Die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung in Bergfelde laufen auf Hochtouren. Im Mittelpunkt stehen weiterhin vier Jugendliche, die abends am 28. Dezember 2022 mit Pyrotechnik ein Feuer im Bereich des Unterstandes für die Einkaufswagen entfacht haben sollen.
Sie wurden von mehreren Zeugen beobachtet, wie sie vor dem Discounter mit Feuerwerkskörpern hantiert haben.

Jugendliche sagen (noch) nichts

Vier Jugendlichen haben sich kurz nach dem Suchaufruf der Ermittler in Begleitung der Eltern bei der Polizei gemeldet. Details zu den Jugendlichen wie Alter, Geschlecht und Wohnort nannten weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei.
Aus der Drohnenperspektive ist das Ausmaß der Brandkatastrophe deutlich zu erkennen. Relativ gut überstanden hat den Brand die Hoffmann-Filiale. Eine Brandmauer schützte den Gebäudebereich.
Aus der Drohnenperspektive ist das Ausmaß der Brandkatastrophe deutlich zu erkennen. Relativ gut überstanden hat den Brand die Hoffmann-Filiale. Eine Brandmauer schützte den Gebäudebereich.
© Foto: P. Neumann
Die Jugendlichen selber haben sich nicht zum Tatvorwurf geäußert. „Jeder Jugendliche muss einen Pflichtverteidiger gestellt bekommen“, erläutert Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer auf Nachfrage. Und das kann dauern. Denn bevor die Jugendlichen vernommen werden können, müssen die Anwälte die Möglichkeit bekommen, die Akten einzusehen. „Dann werden sich die Anwälte sicherlich inhaltlich abstimmen“, mutmaßt Pelzer. Er geht davon aus, dass das Verfahren sich noch längere Zeit hinziehen wird, bevor die Jugendlichen befragt werden können.

Gesuchte Frau meldete sich

Inzwischen gefunden wurde auch eine Zeugin, die die Polizei gezielt gesucht hatte. Es handelte sich um eine Frau, die zur relevanten Zeit von der gegenüberliegenden Straßenseite des Marktes in Bergfelde das mögliche Tatgeschehen beobachtet und währenddessen telefoniert hat. Angaben zu den Aussagen der Frau wurden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht gemacht.
Unterdessen sucht die Polizei weitere Zeugen, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in der Nähe aufgehalten haben. Konkret geht es zum einen um den Fahrer eines BWM X1 aus Oberhavel, der Leergut zu Getränke Hoffmann brachte. Der Mann hatte eine Arbeitshose an und soll dunkle Haare und einen Schnurrbart haben.
Nach dem Brand bei Norma wird die Fläche aktuell geräumt. Gesucht werden immer noch Zeugen, die Hinweise zu möglichen Brandstiftern geben können.
Nach dem Brand bei Norma wird die Fläche aktuell geräumt. Gesucht werden immer noch Zeugen, die Hinweise zu möglichen Brandstiftern geben können.
© Foto: Jürgen Liebezeit
Zum anderen werden zwei Frauen gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Es könnte sich um Mutter und Tochter handeln. Die ältere Frau hat laut Polizei schulterlange, wellige bis lockige braune Haare. Sie trug eine Brille und einen langen schwarzen Mantel. Die Jüngere trug blonde, zu einem Knoten gebundene Haare. Sie war mit einer blauen Daunen-Steppjacke, einem bunten Schal und einer hellen Hose bekleidet. Beide betraten den Getränkemarkt kurz vor dem Brandausbruch, also etwa gegen 19 Uhr, und bemerkten das Feuer beim Verlassen des Geschäftes.
Auch wird ein schwarz gekleideter junger Mann gesucht, welcher kurz vor der Brandmeldung telefonierend aus Richtung des Discounters kam und am Getränkemarkt vorbeiging.
Hinweise aller Art werden in der Polizeiinspektion Oberhavel unter der Telefonnummer 03301 8510 entgegengenommen.
Die Brandruine wird inzwischen abgerissen. Norma plant dort, zügig einen Neubau zu realisieren. Detail zum Zeitplan sind noch nicht bekannt. Die Backkette Steinecke hat inzwischen auf dem Parkplatz vom Autohaus Lambeck einen Verkaufswagen stationiert.
Das Gebäude ist am 28. Dezember kurz nach 19 Uhr in Brand geraten. Aus dem Bereich des Unterstandes für die Einkaufswagen griffen die Flammen auf das Dach über. Innerhalb weniger Minuten stand das Gebäude lichterloh in Flammen. Zahlreiche Einsatzkräfte aus Hohen Neuendorf und den umliegenden Gemeinden rückten aus, um den Brand zu löschen. Der Einsatz war besonders gefährlich, weil sich im Lager große Mengen Feuerwerkskörper befanden. Am Tag nach dem Brand war Verkaufsstart für die Silvesterknaller.