Volleyball: Balkanblut in der Bastion

Jubelszene: Robin Hafemann (links), Nikola Poluga (Mitte) und Björn Andrae spielten für den Erstligisten Netzhoppers Königs Wusterhausen. Hafemann hat nun eine Serie für Lindow-Gransee hinter sich, Poluga vor sich. Er wird Trainer beim Zweitligisten.
imago sportfotodienstDass Marks das Amt trotz des sportlichen Erfolgs niederlegte, begründete er im April mit beruflicher Karriere. Sein zurückhaltender und dennoch imposante Stil gefiel der Vereinsführung. Daher rückten zunächst solche Kandidaten in den Fokus, die beruhigend aufs Team wirken. Nur: Trainer sind rar, gute auf diesem Niveau kaum auf dem Markt, bezahlbare sind Goldstaub. Umso mehr freut sich die Führungscrew um Vereinschef Frank Seeger und Teammanager Dirk Schmidt, einen gefunden zu haben, den ähnliche Werte wie seine Vorgänger prägen, wenn da nicht die Explosivität wäre.
„Wir sind damit glänzend gefahren“, so Schmidt, „dass wir mit einem jungen Trainer arbeiten, einem hochmotivierten, der die semiprofessionelle Ebene als Einstieg nutzen kann und der aus der Region kommt.“ Der Berliner Marks hatte das Team nicht nur zu Silber gecoacht: Lindow-Gransee legte eine bestechende Serie hin, blieb in den Heimspielen ungeschlagen. Klar, dass seine Fußstapfen groß sind. Umso wichtiger sind neue Ansätze. Solche bringt Poluga mit: Er ist dabei, seine B-Lizenz mit dem A-Schein abzulösen. Er kommt von den Netzhoppers Königs Wusterhausen. Zuletzt arbeitete er beim Drittligisten BBSC II in Berlin-Köpenick (Frauen), schlug als Aktiver in seiner Karriere für den Erstligisten VC Gotha, TV Bühl sowie VSG Coburg auf. Als 2,02-Meter-Mann stand Poluga als Mittelblocker am Netz hoch. Für Serbien trug er als Juniorenspieler das Nationaltrikot. Unter Kulttrainer Mirko Culic spielte der Hüne vom Balkan fürs brandenburgische Erstliga-Team aus Bestensee.
„Mit seiner Zusage haben wir ein wesentliches Personalproblem gelöst“, nahm Schmidt kein Blatt vor den Mund. Zwei weitere Baustellen scheinen ebenso ad acta gelegt zu werden: Piotr Adamowicz soll den Angriff verstärken. Der 28-Jährige kommt auf eigenen Wunsch vom Liga-Kontrahenten SV Warnemünde. Schmidt süffisant: „Der hatte in den Punktspielen viel Spaß bereitet – nur auf der falschen Seite.“
Als Königstransfer dürfte sich die Verpflichtung von Ole Schwarmann erweisen. Der Youngster soll die Lücke auf Zuspiel stopfen. Diese war aufgebrochen, weil sowohl Ole Schwerin (Nummer 1) als auch Artur Weber (Nummer 2) im Frühjahr gingen. Schwarmann stößt vom VC Olympia aus Berlin zum SV Lindow-Gransee. Dem 20-Jährigen wird der Teppich ausgerollt, weil er konkurrenzlos auf der Position ist. Noch. „Wir sind mit Piotr und Ole zwar schon wieder konkurrenzfähig. Aber an zwei Personalien arbeiten wir noch.“ Ideal ist ein Kader von zweimal sechs Spieler. Nach den schmerzhaften Abschieden von fünf Akteuren plus Trainer steht ein Umbruch an. Dirk Schmidt: „Wir wollen das Niveau halten. Auf allen Ebenen“, also sportlich und auch mit der Mannschaft hinter der Mannschaft. Das sind Kampfrichter, Ballroller, Catering oder Hallensprecher. Markus Assemacher beispielsweise habe seine Zusage gegeben, die Moderation regelmäßig zu übernehmen. Er ist auch beim Handball-Erstligisten Füchse Berlin fürs Einpeitschen des Publikums verantwortlich. Insgesamt sei laut Dirk Schmidt das Feld bestellt, um in der Jubiläumssaison herausragenden Sport zu bieten. Am 14. September beginnt die zehnte Zweitliga-Serie des SV Lindow-Gransee in Kiel. Zwei Wochen später schlägt der neue Sechser gegen TuB Bocholt erstmals in seiner Bastion auf.
Der Spielplan fürSV Lindow-Gransee
14. September⇥Kiel (A)28. September⇥Bocholt (H)13. Oktober⇥Warnemünde (A)19. Oktober⇥Mondorf (H) 9. November⇥Baden (H)16. November⇥Braunschweig (A)23. November⇥Mitteldeutschland (H)24. November⇥VC Olympia (H) 1. Dezember⇥Schüttorf (A) 7. Dezember⇥Bitterfeld (H)14. Dezember⇥Moers (A)21. Dezember⇥Essen (A)11. Januar⇥Kiel (H)18. Januar⇥Bocholt (A)25. Januar⇥Warnemünde (H) 2. Februar⇥Baden (A) 8. Februar⇥Braunschweig (H)22. Februar⇥Mitteldeutschland (A)29. Februar⇥Schüttorf (H)14. März⇥VC Olympia (A)15. März⇥Bitterfeld (A)21. März⇥Moers (H) 4. April⇥Essen (H)18. April⇥Mondorf (A)
