Lücke wird geschlossen
"Mit diesen finanziellen Mitteln wollen wir in der derzeitigen schwierigen Situation die Versorgung von Tieren in Tierheimen unterstützen", erläutert der zuständige Dezernent Egmont Hamelow (CDU). Das Förderprogramm des Landkreises ergänzt das Soforthilfeprogramm der Bundes- und der Landesregierung. "Dabei schließen wir die Lücke zu einem Bereich, für den die staatlichen Mittel auf Bundes- und Landesebene nicht zutreffen, weil sie sich ausschließlich an Gewerbetreibende der freien Wirtschaft sowie an wirtschaftlich tätige Vereine und Stiftungen richten", so Hamelow. Fehlende Einnahmen aus dem ideellen Bereich, wie beispielsweise Spenden, seien davon ausgenommen.
Tierheime verzeichnen derzeit einen enormen Rückgang an Spenden, Tiervermittlungen und sonstigen Einnahmen. Die finanzielle Not hat Auswirkungen auf die Versorgung der Tiere sowie deren tiermedizinische Betreuung, die mit dem Programm unterstützt werden soll.
"Bei uns sind sämtliche Quellen weggefallen", bestätigt Ellen Schütze, Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel am Dienstag. Allein auf rund 10 000 Euro im Monat belaufen sich die Kosten für das Tierheim in Tornow. Besonders schlagen die Tierarzt- und Futterkosten zu Buche. "Daher freue ich mich sehr über die Soforthilfe. Damit habe ich nicht gerechnet. So etwas macht nicht jeder Landkreis", sagt Ellen Schütze.
Klar ist der Tierheimchefin aber auch, dass die Einnahmen, die jetzt durch die Corona-Sperre wegbrechen, "nicht wieder aufgeholt werden können". Was der Verein dringend benötige, und wofür Ellen Schütze schon seit Jahren kämpft, ist "eine nachhaltige Situation, die unsere Arbeit besser sichert". Es stehe daher dringend eine strukturelle Änderung an, da es auf Dauer so nicht weitergehen könne, so Schütze. "Wir haben immer Bereitschaft für die Kommunen. Dafür und für den laufenden Betrieb benötige ich meinen festen Mitarbeiterstamm. Den kann ich auch nicht in Kurzarbeit schicken. Die Tiere müssen ja versorgt werden und die Bereitschaft aufrechterhalten bleiben."
Strukturelle Veränderung
Ellen Schütze setzt sich daher für "verlässliche Pauschalen" ein, die die Arbeitsgrundlage des Vereins und des Tierheims absichern. "Bislang wurde das immer abgelehnt." Doch die aktuelle Situation lasse alles in einem anderen Licht erscheinen. "Jetzt müssen wir im Gespräch bleiben", sagt Schütze auch in Richtung der politisch Verantwortlichen in Oberhavel.

Anträge bis zum 30. April möglich

Anträge für die Förderung müssen bis zum 30. April schriftlich beim Landkreis Oberhavel eingereicht werden. Die Adresse lautet:Dezernat I, Adolf-Dechert-Straße 1,16515 Oranienburg.

Das Antragsformular sowie die Richtlinie stehen im Internet auf der Webseite  unter www.oberhavel.de/tier-soforthilfe zur Verfügung.

Bei Fragen rund um die Förderung wenden sich Antragsteller ansDezernat für Bauen, Wirtschaft und Umwelt Adolf-Dechert-Straße 1, 16515 Oranienburg, Telefon: 03301 601201. Oder Sie schicken eine E-Mail an: Dezernat.1@oberhavel.de. bu