Kranker Junge in Zühlsdorf
: Livian (4) kämpft weiter gegen Krebs – wie es ihm jetzt geht

Livian (4) aus Zühlsdorf im Mühlenbecker Land kämpft gegen den Krebs. Seine Familie ist überwältigt von einer großen Spendenaktion im Ort. Wie geht es dem tapferen kleinen Jungen inzwischen?
Von
Sophie Brachvogel-Lüttke
Oranienburg
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Der vierjährige Livian aus Zühlsdorf (rechts) ist ein kleiner tapferer Kämpfer, hier genießt er die Zeit mit seiner älteren Schwester Seraphina.

S.Altenburg

Mit seinen vier Jahren hat der kleine Livian aus Zühlsdorf bereits eine harte Zeit hinter sich. Seit Wochen liegt er im Krankenhaus und sein kleiner Körper kämpft tapfer gegen den Krebs. Den schwersten Teil der Therapie hat er allerdings noch vor sich. In dieser Situation freut sich seine Familie über die große Welle der Hilfsbereitschaft, die sie erfahren durfte.

„Livian liegt zurzeit in Vollquarantäne im Krankenhaus und bekommt eine Hochchemotherapie“, sagt Yvonne Zanow, Schatzmeisterin und Jugendtrainerin bei der SG Zühlsdorf. Sie steht über Liane Gohlke, Leiterin der Zühlsdorfer Kita „Schneckenhaus“ in engem Kontakt mit den Eltern des kranken Jungen, die selbst allerdings nicht in der Öffentlichkeit erscheinen wollen. Liane Gohlke und Yvonne Zanow hatten im Herbst 2023 eine große Spendenaktion gestartet. „Wir waren überwältigt von der Spendenbereitschaft der Menschen, nicht nur aus unserem kleinen Zühlsdorf“, sagt Zanow.

Wie geht es Livian inzwischen?

Ende 2023 wurde das Spendenkonto aus rechtlichen Gründen geschlossen. Wie geht es Livian heute? „Er hat gute Chancen, die Krankheit zu besiegen“, sagt Liane Gohlke voller Zuversicht. Er hat allerdings eine schwere Zeit hinter sich. Die Tumor-Operation und acht Chemotherapien sind geschafft.

Nun kämpfe er mit einer sehr intensiven Chemotherapie weiter. „Bislang meistert Livi die Therapie sehr gut, seine Mutter ist die ganze Zeit bei ihm“, richtet Yvonne Zanow im Auftrag der Familie aus. Insgesamt werde die Behandlung 18 Monate dauern, erst dann sei eine Prognose möglich. Das Dorf bangt weiterhin mit Livian und drückt die Daumen für den kleinen Kämpfer.

„An Weihnachten durfte Livian für zwei Tage nach Hause“, erzählt Yvonne Zanow. „Die Familie war überglücklich.“ Alle Familienmitglieder und Livian konnten durch diese kleine Auszeit wieder Kraft tanken für die anstrengende Zeit der Behandlung.

Natürlich ist Geld in so einer harten Zeit erstmal nebensächlich für die Familie des Jungen. „Trotzdem sind wir überwältigt, dass ein hoher Betrag zusammengekommen ist“, sagt Liane Gohlke. Die genaue Summe wolle sie nicht nennen, da es leider auch Neider gegeben habe.

Benefizspiel und Spendenlauf der SG Zühlsdorf

Die SG Zühlsdorf hat neben anderen Sportvereinen und Feuerwehren im Mühlenbecker Land großen Anteil an der Spendensumme. Das Ligaspiel der SG Zühlsdorf am 24. September 2023 wurde zu einem Spendenaufruf. „Die Zuschauer konnten Eintrittskarten erwerben und damit für die Familie spenden“, erklärt Zanow die Aktion. Es kamen mehr als 1800 Euro zusammen. Was die Familie damit mache, sei ihr überlassen. Weiteres Geld sammelte die SG Zühlsdorf bei einem Spendenlauf im Oktober 2024 ein. „An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Vereine, Kitas, Schulklassen und viele Privatpersonen, die gespendet haben“, sagt Zanow.

„Beide Eltern waren krankgeschrieben und finanziell am Limit“, sagt Yvonne Zanow. Inzwischen arbeite der Vater wieder, die Mutter sei nach wie vor krankgeschrieben und jeden Tag bei ihrem Kind im Krankenhaus. Eine immense psychische Belastung für die ganze Familie, die aber stark mit der Krankheit umgehe und trotz allem ganz viel Zuversicht und Hoffnung ausstrahle.

„Es ist natürlich schwer, immer getrennt zu sein, gerade auch für die große Schwester Seraphina“, so Zanow. Zum Glück werde sie aber gut aufgefangen im Dorf. Die Familie wolle weiterhin im Hintergrund bleiben, sei aber sehr glücklich, in Zühlsdorf zu leben und so viel Zusammenhalt zu erfahren.