Volleyball
: Angeruckt zum richtigen Zeitpunkt

Die Dreifelderhalle Gransee bleibt unangetastet für die Gegner des SV Lindow-Gransee. Auch Humann Essen wird vernascht.
Von
Matthias Haack
Gransee
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Abgesprungen: Robin Hafemann peilte den Ball beim Aufschlag an.

Matthias Haack

Dass der erste Satz mit einem deutlichen 25:17-Erfolg pro Gastgeber ausging, beflügelte nur die Gäste. Die Heimmannschaft wirkte dann wie gelähmt. Prompt spielte sich Essen in einen Rausch und sorgte mit dem 25:21 im zweiten Satz für einen Hallo-Wach-Effekt. Hallensprecher Markus Assemacher heizte anschließend kräftig ein, weil Lindow-Gransee lange Zeit in Rückstand lag. Vor allem mit zweien aus dem Humann-Team kam der Sechser von Trainer Jan-Philipp Marks nicht zurecht. Zum einen stellte Brar Ketelsen länzend und brachte seine Angreifer so geschickt ins Spiel, dass der Lindower Block zu spät kam oder die Abwehr überfodert wirkte. Zum anderen „zerlegte uns der Diagonale“, analysierte Ole Schwerin. Ein Interview mit dem Kapitän und seinen Gründen, warum er den Verein nach Saisonende verlassen wird, folgt in einer der nächsten Ausgaben.

Gemeint war von Schwerin Jan Holthausen. Er wurde ebenso von den Trainern zum wertvollsten Spieler benannt wie Matti Binder für Lindow. Der Mittelblocker bekam diese Auszeichnung schon zum dritten Mal.

Allerdings zahlten sich im extrem wichtigen dritten Satz die Routine und auch die Willenskraft im letzten Drittel aus. Lindow-Gransee drehte die Satz zum 25:23 und zog den Gästen den Zahn.

Die Wucht nahm der Staffelzweite in den vierten Abschnitt mit, punktete nahelos immer mit seinen Angriffen und stellte am Netz einen aufmerksamen Block, mal zu dritt, mal zu zweit, mal auch allein. Dass die aus dem Rhythmus gekommenen Gäste noch zu 15 Punkten kamen, lag an der hohen Fehlerquote der Heimmannschaft in ihren Aufschlägen.

„Wir brauchten den ersten Satz“, um dann ins Spiel zu finden, gestand Trainer Jens Brakling. „Dann aber haben wir ein paar Break-Chancen liegen gelassen und den dritten Satz sehr knapp verloren. Respekt an den Gastgeber, der spielte konstant durch.“ Sein Pendant Jan-Philipp Marks: „Wir hatten Essen etwas stärker erwartet und da steht man als Trainer nach dem ersten deutlichen Satz vor einer schwierigen Aufgabe. Der Spieler lässt automatisch ein paar Prozente nach.“ Daher gab seine Mannschaft den zweiten Satz ab, spannte jedoch in der entscheidenden Phase den Spannungsbogen und erlegte Essen praktisch mit dem fulminanten Finale des dritten Satzes.(maha)

Lindow-Gransee: Schwerin, Stadie, Schlag, Göbert, Nicolas Marks, Binder, Pomerenke (Hebling, Weber, Hafemann, Boock)

Humann Essen: Ketelsen, Wiesche, Hußmann, Hütte, Große-Westermann, Holthausen, Gawyluk (Woitczak, Mücke, Meyer)