Seit dem 26. Oktober vergangenen Jahres gibt es in der Kita keine Spielsachen mehr. Dieses Vorhaben wurde zuvor mit den Eltern und den Kindern besprochen. "Die Kinder waren sofort begeistert. Von den Eltern kam nur die Sorge, was passiert, wenn es zu kalt ist, um nach draußen zu gehen", erklärt Kitaleiterin Ines Nowak. Diese Sorgen bestätigten sich allerdings nicht, so Nowak. Nachdem mit den Beteiligten alles abgesprochen war, erklärten die Erzieher den Kindern, dass die Spielsagen "in den Urlaub" fahren seien. Von zu Hause dürfen auch keine Spielsachen mitgebracht werden.
Bereits 2013 gab es das Projekt in der Kita. "Damals war es schwieriger, weil von den Eltern mehr Gegenwind kam. Die meisten hatten Angst, dass die Kinder sich langweilen", erzählt die 57-Jährige Leiterin.
Das ist aber nicht passiert, auch nicht in der zweiten Phase. Einige Kinder basteln Hexenhäuser, andere bauen sich Burgen aus Plastikbechern oder Höhlen mit Decken. Oder sie spielen an der frischen Luft mit dem, was ihnen die Natur bietet. "Wir haben auch eine Theatergruppe, wo sich die Kinder kreativ austoben können und bieten Bewegungsspiele an", berichtet Nowak.
Leitspruch der Aktion ist "Ich bin. Nicht ich habe", erklärt die Kitaleiterin. Durch das fehlende Spielzeug sollen die Kinder  mehr miteinander spielen, was auch der Fall ist, wie Nowak bestätigt. "Dadurch interagieren sie mehr untereinander. Eher schüchterne Charaktere bekommen so mehr Selbstbewusstsein", findet sie. Wünsche, dass das geliebte Spielzeug zurückkehrt, gibt es selten. "Bei den unter Dreijährigen macht sich das gar nicht bemerkbar. Die Größeren wünschen sich eigentlich nur das Lego zurück", erzählt Nowak.
Ab nächster Woche können sich die Kinder schon wieder auf das erste Spielzeug freuen. "Dann kommen die Sachen nach und nach aus dem Urlaub zurück", erklärt sie.
Das Projekt will die Kita künftig jährlich wiederholen. "2013 fanden wir es schon gut. Allerdings haben wir es damals einfach zu lang aufgeschoben", erzählt Nowak. Das soll ich nun ändern.