Angeln in Birkenwerder: Kapitale Karpfen und seltene Fische im Boddensee

Zander fühlen sich im Boddensee in Birkenwerder wohl. Dieser Raubfisch, den Fischermeister Sander Fuhrmann zeigt, wurde vor gut zwei Jahren mit weiteren Artgenossen ausgesetzt, um den Weißfischbestand zu dezimieren und um für Nachwuchs zu sorgen.
Jürgen Liebezeit- 20 Fischarten sind im Boddensee dokumentiert.
- Ein riesiger Karpfenkopf wurde unter der Terrasse des Restaurants entdeckt.
- Zander wurden ausgesetzt, um den Weißfischbestand zu reduzieren.
- Der See ist bei Anglern und Naturfreunden beliebt.
- Angelkarten kosten 15 Euro pro Tag oder 99 Euro pro Jahr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Boddensee in Birkenwerder gilt als eines der artenreichsten Angel-Gewässer im Brandenburger Speckgürtel von Berlin. Inzwischen sind bereits 20 verschiedene Fischarten nachgewiesen.
Immer wieder werden kapitale Brocken und prächtige Raritäten an Land gezogen. Eigentümer Henrik Lehmann und Fischer Ralf Behnke erklären, warum der See in jüngster Zeit bei Anglern immer beliebter wird.
Als vor wenigen Wochen mit der Sanierung der Außenterrasse am Gasthaus Boddensee begonnen wurde, gab es eine ungewöhnliche Entdeckung. See-Besitzer Lehmann fischte aus der trockenen Unterkonstruktion die Reste eines riesigen, abgenagten Fischkopfes heraus. Der mumifizierte Fund gehörte zu einem kapitalen Karpfen, wie Lehmann und Pächter Behnke schnell herausfanden. „Das muss ein Monsterfisch gewesen sein“, sagt Lehmann, der selber einen Fischer-Lehrgang absolviert hat. Vermutlich hat das Tier schon zu DDR-Zeiten im Boddensee gelebt.

Rest vom Monsterfisch: Diesen abgenagten Karpfenkopf entdeckte Henrik Lehmann in der Unterkonstruktion der Terrasse vom Restaurant Boddensee.
Henrik LehmannWie aber der spektakuläre Kopf unter die Terrasse kam, ist unklar. Zuerst dachte Lehmann an einen Biber, der regelmäßig durch den Boddensee schwimmt. Doch der Nager, der mehrere Reviere in der nahen Briese besetzt, ist Pflanzenfresser. Möglicherweise hat ein Waschbär sich an einem Fischkadaver bedient.
Boddensee in Birkenwerder ein Paradies für Naturfreunde
Auch der Fischotter kommt dafür infrage. „Das Rätsel vom Gruselfund werden wir wohl nicht endgültig klären“, so Lehmann, der in jüngster Zeit ein verstärktes Interesse von Anglern, aber auch von Spaziergängern registriert.

Idylle am Ufer: Bernd Nanzig aus Hohen Neuendorf angelt regelmäßig im Boddensee. Er zog schon dicke Hechte und fette Aale aus dem Gewässer.
Jürgen LiebezeitDer Fischkopf ist aber ein weiterer Beleg dafür, dass sich in dem fünf Hektar großen See viele kapitale Fische befinden. Vor allem Hechte und Karpfen bringen einige Kilogramm auf die Waage. Erst an den Osterfeiertagen hing ein 16-Kilo-Karpfen am Haken. Der See ist auch für seine großen Aale bekannt. Vor zwei Jahren wurden zudem mehrere alte Zander eingesetzt. Sie sollen vor allem den Bestand an Weißfischen dezimieren.

Fischer mit Fisch: Ralf Behnke (l.) und Henrik Lehmann haben kürzlich 20 Schleien in den Boddensee eingesetzt. Die Edelfische waren jeweils etwa ein Kilogramm schwer.
Frank LagrangeDas hat offenbar funktioniert, denn kürzlich sind vom Fischer Behnke einige ausgewachsene Schleien eingesetzt worden. Die seltenen Edelfische sollen sich im See vermehren und für Nachwuchs sorgen.
Diese Fischarten schwimmen im Boddensee
See-Besitzer Henrik Lehmann hat folgende Fischarten für seinen Boddensee dokumentiert: Aal, Aland, Bachforelle, Barsch, Brasse, Döbel, Graskarpfen, Güster, Hecht, Karausche, Karpfen, Kaulbarsch, Koi, Moderlieschen, Plötze, Rotfeder, Schleie, Ukelei, Wels und Zander.
Vermutlich leben noch weitere Arten im Boddensee, zum Beispiel die Schwarzmundgrundel (auch Schwarzmeergrundel genannt). Diesen invasiven Fisch hat Lehmann in seinem See aber noch nicht gesehen.
Insgesamt sind nun 20 verschiedene Fischarten im Boddensee nachgewiesen worden. Ostern ist ein Aland gefangen worden. Lehmann führt das auf die gute Wasserqualität zurück. Über die Briese fließe ständig frisches und nährstoffreiches Wasser in den See, in dem sich nicht nur Fische, sondern auch andere Tiere wohlfühlen.
Seltener Fisch lässt sich vom Restaurant aus beobachten
Bei einem gut einen Kilometer langen Spaziergang um den See könnten mit etwas Glück sogar Eisvögel beim Jagen oder eine in der Sonne dösende Schildkröte entdeckt werden. „Das ist ein absolutes Naturparadies“, wirbt der Mühlenbecker Lehmann für einen Besuch.
Zu einigem Ruhm ist auch eine Rarität im Boddensee gekommen. In dem Gewässer lebt seit Jahren mindestens ein Koi. „Ein roter Koi ist immer wieder von der Restaurant-Terrasse aus zu sehen“, schwärmt Lehmann von dem Exoten. Ob es der Fisch ist, den Bianka Erbe vor einigen Jahren am Haken hatte, ist unklar. Die setzte damals die rot-orangefarbenen Seltenheit, die etwa 30 Zentimeter lang war, wieder in den See.
Angelkarten für den Boddensee
Angelkarten für den Boddensee können im Restaurant oder online beim Pächter Ralf Behnke gekauft werden. Eine Tageskarte kostet 15 Euro, die Jahreskarte 99 Euro.

