Brand in Glienicke
: Wohnung ausgebrannt ‒ Spendenaktion für Mutter mit Kind

Sie haben durch einen Wohnungsbrand in Glienicke alles verloren. Eine Freundin hat jetzt eine Spendenaktion für eine Mutter mit Kind im Mühlenbecker Land ins Leben gerufen. So hoch ist die bisher erreichte Spendensumme.
Von
Sophie Brachvogel-Lüttke
Mühlenbeck
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Nina Quanz hat für ihre Freundin, deren Wohnung abgebrannt ist, eine Spendenaktion ins Leben gerufen und für sie die Garage wohnlich eingerichtet.

Nina Quanz hat für ihre Freundin, deren Wohnung in Glienicke ausgebrannt ist, eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Für die Frau und ihren Sohn wurde zudem die Garage in Mühlenbeck wohnlich eingerichtet.

Sophie Brachvogel-Lüttke

Der Mann leidet an einer schweren Nervenkrankheit und ist ein Pflegefall ‒ nun gab es einen weiteren Schicksalsschlag. Eine Mutter aus Glienicke, die alleinerziehend ist, steht mit ihrem Kind vor dem Nichts.  Durch einen Brand verlor sie ihr gesamtes Hab und Gut. Eine Freundin hat eine Spendenaktion gestartet.

Ihre Freundin Melanie Zorn sei am Sonntag (28. April 2024) nur kurz aus dem Haus gewesen, „als sie der schockierende Anruf erreichte". Die Zwei-Zimmer-Wohnung in Glienicke/Nordbahn stand lichterloh in Flammen. Bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus in der Glienicker Hauptstraße war der Backofen wegen eines technischen Defekts in Brand geraten, berichtet Nina Quanz aus Feldheim in Mühlenbeck. Es entstand ein Sachschaden von geschätzt 150.000 Euro.

Alles beim Brand in Glienicke verloren und 150.000 Euro Schaden

„Das Schlimme an dieser Situation ist, dass meine Freundin weder eine Haftpflicht- noch eine Hausratversicherung abgeschlossen hat", bedauert Nina Quanz. Sie sei selbst Mutter zweier Söhne (sechs und acht) und könne sehr gut nachvollziehen, wie es ihrer Freundin jetzt gehe. „Sie steht ohne alles da."

Kurzerhand richtete die 45-jährige ein Spendenkonto bei gofundme.com ein. Innerhalb kurzer Zeit kamen bereits über 6000 Euro zusammen. „Ich freue mich riesig, dass ich so viel Hilfe erfahre und über die Summe, mit der ich zumindest die Kaution für eine neue Wohnung bezahlen kann", so Melanie Zorn. Die 49-jährige Sekretärin einer Baufirma sagt, sie sei nervlich völlig am Ende und wolle sich nicht weiter zu dem Unglück äußeren.

Die Feuerwehr löschte den Küchenbrand in der Wohnung von Melanie Zorn am vergangenen Sonntag (28. April), durch den Brand verlor die Mutter eines Sohnes ihr Hab und Gut.

Die Feuerwehr löschte den Küchenbrand in Glienicke in der Wohnung von Melanie Zorn am vergangenen Sonntag (28. April), durch den Brand verlor die Mutter eines Sohnes ihr Hab und Gut.

Philipp Neumann

Ihre Freundin sei immer noch traumatisiert von dem Wohnungsbrand. Sie habe Angstzustände und könne im Moment nicht alleine sein. Die Katze der Familie konnte sich über den Balkon retten und ist mit dem Leben davon gekommen, schildert Nina Quanz. Der achtjährige Sohn habe noch gar nicht richtig begriffen, was passiert sei.

„Ich sammele außerdem noch Sach- und Kleiderspenden für meine langjährige Freundin ein", betont Nina Quanz. Die Sales Managerin für Werbeflächen hat ein gutes Händchen, Dinge zu organisieren. Auf ihrer Terrasse des Einfamilienhauses hat sich bereits ein ordentlicher Haufen verschiedenster Spenden eingefunden. Kinderspielzeug, Anziehsachen für Mutter und Kind und sogar ein Gutschein für das Dänische Bettenlager ‒ alles werde gebraucht. Sie habe ein Helfersyndrom, lacht die engagierte Mühlenbeckerin, die auch schon ukrainischen Geflüchteten half.

Garage wohnlich eingerichtet für Mutter und Sohn

Besonders rührend: Mit sehr viel Liebe zum Detail wurde die Garage des Hauses für die Freundin und deren Sohn hergerichtet. Ein Bett, Stühle und sogar Teppich und Bilder finden sich in dem Raum, der so gar nicht mehr wie eine Garage aussieht. „Die beiden sollen sich hier wohlfühlen. Sie ziehen bei uns ein, bis sie etwas Neues gefunden haben", sagt Nina Quanz.

Gesucht werde eine bezahlbare Zweizimmerwohnung in Glienicke (wo Sohn Howard zur Schule geht) oder Hohen Neuendorf. „Ich kann allerdings nicht mehr als 900 Euro Miete zahlen", sagt Melanie Zorn traurig. Sie frage sich, ob es für den Preis überhaupt noch etwas gibt.

Ihre Mühlenbecker Freundin wird indes nicht müde, weitere Spendenaktionen ins Leben zu rufen. Ihr Bekannter Christian Fröhlich feiere eine große „Tanz in den Mai"-Party. Dort kämen über 200 Leute. Vielleicht würden einige etwas spenden. Außerdem soll zu Spenden aufgerufen werden beim Pokalfinale des SV Mühlenbeck. Dort trainieren auch die beiden Söhne von Nina Quanz.

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