Tischtennis: Spitzenspieler bei Grün-Weiß

Angriff an der Platte: Zugang Jürgen Klein, Ulrich Herrmann, Matthias Göhlke, Hans-Jürgen Meyke, Kevin Völzke, Martin Droll, Hans-Jürgen Droll (von links).
Matthias HaackJürgen Klein rückt nämlich für Martin Droll auf. Der Spielführer unterzog sich am vorigen Freitag einer Operation am Kreuzband. Heißt: „Ich werde in dieser Saison nicht mehr spielen können.“ Ein halbes Jahr dürfte es dauern, bis er wieder an Training und Spiel denken kann. Akute Beschwerden seien es nicht, die ihn jetzt zum Eingriff treiben. Aber der Facharzt warnte nun nach einer Magnet-Resonanz-Untersuchung vor Spätfolgen. „Ich vermute“, so Martin Droll, „dass es ums Jahr 2012 war, als ich mir das Knie verdreht hatte. Das war beim Volleyball, damals war ich auch Volleyballer. Beim Landen hatte ich das linke Knie verknickt. Offenbar ist damals ein Band gerissen.“ Trainierte Sportler gleichen das Defizit im größten, aber anfälligsten Gelenk zwar aus. Nur: Lässt die Trainingsintensität im Alter nach, droht Instabilität.
Es trifft ihn doppelt: Martin Droll ist nämlich auch Deutscher Meister im Taifun-Segeln. „Das wird nichts in diesem Jahr mit der Titelverteidigung“, blickte er nach vorn und senkte den Blick vor allem deshalb, weil sein Verein (Segelclub Lindow) den Zuschlag des Verbandes bekam, die Titelkämpfe auszurichten. Ende Juli dieses Jahres wird auf dem Gudelacksee an vier Tagen in mehreren Wettfahrten darum gekämpft, wer Nachfolger von Martin Droll wird. „Klar bin ich in unserem Organisationsstab, nur an Segeln wird nicht zu denken sein.“ Im Spätsommer könnte er wohl wieder ans Trimmen denken. Und an die ersten Schmetterbälle an der Tischtennisplatte.
Um so erfreulicher ist die Stimmung bei Grün-Weiß, nachdem klar war: Das Tischtennisteam fällt nicht in ein Leistungsloch. Jürgen Klein trainiert sein eineinhalb Monaten mit und brachte vier Siege aus vier Spielen in die Wertung. Wow. Der Gegnerschaft stockt der Atem. Wohl auch deshalb, weil der 64-Jährige einen QTTR-Wert von 1 486 aufweist. Damit spielt er auf Spitzenniveau. Am Donnerstag dieser Woche zeichnete er erneut für die volle Punktzahl in der Partie gegen Wustrau IV verantwortlich. Mit Matthias Göhlke gewann Klein das Doppel, Ulrich Herrmann (2,5) und Hans-Jürgen Droll (3,5) steuerten die anderen Punkte zum 10:2 bei. Für Wustraus Vierte traten Patrick Jungblut, Heiko Rose, martin Stoltnow und Max Pfund an. Letztere bezwangen im Einzel Matthias Göhlke.
Jürgen Klein ist Patient an der Salusklinik und damit befristet ein Lindower. Aber „ich spiele selbstverständlich mindestens bis zum Saisonende hier“, legte er sich fest. Selbst sein wahrscheinlicher Umzug in diesem Monat nach Hennigsdorf stünde dem nicht im Weg. Klein ist gebürtiger Saarbrücker. Sein erster Trainer, kein Unbekannter: Dr. Georg Nicklas gründete mit zwei weiteren 1991 die ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH. Heute ist Nicklas im Aufsichtsrat. Seine Firma zählt beinahe 200 Angestellte.
Zurück zu Jürgen Klein. Als 14-Jähriger spielte er nach seinem Wechsel für einen Vorstandverein beim Tischtennis-Elefanten ATSV Saarbrücken. Er war Jüngster bei den Herren. Oberliga, also zweithöchste Spielklasse in Deutschland. Er leistete sich im privaten Bereich Ausrutscher, die im Gefängnis mündeten und jetzt auch in der Lindower Klinik. Er sei jetzt auf dem richtigen Weg, sagte er, ohne konkret zu werden. Soviel aber: Keine Gewaltverbrechen, kein Alkohol, keine Drogen.
Wenn es gut läuft, dann „ärgern wir die Spitzenmannschaften ein wenig“, freut sich die defensiv ausgerichtete Rechtshand auf die kommenden Partien in der Kreisklasse. Ein Angriff auf die Tabellenspitze sei das nicht, zeigt er sich zaghaft. „Mit Martin im Team wäre das vermutlich anders gewesen.“
Stand in der 1. Kreisklasse
Spiele aus dieser Woche:Wustrau II - Wustrau III⇥10:2Union II - Rot-Weiß⇥10:4Wustrau IV - Lindow⇥2:10Fehrbellin IV - MSV⇥nach Red.schluss
Tabelle 1. TSV Wustrau II⇥105:44 20:2 2. Rot-Weiß Neuruppin⇥92:47 16:4 3. MSV Neuruppin⇥89:54 16:4 4. Union Neuruppin II⇥96:56 14:8 5. Lindower SV⇥88:68 14:8 6. Fehrbellin IV⇥59:64 10:8 7. Rheinsberg⇥59:88 6:14 8. Wustrau III⇥61:92 6:16 9. Union Neuruppin III⇥38:95 2:1810. Wustrau IV⇥31:110 0:22
