Spielplatz: Politiker fordern neues Spielgerät

Seit Herbst 2018 ist das Hauptelement auf dem Spielplatz in Flecken Zechlin gesperrt.
Brian KehnscherperDoreen Dreyer hatte sich fast umsonst auf den Weg nach Rheinsberg gemacht. Gemeinsam mit zwei weiteren Müttern war die Flecken Zechlinerin am Montagabend zum Bauausschuss gefahren, um auf die Unzufriedenheit vieler Eltern und Kinder in ihrem Ort hinzuweisen. Schließlich ist der Spielplatz an der Mirower Straße seit vergangenem Herbst kaum noch benutzbar. Das Hauptspielgerät, ein hölzernes Kletterhaus mit Rutsche, hat keinen TÜV mehr bekommen. Seitdem ist es mit einem Bauzaun abgesperrt.
Der aus dem Dorf stammende Stadtverordnete Björn Plazikowski (CDU) hatte bereits auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung den Zustand bemängelt. Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) hatte daraufhin darauf hingewiesen, dass für die Wünsche aus Flecken Zechlin wohl kein Geld im Haushalt zur Verfügung stehen wird. Er schätzt die Kosten für einen Ersatz des gesperrten Spielgeräts auf 30 000 Euro. Laut Björn Plazikowski liegt dem Ortsbeirat aber ein konkretes Angebot in Höhe von 11 500 Euro vor. Deshalb beantragte der CDU-Mann am Montagabend, das Thema auf die Tagesordnung zu nehmen und Doreen Dreyer Rederecht einzuräumen. Doch die junge Mutter kam gar nicht dazu, das Wort zu ergreifen. Wie sich zeigte, unterstützten alle Ausschussmitglieder grundsätzlich das Ansinnen. Die Frage ist nur, wie es am besten umgesetzt werden kann. Das vorliegende Angebot kann die Verwaltung nicht einfach annehmen. Wegen des Vergaberechts muss der Ersatzbau für den Spielplatz ausgeschrieben werden. Der in Nordhausen ansässige Anbieter kann sich dann darauf bewerben. Laut Plazikowski soll das von ihm offerierte Spielgerät aus langlebigen Rubinienholz bestehen. Deshalb erhofft sich der CDU-Abgeordnete, dass das Gerät mindestens 20 Jahre hält. Wie Bauamtsleiter Daniel Hauke im Nachgang der Sitzung sagte, sind aber Garantiezeiten von acht Jahren üblich. Auch was den Preis angeht, gehen die Meinungen auseinander. Laut Plazikowski wird die Neuanschaffung mitsamt Aufbau nicht teurer als 11 500 Euro, weil sie die bestehenden Fundamente des alten Spielgeräts nutzt. Hauke sagt, für vergleichbare Anlagen seien Kosten in Höhe von 30 000 Euro eher marktüblich.
Wie teuer alles wird, wird sich bei der Ausschreibung zeigen – sollten die Stadtverordneten zustimmen. Plazikowski hofft, dass der Spielplatz spätestens zu Pfingsten freigegeben werden kann. Wenn der Neubau aber erst ausgeschrieben wird, dürfte dieser Zeitplan kaum zu halten sein. Unabhängig davon bekommt der Spielplatz zumindest bald wieder eine Schaukel. Wie Daniel Hauke sagte, liegen zwei Doppelschaukeln für Kagar und Flecken Zechlin sowie eine Nestschaukel für Kleinzerlang im Bauhof auf Lager. Sie sollen innerhalb der nächsten Tage aufgestellt werden. Denn auch in Kleinzerlang – wie Flecken Zechlin ein staatlich anerkannter Erholungsort – wurde das Fehlen von Spielgeräten beklagt.
Obwohl Doreen Dreyer bei der Bauausschuss-Sitzung nicht zu Wort gekommen war, war sie zufrieden mit dem Ergebnis. „Top, wenn es wirklich nur bis Juni dauert. Aber jetzt warte ich das Ergebnis bei der Stadtverordnetenversammlung ab“, sagte sie.
Die Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung tagt am Montag, 29. April, im Multifunktionsraum der Oberschule des Rheinsberger Bildungscampus.
Die Tagesordnung ist noch nicht veröffentlicht worden. Fest steht aber schon jetzt, dass die Punkte behandelt werden, die bei der vergangenen Sitzung nicht geschafft wurden. Dazu gehören die Bildung einer Arbeitsgruppe für das Bürgerzentrum, der Antrag, den Baustopp für die Seestraße 9 und 10 aufzuheben, Vorgriffe auf den Haushalt für das Quartiersmanagement der Stadt und Angestellte für das Alfred-Wegener-Museum in Zechlinerhütte, der Antrag auf städtische Mittel für das Kiezzentrum sowie eine Umverlegung der Feuerwehrsirene in Linow.
Die Sitzung beginnt um 18.15 Uhr.⇥bk