Wie weiter mit dem Borgsdorfer Börnersee? Die Hohen Neuendorfer Verwaltung will jetzt Varianten erarbeiten, ob und in welchem Umfang die Gefahrenstellen in dem kleinen Gewässer beseitigt werden können. Sobald die Möglichkeiten mit Kostenschätzungen vorliegen, sollen die Kommunalpolitiker entscheiden.
Ziel ist es, den See im kommenden Jahr zumindest wieder teilweise zu öffnen. Dieser musste, wie berichtet, Mitte August für den Badebetrieb gesperrt worden, nachdem dort Gefahrenstellen aufgefallen waren. (Damaliger Text)

Stadt hat Sicherungspflicht

Im Hauptausschuss erläuterte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) am Dienstagabend noch einmal, dass die Stadt ihrer Sicherungspflicht nachkommen müsse und nicht über die Gefahren hinwegsehen könne, selbst wenn diese schon jahrzehntelang bestanden hätten. Im Internet hatte es viele Kommentare von Nutzern gegeben, denen die Sperrung des Geländes mit einem Zaun unverständlich ist und die forderten, das Ufer wieder freizugeben, weil der vermüllte Zustand des Kiessees nicht neu sei.

Ein zweiter Bauabschnitt keine Mittel

Vor einigen Jahren war das Umfeld des Börnersees mit Wegen und Spielplatz gestaltet worden. Für einen zweiten Bauabschnitt sind noch Mittel im Haushalt vorgesehen. Die geschaffene Infrastruktur verpflichte nun auch an der Badestelle, so Apelt, zudem erwachse ein Haftungsrisiko für die Stadt und den Bürgermeister daraus.
„Vorher war da Baden auf eigene Gefahr. Das geht nun nicht mehr“, sagte er. „Bitte versuchen Sie auch, es zu erklären, wenn Sie darauf angesprochen werden“, appellierte der Bürgermeister an die Stadtverordneten. „Niemand kann doch ernsthaft der Meinung sein, dass Baden vor Lebensrettung gehe.“

Laster befuhren den heutigen Grund

In dem See liegen die Überreste der alten Kiesförderanlage. Auf seinem heutigen Grund fuhren vor Jahrzehnten die Laster. Links und rechts von einer Art Zunge, auf der früher die Lkw fuhren, fällt das Gewässer nun steil ab. Da der Wasserpegel gesunken ist, laufen Badegäste jetzt umso mehr Gefahr, mit Schrott und Eisenteilen im Wasser in Berührung zu kommen, was sie wegen geringer Sichttiefe nicht einmal vorher sehen können.
Der Wasserstand sinke kontinuierlich, sagte Oliver Jirka (Bündnis 90/Die Grünen). Er wollte wissen, welche Überlebenschancen das Gewässer überhaupt hat. „Wenn man die Eisenteile aus dem Wasser holt für 20.000 Euro, hätte man vielleicht ein paar Jahre Zeit? Könnte man ein hydrologisches Gutachten machen, um das mal zu prüfen?“, so seine Idee.

Früher war er bis zu 13 Meter tief

„Wir haben uns auch gefragt, womit das zusammenhängt“, erwiderte Steffen Apelt. Grund für das wenige Wasser sei vermutlich der nahe Autobahnausbau. „Da wird in Größenordnungen Grundwasser abgesenkt. Der Börnersee speist sich aber aus Grundwasser.“ Früher sei der See 12 bis 13 Meter tief gewesen, jetzt seien es ein bis zwei Meter weniger. Er nehme aber nicht an, dass das Wasser dauerhaft wegbleibe, so Apelt.
Aber die Gefahren blieben zunächst trotzdem. „Ein abgesägter Baustumpf wurde immer als Sprungbrett ins Wasser genutzt. Den haben wir jetzt herausgezogen“, beschrieb Apelt die Situation. Der Weg um den See herum solle erhalten bleiben. „Ein Ponton und eine Schwimmstegfläche wären unter den gegebenen Umständen auf gar keinen Fall möglich“, sagte der Stadtchef mit Bezug auf den zweiten Bauabschnitt, in dessen Rahmen bisher geplant war, eine Auftrittsfläche für Angler zu schaffen. Das Geld dafür sei im Haushalt zurückgestellt worden.

Grundwasser durch Autobahnbau abgesenkt

„So wie es ist, kann man dort nicht mehr baden“, erklärte die Stadtverordnete Dr. Sylvia Scholz (Linke). „Wir werden ja unseres Lebens nicht mehr froh, wenn da einer einen Köpper macht und sich verletzt.“ Es sei vordringlich, den See auszubaggern und den Schrott herauszuholen. „Absolut richtig“, stimmte Apelt zu. Er sagte zu, den Variantenvergleich so bald wie möglich vorzulegen, damit zur nächsten Saison vielleicht schon wieder gebadet werden dürfe.