Störche bei Fehrbellin
: Extrem seltener Storch am Rhinluch entdeckt

Brandenburg ist 2025 für Ornithologen ein Land der extremen Raritäten. Jetzt wurde am Rande des Rhinluchs bei Fehrbellin ein sehr seltener Storch entdeckt. Die Herkunft des Vogels ist ein Rätsel.
Von
Jürgen Liebezeit
Fehrbellin
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Seltener Gast in Brandenburg: Dieser seltene Storch hält sich zurzeit auf den Wiesen hinter Wall auf. Ornithologen aus Berlin und Brandenburg sind begeistert. (Info: Abdimstorch bei Wall gelandet:) Das Foto ist dem Glienicker Vogelexperten Thomas Hanel gelungen.

Außergewöhnlicher Gast in Brandenburg: Dieser seltene Storch hält sich zurzeit auf den Wiesen rund um Wall auf. Ornithologen aus Berlin und Brandenburg sind begeistert. Dieses Foto vom Abdimstorch aus Wall ist dem Glienicker Vogelexperten Thomas Hanel gelungen.

Thomas Hanel
  • Seltener Abdimstorch in Fehrbellin gesichtet – Ursprung des beringten Vogels unklar.
  • Storch stammt aus Afrika, lebt normalerweise in Zoos – vermutlich Gefangenschaftsflüchtling.
  • Aktuell in Wall und Umgebung, ernährt sich von Insekten, Bestand global nicht gefährdet.
  • Weitere seltene Vögel in Brandenburg 2025: Kanada-Kranich und Heiliger Ibis entdeckt.
  • Abdimstorch kleiner als heimische Arten, gilt in Afrika als Glücks- und Regenbringer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Rande des Rhinluchs hält sich seit einigen Wochen ein extrem seltener Storch auf. Der Abdimstorch (Ciconia abdimii) lockt viele Ornithologen aus Berlin und Brandenburg an, weil er in Deutschland in freier Natur eigentlich nicht vorkommt.

Das Tier hält sich aktuell auf den Wiesen rund um Wall, einem Ortsteil der Gemeinde Fehrbellin im Kreis Ostprignitz-Ruppin auf. Zeitweise ist der Vogel aber auch im benachbarten Oberhavel zu entdecken.

Die Vogelexperten rätseln über die Herkunft des beringten Tieres. Vermutlich ist der seltene Vogel aus einer Voliere oder einem Vogelpark entkommen. Er gilt dann als sogenannter Gefangenschaftsflüchtling. Dass sich der aus Afrika stammende Storch „verflogen“ hat, gilt unter den Ornithologen als unwahrscheinlich.

Abdimstorch wird in Deutschland in 13 Zoos gehalten

In Deutschland wird der Abdimstorch in 13 Zoos gehalten, unter anderem auch in den beiden Einrichtungen in Berlin. Ob es auch private Haltungen gibt, ist nicht bekannt. Eine offizielle „Vermisstenanzeigen“ ist im Internet nicht zu finden.

Der Abdimstorch ernährt sich vorwiegend von Insekten, die es aktuell auf den Wiesen rund um Wall ausreichend gibt. Er brütet ausschließlich in der Mitte von Afrika. Den Winter verbringen die Vögel in Ost- und Südafrika.

Abdimstorch auf Nahrungssuche: Der kleine Storch aus Afrika fühlt sich aktuell wohl in Brandenburg. Denn es gibt ausreichend Nahrung, zum Beispiel Heuschrecken.

Abdimstorch auf Nahrungssuche: Der kleine Storch aus Afrika fühlt sich aktuell wohl in Brandenburg. Denn es gibt ausreichend Nahrung, zum Beispiel Heuschrecken.

Thomas Hanel

In manchen Regionen Afrikas gilt der Vogel als Glücks- und Regenbringer. Er kehrt mit Beginn der Regenzeit in seine Brutgebiete südlich der Sahara zwischen Senegal und Somalia zurück. Mit den häufigen Regenschauern in den vergangenen Tagen in Brandenburg hat der Vogel aber nichts zu tun.

Der Abdimstorch ist im Bestand nicht gefährdet. Er ist ein naher Verwandter der europäischen Arten Weißstorch und Schwarzstorch.

Kanada-Kranich, Heiliger Ibis und Abdimstorch in Brandenburg

Das Gefieder des Abdimstorchs ist oberseits schwarzbraun mit einem purpurfarbenen oder grünlichen Glanz gefärbt. Der Bauch ist weiß. Mit einer Größe von 75 bis 80 Zentimetern ist der Abdimstorch deutlich kleiner als die heimischen Störche.

Heiliger Ibis zu Besuch: Dieser seltene Vogel hielt sich kürzlich einige Tage im Landkreis Märkisch-Oderland auf.

Heiliger Ibis zu Besuch: Dieser seltene Vogel hielt sich kürzlich einige Tage im Landkreis Märkisch-Oderland auf. Vogelschützer befürchten, dass der imposante Vogel die hemischen Tiere bedrängt.

Thomas Hanel

Brandenburg ist dieses Jahr für Ornithologen ein Land der Raritäten. Im Februar wurde bei Liebenwalde ein Kanada-Kranich (Grus canadensis) entdeckt. Im Juni landete im Landkreis Märkisch-Oderland ein Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus), der auch Pharaonenibis genannt wird.

Seltener Gast in Brandenburg

Die drei Vögel kommen extrem selten in Brandenburg vor. Der Kanada-Kranich ist vermutlich bei einem Sturm vom Weg abgekommen und in Deutschland gelandet. Im Emsland wurde parallel ein zweites Exemplar gesichtet. Eigentlich lebt dieser Vogel in Kanada und Amerika.

Der Ibis ist in Afrika südlich der Sahara zu Hause, hat sich aber in den 1970er-Jahren aus einer Population, die in Frankreich in einem Vogelpark gehalten wird, in Südeuropa ausgebreitet. Manchmal lässt sich ein Heiliger Ibis auch in Deutschland blicken.

Woher der Abdimstorch, der aktuell bei Wall rastet, ist unklar.