Umweltschutz: Neuruppiner erinnern 24 Stunden lang an die drohende Klimakatastrohe

Lokalpolitik ist gefordert: Emma Kiehm (links) forderte Stadtverordnete und Verwaltung auf, bei jedem Beschluss und seiner Umsetzung an die Klimabilanz zu denken.
Holger RudolphKlimaneutral bis 2030
Emma Kiehm und Corvin Drößler, die zum harten Kern der zehn Mitstreiter starken Neuruppiner FFF–Aktionsgruppe gehören, sprachen darüber, wie wichtig es ist, dem durch den Menschen verursachten Klimawandel mit bewusster Lebensweise zu begegnen. Kiehm erinnerte daran, dass es nur noch zehn Jahre bis 2030 sind. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich die Stadt Neuruppin das Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden. Es sei an der Zeit, dass Stadtverordnete und Verwaltung bei jeder Entscheidung auch an die jeweiligen Auswirkungen auf die Umweltbilanz denken. Angesichts der derzeitigen massiven Hitzewelle und der drei aufeinanderfolgenden Dürresommer könne wohl niemand mehr den Klimawandel für Brandenburg ernsthaft leugnen, sagte Drößler.
Auch in der Nacht zum Sonnabend waren die Klimaaktivisten vor Ort. 18 Frauen und Männer verbrachten die Nacht in Zelten und unter Zeltplanen. Als letzter Punkt des Tagesprogramms war ab 23 Uhr das Beobachten von Sternen und Sternschnuppen mittels Teleskopen aufgeführt. Zuvor hatte es bereits Workshops und Vorträge über Verschwörungstheorien und die ökologische Krise, Live–Musik sowie ein offenes Plenum gegeben, bei dem kommende Aktionen diskutiert wurden. Insgesamt seien 300 Menschen vor Ort gewesen, schätzte Drößler ein. Dies sei durchaus als Erfolg zu werten. Wäre es nicht ganz so heiß gewesen, hätten sich womöglich noch mehr beteiligt.
Die nächste Demonstration ist für Freitag, 25. September, vorgesehen. Was genau an dem deutschlandweiten FFF–Aktionstag in Neuruppin passiert, konnte Drößler noch nicht sagen. Auch die regionale Entwicklung der Corona–Pandemie habe Einfluss darauf, wie sich Ruppiner Schüler an diesem Tag beteiligen können. Die bislang größte Zahl an Mitdemonstrierenden hatten die Klimaaktivisten am 20. September 2019 auf die Straße gebracht, als mehr als 1000 überwiegend junge Menschen dabei waren. In Ostprignitz–Ruppin aktiv ist FFF seit Anfang 2019. Im Land Brandenburg existieren bislang 24 regionale oder lokale FFF–Gruppen.
Aktiv beteiligen konnte sich das Publikum am Freitag und Sonnabend auch, indem es seine Wünsche für ein klimaneutrales Neuruppin aufschrieb. Die gesammelten Vorschläge sollen demnächst den Ruppinern öffentlich vorgestellt werden.
Auf der deutschen FFF–Website fridaysforfuture.de wird der 25. September als großer Start nach der coronabedingten Ruhephase proklamiert. In hunderten Städten werde FFF zeigen, „dass wir noch da und lauter als je zuvor sind“. Aufgabe der Politik sei es, dem Klimawandel mit entsprechenden Schritten nun genauso entschieden entgegenzutreten wie der Pandemie.