Tierheim Eisenhüttenstadt: Armer Hund Ingo hat eine lange und schwere Reise hinter sich

Der sechsjährige Rüde Ingo wartet im Tierheim Eisenhüttenstadt an der Oderlandstraße auf ein neues Zuhause.
Hagen BernardIngo ist ein Schäferhund-ähnlicher Mischling und im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Dazu hat der überwiegend dunkelhaarige Hund ein ansprechendes Äußeres. Nach einer langen Reise wartet er im Tierheim Eisenhüttenstadt auf ein neues Zuhause, nicht erst seit zwei Tagen, Wochen oder Monaten, sondern seit zwei Jahren.
Laut seiner im Tierheim an der Oderlandstraße ehrenamtlich tätigen Pflegerin Sylvia Pantel würde sich Ingo sowohl als Familienhund als auch als Zweithund sehr gut eignen. Allerdings müsste die neue Familie zunächst etwas Geduld mit ihm aufbringen, da er zu Fremden erst einmal recht zurückhaltend ist.
Aus Rumänien als Angsthund
„Wenn er erst einmal Vertrauen gefasst hat, dann ist das ein ganz toller Hund. Er ist ruhig, noch recht neugierig und sehr lieb. Auch mit unseren anderen Hunden ist Ingo sehr verträglich“, wirbt Sylvia Pantel um ihren Schützling.
Dabei hat Ingo eine recht schwierige Vergangenheit hinter sich. Zusammen mit fünf weiteren Vierbeinern war er vor vier Jahren aus einem rumänischen Shelter zu einem Tierheim nach Deutschland gekommen. Als dieses Tierheim kurzfristig von der Polizei beschlagnahmte Welpen aufnehmen musste, musste Platz geschaffen werden. Das von Ute Valentin geführte Tierheim in Eisenhüttenstadt nahm sechs Hunde aus diesem Tierheim auf.
Ingo wurde sorgfältig sozialisiert
Was jedoch die Eisenhüttenstädter nicht wussten – dieses Tierheim hatte ihnen sogenannte Angsthunde untergejubelt. Mit dem ebenfalls aus diesem Transport stammenden achtjährigen Michi, der so ähnlich wie Ingo aussieht, lebt er seitdem in einem Raum zusammen.
Während jedoch der achtjährige Michi noch immer nicht vermittelbar ist, hat Ingo (6) einiges hinzugelernt. Eine Zeitlang hatte sich eine Tierfreundin um ihn ganz intensiv gekümmert und war mit ihm auch Gassi gegangen. Daher ist der kastrierte und gechippte Ingo auch Leinen-fähig.
Bereits einmal vermittelt
Mit Erfolg – Ingo konnte bereits einmal vermittelt werden. Doch nach einem halben Jahr brachte ihn Frauchen wieder zurück. Schnell hatte Ingo mitbekommen, dass sich Herrchen nicht allzu viel aus ihm machte. Das bekam auch Ingo mit, der schließlich sein Frauchen auch vor dem Herrchen beschützte. Zwangsläufig hatten sich daraus Konflikte ergeben.
„Für mich war das eindeutig die Schuld der Halter und nicht des Hundes. Für den zweiten Anlauf hoffe ich, dass für Ingo dann die ganze Familie mit einbezogen wird“, sagt Sylvia Pantel.
Das Tierheim an der Oderlandstraße 3b in Eisenhüttenstadt ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Die Mitarbeiter sind erreichbar unter Telefon 03364 283442 beziehungsweise 0173 1231407.

