Helfern im und am Parcours unterstützt. Ebenso nicht zufrieden war der Grabower mit der Beteiligung am Qualifikationsspringen zum deutschen Bundes-Championat. Lediglich vier Teilnehmer gingen hier an den Start. Davon erreichten nur zwei Reiter das Ziel beziehungsweise eine Wertnote. Mit einer 8,2 siegte im mittelschweren Parcours der sechsjährige Schimmelhengst Call me crazy mit Christian Lehmann vom Reitclub Gulow im Sattel. Mit diesem Ergebnis und einer weiteren Platzierung darf er am Finale in Warendorf (Westfalen) im September teilnehmen.
Die weitere Turniertermine
Vom 18. bis 21. Juli treffen sich die besten Dressur- und Springreiter des Landes in Neustadt zu den Titelkämpfen von Berlin-Brandenburg. Auch die Handicap-Reiter ermitteln hier im Para-Sport ihre Meister.
Im August wird nahezu jedes Wochenende Reitsport geboten. Vom 2. bis 4. August gibt es in Neustadt erstmals ein großes nationales Jugendturnier der Springreiter bis zur schweren Klasse. Vom 16. bis 18. August stehen die Wulkower Pferdetage vor den Toren Neuruppins auf dem Programm. Integriert sind die Kreismeisterschaft (KM) in der Disziplin Springen. Eine Woche danach laden die Freyensteiner mit der KM in Dressur und Vierkampf zum 68. Turnier ein.
Vom 31. August bis 1. September beschließen die Schönberger die "Grüne Saison" im Kreis OPR.⇥(beg)

