Getrübte Meisterfreude
Am Dienstag, 10. März, hatten sich Voyé und seine Teamkollegen vorzeitig zum Staffelsieger in der 3. Landesklasse gekürt. "Am Freitag", also drei Tage später, "hat uns dann die Corona-Pause-Welle getroffen. Wir haben sofort den Trainingsbetrieb ausgesetzt", ist die Situation für Voyé immer noch schwerlich greifbar. Seitdem ruhen die neu eingeführten Plastikbälle? Die Freude über die vorzeitig errungene Meisterschaft ist getrübt. Die Krönung, das Sahnehäubchen, der Lametta-Regen ist (noch) möglich. Oder auch nicht? Das vorzeitige Saisonende lässt – aktuell – alle Aktiven im Unklaren. Stand jetzt führt Sebastian Voyé sowohl die Einzel- als auch die Doppelwertung (mit Spielpartner Uwe Barsch) an. "Bis zum Ende der ersten Halbserie hatte ich diese Wertungen gar nicht so im Blick", erklärt der Fehrbelliner durchaus glaubwürdig. "Aber mit dem näherkommenden Ende der Spielzeit haben mich diese Statistiken angestachelt."
Sebastian Voyé liebt Tischtennis. Er mag Sport generell. Und er reist gerne. "Sport und Reisen – herrlich", sprudelt die Begeisterung aus ihm heraus. Man komme viel herum, lerne viele Menschen kennen, erlebe viel. Futschi, wie ihn alle rufen, ist umtriebig. "Woher der Spitzname kommt, weiß ich gar nicht mehr. Ich habe ihn schon seit frühster Kindheit und mag ihn auch. Wenn ich heutzutage ehemalige Klassenkameraden treffe, sagen die nur Futschi zu mir. Mein richtiger Vorname fällt ihnen gar nicht mehr ein."
Zweite Leidenschaft Bowling
Umtriebig war als Stichwort gesetzt. Voyé spielt nicht nur Tischtennis. Er jagt auch den Strikes beim Bowling nach. Mit seinem Team "Hottentotten" hat er die Meisterschaft in Liga 2 der Hot-Spot-Freizeitliga gewonnen. Als Dortmund-Fan gehört er dem Ruppiner Fanclub OPR-Borussen an, der im kommenden Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Als Fan der Schwarz-Gelben und der deutschen Nationalmannschaft reist er quer durch Europa. Mailand, Barcelona, Monaco oder auch Kiew und Baku. Letztere ist die Hauptstadt von Aserbaidschan. "Dorthin haben wir die Nationalmannschaft 2017 zum EM-Quali-Spiel begleitet. Eine tolle Tour", schwärmt Voyé. Der Linumer erklärt, wie es dazu kam. "Als Rostock-Sympathisant und über Familienkontakte habe ich die Leute des Schweriner Fanclubs Sverina kennengelernt. Ein kleiner Fanclub. Mit denen ziehe ich nun ab und an los. Wir verbinden den Spielbesuch immer mit einer Stadtbesichtigung und etwas Kultur." Ob Ukraine, Aserbaidschan oder Georgien – es sei immer mega-faszinierend.
Als Tischtennisspieler kommt "Futschi" lediglich in Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz herum. "Das ist aber auch okay so. So ist der Aufwand auch noch händelbar", macht er deutlich. So lassen sich das geliebte Hobby, die anderen Freizeitaktivitäten und die Reisen mit dem Job als Betreuer bei der Beruflichen Eingliederungshilfe vereinbaren. Die Nummer eins war und ist nach wie vor Tischtennis. Seit der 4. Klasse feuert er den Ball leidenschaftlich gerne über das Netz. "Es hat mich gepackt, als ich in der Schul-AG bei Joachim Taubert, der heute noch für den SV 90 spielt, in Fehrbellin angefangen habe", erinnert er sich gerne zurück. Als älterer Junior und heranwachsender Mann habe er stets den schwedischen Assen Jan-Ove Waldner und Kent Mikael Appelgren nachgeeifert, die in den 1980er und 1990er Jahren zu den besten Tischtennisspielern der Welt zählten. "Die haben der Weltmacht China immer gehörig Paroli geboten. Das war faszinierend."
Appelgrens einzigartige Spielweise: Er stand meist weit hinter dem Tisch und dirigierte Spiel und Gegner gleichermaßen, dank seines Instinkts für die richtige Taktik.
Voyé sagt über sich und seine Spielweise: "Ich kann von allem ein bisschen. Ich bevorzuge die kontrollierte Offensive." Seine starke Blockarbeit ist der große Trumpf. Hingegen sei der Rückhand-Angriff durchaus verbesserungswürdig.
Daran arbeiten kann er im Moment nicht. Trainings- und Spielverbot. Wie für alle anderen Sportler auch, ist die aufgrund der Corona-Krise angeordnete Zwangspause ein "schwer zu verkraftender Zustand", wie es Voyé nennt. "Aber sie ist nun einmal notwendig. Da müssen jetzt alle durch."

Zur Person / Zweimal Spitze im Rakning


Im Alter von zehn Jahren begann Sebastian Voyé, in der Schul-AG in Fehrbellin unter Federführung von Joachim Taubert Tischtennis zu spielen.

Zu seinen Vorbildern zählen die Schweden Jan-Ove Waldner und Kent Mikael Appelgren.

Nebenbei ist er als Fußballfan in ganz Europa unterwegs und spielt in einer Freizeitliga Bowling. gü

Top-Drei Einzelranglistein der 3. Landesklasse: Pkt.1. Sebastian Voye (Fehrbellin III) 52:72. Sebastian Fölkel (Wustrau) 46:53. Rüdiger Knöpfel (Pankow) 48:13

Top-Drei Doppelranglistein der 3. Landesklasse:1. Sebastian Voye/Uwe Barsch(Fehrbellin III) 18:1 2. Roland Ratschke/Andreas Klare(Schwarz-Rot Neustadt V) 13:13. Erik Braband/Mario Geidel(ESV Wittenberge III 13:5