Abgehängt
: Frustriertes Warten auf einen Telefonanschluss

Eine Oranienburger Familie ist seit 15 Monaten ohne Telefon- und Internetverbindung. Zuständig fühlt sich dafür offensichtlich niemand.
Von
Burkhard Keeve
Oranienburg
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Obwohl in der Nähe seines Grundstücks Leitungen verlegt werden, ist René Schönfeld aus Oranienburg immer noch ohne Telefonanschluss.

Burkhard Keeve

Nachwuchs stellt sich ein, die Wohnung wird zu eng, also wird gebaut. Mitte 2017 ist die Welt von Doreen Zeug und ihrem Lebenspartner René Schönfeld noch in Ordnung. Das Grundstück ist gefunden, im Juni rollen die ersten Bagger an. Schlau, wie das Paar mit seinen drei Kindern ist, haben sie schon drei Monate vor Baubeginn bei der Telekom ihre Anträge für einen Telefon- und Internetanschluss abgeschickt. Alles haben sie dokumentiert, auch die Bestätigung für den Antrag und schließlich die aufschlussreiche, aber frustrierende Korrespondenz, die dann folgen sollte. Bis heute haben die Oranienburger weder Festnetzanschluss noch Internet.

Es bleibt unklar, wer das verbaselt hat. Bis heute wird das Problem hin- und hergeschoben. Doch der Reihe nach.

„Im Januar 2018 sind wir eingezogen“, sagt René Schönfeld. Sie fühlen sich wohl in ihrem Neubau Am Kanal 26, unweit der Dekra. „Blöd ist nur, dass mein Sohn, der in die zehnte Klasse geht, immer zur Oma fahren muss, wenn er für die Schule etwas im Internet recherchieren muss“, so Schönfeld. Regelmäßig  wird beim Telekom-Service nachgehakt. „Wir werden immer wieder vertröstet, aber nichts bewegt sich. Ich weiß gar nicht, was wir noch machen sollen.“ Mal habe es die Telekom auf eine „Kampfmittelfreigabe“ geschoben. Mittlerweile heißt es, nach immerhin 15 Monaten, dass „wir am 11. April Internet haben“, sagt Schönfeld. Magenta Zuhause – dran glauben tut er nicht.

Auf Nachfrage unserer Zeitung reagiert die Telekom relativ schnell. Doch die Antwort lässt einiges zu wünschen übrig und ist wenig konkret: „Wir bedauern, dass wir die Bauarbeiten zur Herstellung des Telefon- und Internetanschlusses für Familie Zeug bislang nicht zum Abschluss bringen konnten. Derzeit dürfen wir die Arbeiten aufgrund einer polizeilichen Anordnung nicht fortsetzen, weil in der geplanten Trassenlage bereits eine Wasser- und eine Abwasserleitung liegen. Eine abschließende Klärung, ob und wie die Trassenführung geändert werden soll, ist bislang nicht erfolgt“, teilt Katja Werz von der Telekom mit.

Polizeiliche Anordnung? Die Polizeidirektion Nord winkt ab. „Wir haben damit nichts zu tun.“

Geplante Trassenlage? Vielleicht eine baupolizeiliche Angelegenheit? Der Landkreis sieht sich nicht in der Zuständigkeit und verweist zurecht an die Stadt Oranienburg.

Die angesprochenen Oranienburger Stadtwerke zeigen sich sehr überrascht von den Aussagen der Telekom über die Wasser- und Abwasserleitungen. „Ich sehe da keinen Zusammenhang“, sagt Stadtwerke-Sprecher Peter Schrameyer. „Wir verweigern grundsätzlich nie eine Kabelverlegung in unseren Schächten. Wir blockieren also gar nichts.“ Schrameyer kann sich die Schlussfolgerungen der Telekom nicht erklären. Die gesammelten Antworten teilte unsere Zeitung wiederum Katja Werz von der Telekom mit. Sie verspricht umgehend, den Sachverhalt zu klären – und zwar zügig. Wir bleiben dran!

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel