Bombe in Oranienburg
: Blindgänger in Lehnitz – so sieht der Zeitplan aus

UPDATE (15. Dezember) In Oranienburg wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Es gibt nun neue Informationen.
Von
Marco Winkler,
Stefan Zwahr
Oranienburg
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In Lehnitz, einem Ortsteil von Oranienburg, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bombe gefunden. Das ist bisher bekannt.

Stadt Oranienburg

Rund 250 Blindgänger werden noch im Boden von Oranienburg vermutet. Offiziell gelten erst 13 Prozent der Gesamtfläche der Stadt (inklusive Ortsteilen) als kampfmittelfrei. Jetzt wurde erneut ein metallischer Gegenstand gefunden, bei dem sich laut Stadt und Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) „mit großer Wahrscheinlichkeit“ um eine Bombe handelt. Am Freitag (15. Dezember) gab es von der Stadt neue Informationen.

Im Inselweg im Ortsteil Lehnitz wurde im November eine Messanomalie festgestellt, hieß es. Diese wurde in den vergangenen Wochen näher untersucht. Die Anomalie, bei der es sich höchstwahrscheinlich um einen Blindgänger handelt, liegt auf einem Privatgrundstück.

Oranienburg – Sperrkreis eingerichtet, Anwohner evakuiert

Die Stadtverwaltung sprach am 15. November von einer Gefahrenlage. Ein Sperrkreis mit einem Radius von 100 Meter rund um den Fundort wurde eingerichtet. „37 Personen müssen evakuiert werden, für alle stellt die Stadt Unterkünfte zur Verfügung“, teilte Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer mit. Zwei Tage später konnte sie verkünden: „Die Anwohner können wieder zurückkehren.“

Grund: Die Einrichtung einer Splitterschutzwand aus Containern wurde abgeschlossen. „Die beauftragte Firma wird die Arbeiten voraussichtlich auch in den Nachtstunden durchführen, Hintergrund ist die erschwerte Aufstellung der rund 50 Container„, hatte Fehlauer angekündigt – mit dem Hinweis, dass der nötige Sperrkreis verkleinert werden könne, sobald die Überseecontainer stehen.

Ebenfalls im Sperrkreis war der Oder-Havel-Kanal, was zu Unterbrechungen im Schiffsverkehr sorgte. Nun wurde auch der Oder-Havel-Kanal wieder freigegeben.

Der Zeitplan für die Bomben-Freilegung

„Ich danke alle Anwohnerinnen und Anwohnern, dass sie die Arbeiten so kooperativ unterstützt haben“, wird Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) in der Stadtmitteilung zitiert. „Ich bin mir dessen bewusst, dass es schwer mitanzusehen ist, wenn der jahrelang gehegte und gepflegte Garten förmlich umgepflügt wird. Umso dankbarer bin ich, denn nur so kann ein reibungsloser Ablauf gewährt werden.“

Die Stadt Oranienburg und der KMBD haben sich mittlerweile auf einen Zeitplan zur Freilegung der Bombe. Danach wird die Bombe am Dienstag, 12. März 2024, soweit freigelegt sein, dass nähere Aussagen über den Zustand und die Bezünderung möglich sind. Das teilte Eike-Kristin Fehlauer am 15. Dezember mit. „Sollte die Bombe noch über einen intakten Zünder verfügen, würde die Entschärfung am Folgetag, 13. März, erfolgen.“ Nähere Informationen zur Entschärfung der Bombe sowie zum dann geltenden Sperrkreis und den Anlaufstellen werde die Stadtverwaltung rechtzeitig bekannt geben.

Was in den kommenden Wochen passiert

Die schon angelaufenen Vorbereitungen für die Freilegung der Bombe sind nach Aussage der Stadtverwaltung sehr umfangreich und aufwendig. Aktuell wird die Baustraße angelegt, um die nötigen Maschinen und Arbeitsgeräte zum Fundort der Bombe transportieren zu können. „Bis Weihnachten sollten die Arbeiten abgeschlossen sein“, so Jan Fielitz, Leiter des Amtes für Brandschutz in der Oranienburger Stadtverwaltung, wo das Sachgebiet Kampfmittel angesiedelt ist.

Ab Januar wird die Stromversorgung für die Räumstelle installiert, zugleich beginnt die beauftragte Kampfmittelräumfirma mit der Errichtung des Spundwandkastens rund um den Fundort der Bombe. „Er muss zehn Meter tief in die Erde gepresst werden“, erklärt Jan Fielitz. Gleichzeitig starten die Vorbereitungen der Grundwasserabsenkung. „Das Grundwasser muss vor Ort auf rund sieben Meter abgesenkt werden, damit die Männer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Bombe bergen können.“ Das erforderliche Wasserhaltekonzept liegt bereits vor.

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