Vermisst: Die Familie gibt die Suche nach Christiane S. aus Wustrau nicht auf

Wer kann helfen? Claudia Göpel, die Schwiegertochter von Christiane S., verteilt Such-Plakate in Fehrbellin.
Markus KlugeUpdate, 11. März 2021: Die vermisste Frau wurde gefunden.
Obwohl die Familie in großer Sorge um Christiane S. ist, verliert sie nicht den Kopf. Robert Dicty koordiniert die Suche, zeichnet Hinweise auf Karten ein und vergibt Suchgebiete an Helfer, damit keine Flächen doppelt besetzt oder gar ausgelassen werden. Nach den bisherigen Recherchen der Familie und der Polizei verschwand Christiane S. am Mittwoch, 24. Juni, gegen 20.15 Uhr an der Fahrradstraße zwischen Wustrau und Buskow. „Kurze Zeit später wurde sie noch auf dem Weg in Richtung Langen in Höhe Albertinenhof von einer Nachbarin gesehen“, so Robert Dicty. Die habe sich dabei aber nichts gedacht. Denn zu dem Zeitpunkt galt die an Demenz erkrankte Frau noch nicht als vermisst. Zudem sei auch ihr Mann in Wustrau mit dem Rad unterwegs gewesen, so dass es den Anschein hatte, dass er ihr hinterherfuhr.
Mehrere Sichtungen
Christiane S. verschwindet aber. Vermutet wird, dass sie kurz vor Langen auf den Grenzweg in Richtung Luch abgebogen ist. Am nächsten Vormittag soll die 70-Jährige in Linumhorst gesehen worden sein, kurz danach auch an der Kreuzung der Landesstraßen, die nach Linum und Flatow abzweigen, wo sie nach Zeugenaussagen geflucht haben soll. Danach gab es laut Robert Dicty zwei Hinweise: In Ebereschenhof soll sie um 19.30 Uhr und in Wall um 21.30 Uhr gesehen worden sein. „Das passt aber nicht zusammen“, so Dicty. Innerhalb von zwei Stunden wäre die Frau, die körperlich fit ist, nicht von dem einen Ort zum anderen gefahren. Hinzu kommt, dass in Wall auch Suchhunde die Spur aufnahmen. Die führte zu einer Scheune.
Einen Tag später fand sich auch noch eine Spur in Richtung Bützsee, die sich dort aber wieder verlor. Feuerwehr und Polizei unterstützten über Stunden die Suche – mit Hubschrauber, Hund und Boot. Als diese ergebnislos ausgeht, ziehen die Einsatzkräfte wieder ab. „Sie kommen nur, wenn es richtige Hinweise gibt“, sagt Janina Dicty, die deshalb für jede noch so kleine Information dankbar ist. Fraglich ist derzeit unter anderem, ob ihre Mutter noch mit dem Fahrrad unterwegs ist, ob es jemand gesehen oder gefunden hat. Die Familie hat dafür bereits einen Finderlohn ausgesetzt, der deutlich über dem Wert des Damenrads liegt. Und nicht nur das: Am Fehrbelliner Flugplatz hat die Familie selbst ein Flugzeug gechartert, mit dem sie das Gebiet mehrfach überflogen hat, Freunde und Bekannte waren auf dem Bützsee mit Stand-Up-Paddels unterwegs, es wurden Gräben abgelaufen, Drohnen kamen zum Einsatz, und Bekannte mit privaten Suchhunden sind im Einsatz. „Einige von uns haben auch schon bis zu den Knien im Schlamm gestanden“, so Robert Dicty. Schließlich ist das Luch an vielen Stellen unwegbar.
Bisher brachte das alles keinen Erfolg. Bei der Suche am Montag verfolgte ein Suchhund eine Spur bis zum Bahnhof Wustrau-Radensleben. Nun keimt die Hoffnung, dass Christiane S. dort vielleicht in einen Zug gestiegen ist, obwohl sie kein Geld dabei hat. „Meine Mutter kommt eigentlich aus Berlin. Vielleicht wollte sie irgendwie zurück“, sagt Janina Dicty.
Die Hoffnung, Christiane S. zu unversehrt finden, hat die Familie noch lange nicht aufgeben. „Es gibt ja hier viele Gehöfte. Vielleicht hat sie eine ältere Dame getroffen, die ihr geholfen hat, und sie sitzen zusammen und trinken Kaffee“, hofft ihre Tochter auf ein gutes Ende.
Steckbrief vonChristiane S.
Christiane S. ist etwa 1,60 Meter groß und hat dunkle, leicht rot getönte Haare. Am Tag ihres Verschwindens trug die 70-Jährige ein dunkles langärmliges Oberteil, eine Jeans und dunkle Wildleder-Schuhe. Zuletzt war die Frau, die an Demenz erkrankt ist, mit einem gelben Damenrad unterwegs, das schon einige Roststellen hat. Hinweise nimmt die Polizei in Neuruppin unter der Rufnummer 03391 3540 entgegen. ⇥red