Bombe in Oranienburg: Neuer Blindgänger bestätigt – das ist bislang bekannt

Was für die Menschen in Oranienburg fast schon zum Alltag gehört, ist immer wieder eine extrem gefährliche Angelegenheit. Jetzt wurde in der Kreisstadt von Oberhavel erneut ein Blindgänger entdeckt. Die Folgen sind weitereichend. (Symbolbild)
Uwe Zucchi/dpa- Neuer Bomben-Blindgänger in Oranienburg entdeckt – Sperrkreis von 100 Metern eingerichtet.
- Fundort „Biberinsel“: Acht Anwohner evakuiert, vier vorübergehend in Hotels untergebracht.
- Splitterschutzwände sollen Sperrbereich verkleinern, Rückkehr der Bewohner bis Mittwoch geplant.
- Bombenfund stammt aus dem Zweiten Weltkrieg – bis zu 250 unentdeckte Bomben im Boden vermutet.
- Letzte Bombenneutralisierung in Oranienburg war im März 2025 – über 230 Blindgänger seit der Wende.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 20.000 Bomben auf Oranienburg abgeworfen. Die Stadt zählt zu den am meisten bombardierten deutschen Kleinstädten. Nicht alle Bomben sind damals detoniert. Deshalb wird systematisch nach Blindgänger im Untergrund von Oranienburg gesucht – jetzt wieder mit „Erfolg“.
Im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche wurde im Bereich der „Biberinsel“ im Ortsteil Sachsenhausen eine Messanomalie festgestellt, die sich nach näherer Untersuchung jetzt als Bomben-Blindgänger bestätigt hat. Das teilte Stadtsprecherin Juliane Weser mit.
Erste Einwohner in Oranienburg wurden bereits evakuiert
Daher trat am Montagmorgen (14. Juli 2025) um 8 Uhr ein 100-Meter-Sperrkreis rund um den Fundort in Kraft. Die „Biberinsel“ ist eine kleine, vegetationslose Fläche zwischen Havel und ehemaliger Biberfarm, die sich im Eigentum der Landesforstverwaltung befindet.
Im Bereich um die Fundstelle mussten nach Angaben der Stadtsprecherin acht Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert werden. Vier Personen hat die Stadtverwaltung vorübergehend in einem Hotel untergebracht.
„Es sollen nun Splitterschutzwände vor Ort errichtet werden, um den Sperrbereich so klein wie möglich zu halten. Geplant ist, dass dadurch bereits am Mittwoch alle Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können und auch der Weg zur Biberfarm wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden kann“, informierte Juliane Weser über die nächsten Schritte der Stadtverwaltung und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD).
Blindgänger in Oranienburg soll freigelegt werden
Derzeit wird mit allen Beteiligten beraten, wie und wann der Blindgänger freigelegt werden kann, um den brisanten Fund genauer beurteilen zu können.
Zu zweiten bekannten Anomalie in der Mainzer Straße gibt es laut Stadtverwaltung noch keine neuen Erkenntnisse.
Die letzte Bombenneutralisierung erlebte Oranienburg am 20. März 2025. Eine 50-Kilogramm-Bombe, die auf dem Gelände der Kiesgrube im Ortsteil Germendorf gefunden wurde, musste gesprengt werden. Es war der 234. Blindgänger seit der Wende – und ein eher kleiner, unspektakulärer Fund für Oranienburger Verhältnisse.
Die jüngste große Bombenentschärfung mit Sperrkreis und evakuierten Häusern ereignete sich am 13. März 2024. Eine 500 Kilogramm schwere Bombe amerikanischer Bauart wurde damals entschärft. 4300 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, Kitas und Schulen wurden evakuiert, der Bahnverkehr kam zum Erliegen.
Oranienburg: Weitere Bomben im Untergrund vermutet
Im Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 20.000 Bomben auf Oranienburg abgeworfen. Die Stadt zählt zu den am meisten bombardierten deutschen Kleinstädten. Ziel waren vor allem die chemische Industrie und Rüstungsbetriebe.
Besonders gefährlich sind die Bomben mit chemischen Langzeitzündern, die verzögert detonieren sollten, aber beim Einschlag im märkischen Sand nicht „funktionierten“. Bis heute sind sie scharf und können spontan detonieren. Experten gehen von 200 bis 250 Bomben aus, die noch in Oranienburgs Boden schlummern.
Aktuell wird in Oranienburg an weiteren Stellen nach Kampfmitteln gesucht. Betroffen ist ein größerer Bereich zwischen André-Pican-Straße, Havel und Lehnitzsee. An der Räumstelle gilt ein Betretungsverbot.



