Brandschutz: Oranienburg plant neue Feuerwache

Zehlendorfs Ortsvorsteherin Heike Bartel erläuterte im Fachausschuss den dringenden Bedarf einer neuen Feuerwache und zusätzlicher Entnahmestellen für Löschwasser in ihrem Ortsteil.
Klaus D. GroteDie unhaltbare Situation in der Feuerwache ist seit Jahren bekannt. In den Doppelhaushalt wurden deshalb für 2021 Planungsmittel für einen Neubau eingeplant. 2024 sollte ein Neubau entstehen. Der Ortsbeirat beantragte nun eine Beschleunigung. Überraschend lehnt die Stadt Oranienburg diesen Neubau jedoch ab. Feuerwehrchef Sven Marten plant stattdessen eine zentrale Feuerwache Ost für Zehlendorf, Wensickendorf und Schmachtenhagen. Das Konzept sei kurz vor der Fertigstellung. Marten bat um Geduld. Es gebe gute Erfahrungen von Zusammenlegungen von Ortsfeuerwehren zum Beispiel in Neuruppin.
Doch die Zehlendorfer Feuerwehrleute fühlen sich übergangen. „Warum wurden wir nicht gefragt?“, wollte Robert Witte im Fachausschuss am Dienstagabend wissen. Bei den Feuerwehren in den Ortsteilen würden viele Gerüchte umgehen, niemand wisse, was wirklich geplant sei. Eine zentrale Wache lehnte Witte vehement ab: Wegen zu langer Anfahrtswege im Einsatzfall und weil ohne die Wachen das Dorfleben nicht mehr funktioniere. „Wir wären die erste Feuerwehr in Deutschland, die zugemacht wird, obwohl noch Leute da sind“, sagte Witte.
Feuerwehr im Dorf lassen
Ausschussmitglieder aller Fraktionen überboten sich anschließend darin, die Bedeutung der Feuerwehren zu würdigen. „Die Feuerwehr im Dorf lassen!“, brachte es Enrico Geißler (Linke) auf eine griffige Formel, die auch der Ausschussvorsitzende Gabriele Schiebe (CDU) sehr gut gefiel. Deshalb war der Ausschuss am Ende einstimmig dafür, zunächst das Konzept von Sven Marten abzuwarten. Im Haushalt stünde für einen frühzeitigen Wachenneubau ohnehin kein Geld zur Verfügung, sagte Matthias Hennig (SPD). Vehement forderte Daniel Langhoff (FDP), das Konzept müsse im Fachausschuss und nicht nur innerhalb der Feuerwehr diskutiert werden. Das von ihm geforderte konkrete Datum zur Konzeptvorstellung blieb die Verwaltung zunächst schuldig.
Bessere Löschwasserverorgung
Auch an einem neuen Konzept zur Löschwasserversorgung arbeitet die Feuerwehr. Die ebenfalls vom Ortsbeirat Zehlendorf geforderten zusätzlichen zwei Löschwasserbrunnen reichten nicht aus, sagte Sven Marten. Die Feuerwehr bevorzuge zudem den Bau unterirdischer Löschwassertanks. Die seien im Vergleich zu Brunnen und Löschwasserteichen wartungsärmer, außerdem im Gegensatz zu überirdischen Tanks frostsicher und mit bis zu 40 Tonnen Last befahrbar.
In Zehlendorf wären sechs solcher Entnahmestellen erforderlich, um eine flächendeckende Löschwasserverorgung sicherzustellen, sagte Marten. Der Bau der sechs Wasserspeicher würde 900 000 Euro kosten. Hinzu kämen neun Entnahmestellen in Wenisckendorf, eine weitere in Bernöwe. Zusammen mit Schmachtenhagen wären insgesamt 32 Wasserstellen zu schaffen, „um unabhängig zu sein“, sagte Marten.
Wasser wird knapp
Während in anderen Ortsteilen und der Kernstadt die Löschwasserversorgung durch die Stadtwerke kein Problem darstellt, fühlt sich in den drei östlichen Ortsteilen der Zweckverband NWA nicht zuständig. Und weil in den beiden vergangenen Sommern die Wasserentnahme beschränkt und zum Beispiel Rasensprenger nicht mehr genutzt werden sollten, macht sich die Feuerwehr Sorgen um die Löschwasserversorgung. Das Problem sei jedoch seit 2011 bekannt, sagte Robert Witte. Die Stadtverordneten müssten nun einen „mutigen Beschluss“ fassen, forderte Ulf Azone (CDU). Ortsvorsteherin Heike Bartel zog den Antrag zum Bau neuer Entnahmestellen, der bis Ende November erfolgen sollte, schließlich zurück und kündigte einen gemeinsamen Antrag aller drei Ortsteile zur Löschwasserversorgung an.