Bombe in Oranienburg: Sprengung erfolgreich, doch es gab Probleme

Der Fundort der Bombe in Oranienburg: Direkt hinter Lehnitz an der L211, nur drei Meter von der Straße entfernt, musste der Blindgänger gesprengt werden.
Stadt Oranienburg/Felix Bugiel- In Oranienburg wurde an der L211 ein 250-Kilo-Blindgänger entdeckt und gesprengt.
- Der Sperrkreis umfasste Schule, Unterkunft für Geflüchtete und TÜV-Gelände – 860 Evakuierte.
- Probleme verzögerten den Start: Personen im Sperrkreis, Luftraum erst später gesperrt.
- Chemischer Langzeitzünder machte eine Entschärfung unmöglich, Fernzündung erfolgte gegen 15 Uhr.
- L211 wird begutachtet, ob Schäden entstanden sind. In Lehnitz wird ein weiterer Fund freigelegt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für die 300 Schülerinnen und Schüler der Frieda-Glücksmann-Oberschule in Lehnitz war es wohl ein guter Tag: Sie hatten schulfrei. Die Schule lag mitten im Sperrkreis für die Bombenentschärfung.
Kurz hinter dem Ortsausgang Richtung Summt wurde drei Meter neben der Fahrbahn (L211) eine 250 Kilogramm schwere Bombe gefunden. Seit Mittwoch, 9. Juni, war die Straße gesperrt.
Normalerweise ist der Zeitraum zwischen „Bombe finden“ und „Bombe entschärfen“ nicht so kurz. In diesem Fall lag die Bombe jedoch an der Oberfläche, eine aufwendige Grundwasserabsenkung war nicht notwendig.
Bombe in Oranienburg: Problem mit Personen im Sperrkreis
Im Sperrkreis lagen nicht nur die Oberschule, sondern auch die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete, das TÜV-Gelände und einige Gewerbetreibende. 860 Menschen mussten evakuiert werden.
Bevor das siebenköpfige Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) an die Bombe mit „erheblichen Verkrustungen“ gelangen konnte, gab es jedoch ein Problem: „Es werden derzeit noch etliche Personen im Sperrkreis angetroffen“, teilte die Stadt anderthalb Stunden, nachdem der Sperrkreis eingerichtet war, mit.
Erst eine halbe Stunde später konnte der Sperrbereich freigegeben und der Luftraum gesperrt werden. Der KMBD war mit einer erneuten Herausforderung konfrontiert, als die Bombe komplett freigelegt wurde. Die bange Frage: Entschärfung oder Sprengung?
Um 11.30 Uhr folgte die Antwort: Sprengung. „Die Bombe verfügt über einen chemischen Langzeitzünder“, erklärte Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer. „Deshalb muss die Bombe gesprengt werden, sie kann nicht wie geplant entschärft werden.“ Die Vorbereitungen zogen sich. „Das Umfeld rund um die Fundstelle muss hergerichtet werden, die Sprengladung ist anzubringen und die Fernzündung muss technisch eingerichtet werden“, so Fehlauer.
Gegen 14.30 Uhr waren die Vorbereitungen abgeschlossen, eine halbe Stunde später dann der entscheidende Moment: Per Fernzünder wurde die Bombe gesprengt. Ein lauter Knall war zu hören. Oranienburg ist um einen Blindgänger – im Boden schlummern noch rund 250 – ärmer. Es war die 237. Bombe, die seit der Wende unschädlich gemacht wurde.
Landesstraße L211 könnte noch gesperrt bleiben
Der Sperrkreis wurde per Sirene gegen 15.30 Uhr freigegeben. Der Mühlebecker Weg (L211) blieb gesperrt. „Um sicherzugehen, dass die Sprengung keine Schäden an der nah gelegenen Fahrbahn verursacht hat und sicher befahrbar ist, muss sie noch begutachtet werden“, so Fehlauer. Nach der Begutachtung durch den Landesbetrieb Straßenwesen war klar: Die Sperrung kann im Verlauf des Nachmittags, gegen 16.45 Uhr, aufgehoben werden.
Für die Bombensprengung waren insgesamt 30 Einsatzkräfte vor Ort – von der Oranienburger Stadtverwaltung, der Feuerwehr, der Polizei und einem Wachschutz. 23 Sperrposten positionierten sich entlang des Sperrkreises.
„Mein besonderer Dank gilt dem Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, das diese anspruchsvolle Aufgabe mit großer Erfahrung und Sorgfalt durchgeführt haben“, so Oranienburgs Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD) nach der Sprengung. „Ebenso danke ich den Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, der Feuerwehr sowie allen beteiligten Behörden und Einsatzkräften für die reibungslose Zusammenarbeit.“

Nach der Sprengung der Bombe: Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD) mit dem Team vom KMBD neben dem Krater.
Stadt Oranienburg/Stefanie HoffmannUnd weiter: „Ein herzliches Dankeschön gilt auch den Bürgerinnen und Bürgern, die die notwendigen Einschränkungen verständnisvoll mitgetragen haben. Dieses besonnene Verhalten hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Entschärfung sicher und erfolgreich durchgeführt werden konnte. Als Stadt, die bis heute in besonderem Maße mit den Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs konfrontiert ist, wissen wir, dass solche Einsätze nur gemeinsam gelingen.“
In Lehnitz selbst laufen derweil die Arbeiten an einem weiteren Bombenfund weiter. In der Straße Bachstelzenwiese – mitten im Wohngebiet – wurde eine Bombe gefunden. Die anfangs evakuierten Anwohner sind inzwischen wieder in ihren Häusern. Die Bombe wird freigelegt. Wann eine Entschärfung oder Sprengung erfolgt, steht bisher nicht fest.


