Bombe in Oranienburg: Nächste Bombenentschärfung – 5700 Menschen und Bahn-Verkehr betroffen

In Oranienburg wurde erneut eine Bombe gefunden. Der Termin für die mögliche Entschärfung steht. 5700 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.
Stadt OranienburgIn Oranienburg wurde mit großer Wahrscheinlichkeit erneut eine Weltkriegsbombe gefunden. Wie die Stadt am Freitag (16. Juni) mitteilte, steht jetzt schon der Termin für eine mögliche Entschärfung fest – samt Sperrkreis. 5700 Menschen, Pflegeeinrichtungen und der Bahn-Verkehr wären betroffen.
Der metallische Gegenstand wurde mithilfe des UltraTEM-Verfahrens auf einem städtischen Grundstück im Pankeweg gefunden. Durch das elektromagnetische Feld können zuverlässige Aussagen über die Form des gefundenen Gegenstandes geliefert werden. Schon Ende März mussten deshalb kurzfristig 33 Menschen für eine Weile ihre Häuser verlassen. „Die Vorbereitungen für die Freilegung und mögliche Entschärfung laufen auch Hochtouren“, teilt Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer mit. Verlaufen die Vorbereitungen nach Plan, wird der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutlich am Mittwoch, 23. August, entschärft.
Freilegung der Bombe ist aufwendig
Tags zuvor wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) des Landes mitteilen, um welche Art von Bombe es sich genau handelt und vor allem in welchem Zustand sie sich befindet. „Der Aufwand, um die Bombe freilegen zu können, ist erheblich“, so Fehlauer. Mehrere Versorgungsleitungen mussten umverlegt werden. Zudem musste eine Baustraße angelegt und die Baustelle als solche inklusive der Stromversorgung eingerichtet werden. „Auch die Grundwasserabsenkung stellt eine enorme Herausforderung dar, denn in der Nähe verläuft der Oder-Havel-Kanal.“
So sind unter anderem ein entsprechendes Wasserhaltekonzept zu erarbeiten und die nötigen Genehmigungen für die Grundwasserabsenkung einzuholen. Die Bombe liegt in einer Tiefe von acht Metern. Direkt am Fundort werden momentan die Spundbohlen verlängert. „Diese sind nötig, um eine trockene Bergegrube herrichten zu können.“ Voraussichtlich Ende Juni wird der komplette Spundwandkasten fertig sein.
Wenn es zur Entschärfung kommt, gilt am 23. August ab 8 Uhr ein Sperrkreis rund um den Fundort. Betroffen sind 5704 Menschen, die ihre Häuser verlassen müssen. Ein kleiner Teil des Sperrkreises liegt in Hohen Neuendorf. Im Bahn- und Busverkehr wird es zu Einschränkungen kommen. Der S-Bahnhof Lehnitz liegt direkt im Sperrkreis. Die Strecke wird dann stillgelegt.
Ebenfalls mitten im Sperrkreis und damit von einer Evakuierung betroffen: Pflegeeinrichtungen und eine Kita. „Über Schienenersatzverkehr und Anlaufstellen für Oranienburger, die während der Entschärfung nicht anderweitig unterkommen können, wird die Stadt rechtzeitig informieren“, sagt Eike-Kristin Fehlauer.
Im Pankeweg wird es trotz des Bombenfundes aktuell zu keiner kurzfristigen Evakuierung der Anwohnerinnen und Anwohner kommen. In Absprache mit dem KMBD wurde eine gewaltige Splitterschutzwand – bestehend auf insgesamt 58 Überseecontainern – aufgebaut. „Dadurch können die rund 30 in unmittelbarer Nähe lebenden Menschen derzeit in ihren Wohnungen bleiben“, sagt Stadtsprecherin Fehlauer.
In Oranienburgs Boden werden noch rund 250 Blindgänger vermutet. Die Suche und Bergung wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Offiziell gelten erst 13 Prozent der Gesamtfläche der Stadt (inklusive der Ortsteile) als kampfmittelfrei. Landtagsabgeordnete hatten jüngst zahlreiche Vorschläge gemacht, wie die Suche verbessert werden kann.
