Volleyball: Aufschwung statt Abschwung

Umbruch hält sich in Grenzen: Das Regionalliga-Team des Lindow-Gransee wird sich vermutlich auf zwei Positionen verändern: Magnus Schlaugk (in Grün) hängt wohl eine weitere Saison dran, Chris Hannemann will fürs Dritte Team aufschlagen.
Matthias HaackEs könnte sogar sein, dass Lindow-Gransee mit zwei Teams in der Landesklasse antritt. Dazu müsste die dritte Mannschaft in der Relegation scheitern. Am kommenden Sonntag ist sie Gastgeber für den Cottbuser Volleyballverein, der als Viertplatzierter der Süd-Staffel ebenso aufsteigen will wie der Drittplatzierte der Nord-Staffel. Aufschlag zum finalen Saisonspiel ist um 12 Uhr in der Sporthalle Lindow an der Neuen Straße.
Wie der Verein den Mehrbedarf an Spielern zur neuen Saison stemmen will, erklärt Torsten Reschke: „Wir gehen offensiv in die Werbung.“ Schulen, Vereine, punktuell auch Vereinslose. Auch sehe der Verein Potenzial bei den Absolventen der Beruflichen Schule Lindow, wo unter anderem Sportassistenten ausbebildet werden. Reschke geht davon aus, dass zum jeweiligen Kader acht bis zehn gehören sollten. Demnach wären es also 27 und damit sechs mehr als bislang – optimistisch betrachtet. Realistisch: Einige Spieler wollen sich wegen gehobenen Alters, Verletzungen oder beruflicher Belastung zurückziehen oder zumindest kürzer treten.
Alexander Engel, Stephan Richter und Chris Hannemann fallen in diese Rubrik. Sie gehören zum Regionalliga-Team. Vier Neue müssen demnach her. Eine Möglichkeit: Die Trainercrew um Holger Ribbentrop wirbelt seit Jahren erfolgreich im Nachwuchsbereich und könnte peu a peu den engen Kader mit Talenten ergänzen. Auch ein junger Hennigsdorfer ist in den Fokus gerückt, so Trainer Torsten Spiller.
Den Vorstoß mit vier Vereinsmannschaften in die Saison zu gehen, hatte Lindow-Gransee schon in der Serie 2012/2013 gewagt. Damals beendete Lindow IV die Siebener-Runde als Sechster. Das Projekt wurde auf Grund von Personalmangel nach einem Jahr eingestellt.
Weitgehend losgelöst von der Planung für Lindow-Gransee II, III und IV ringt der Zweitligist um das Halten der herausragenden Qualität in der laufenden Serie. Denn mit dem Trainer und Zuspieler verlassen zwei Sportler auf Schlüsselpositionen den Sechser, sagt Teammanager Dirk Schmidt. Drei weitere kündigten ihren Abschied an. Lukas Hebling wird wohl der vierte sein. Er war bis dato geführt als einer, der noch unschlüssig ist. Unterdessen kündigte Paul Boock an, sich zumindest aushilfsweise zur Verfügung zu stellen. Völlig unsicher scheint die Zukunft von Martin Pomerenke. Setzt er seine Ankündigung in die Tat um, dann verliert Lindow-Gransee wieder einmal den Publikumsliebling, nachdem vor einem Jahr Toni Hellmuth unter Tränen gegangen war.
Die Telefondrähte glühen zwar weiterhin, um einen Nachfolger von den aus beruflichem Grund gehenden Trainer Jan-Philipp Marks zu finden. Aber „noch haben wir Bedarf“, bestätigte der Teammanager am Montag und ergänzte, „dringend“. Gesucht ist ein Volleyballcoach, der die A-Lizenz abgelegt hat und ein Spitzenteam führen will.
Das passiert am kommenden Sonnabend
Letzter Spieltag: Für ein wenig Verwirrung sorgte das in der Region verbreitete Plakat, das der SV Lindow-Gransee fürs finale Zweitliga-Match gegen DJK Delbrück entworfen hat: Korrekt ist die Aufschlagzeit von 19.30 Uhr, korrigierte Vereinschef Frank Seeger die falsche Zeit. Es wird auch wieder eine zusätzliche Spielunterbrechung geben. Nach dem zweiten Satz soll eine Zehn-Minuten-Pause für Promotion eingelegt werden.Rahmenprogramm: Traditionell begleitet der Vorstand den letzten Spieltag mit einer Party im Foyer und auch Auszeichnungen fürs Funktionsteam. Es ist demnach keineswegs Schluss nach dem dritten Satzgewinn.Sonderwertung: Nach jedem Spiel werden die Most Valuable Player beider Mannschaften mit einer Medaille ausgezeichnet. Am Saisonende wird der Spieler mit den meisten Goldmedaillen geehrt. Für Lindow-Gransee liegen Matti Binder (3), Felix Göbert (3), Ole Schwerin (4) und Martin Pomerenke (4) weit vorn. Der Titel ist allerdings bereits an den Bitterfelder Zuspieler Travis Hudson (7) oder Verfolger Moritz Behr aus Kiel (6) vergeben.⇥maha
