Corona-Pandamie: Zahl der Infizierten in Oberhavel geht zurück – aber nur auf dem Papier

Appelliert an die Bürger, die strengen Regeln zu beachten: Oberhavels Landrat Ludger Weskamp.
dpaDemnach sei eine infizierte Person doppelt erfasst worden. Eine weitere fiel aus der lokalen Statistik, weil sie nicht im Landkreis gemeldet ist, wie sich erst später herausgestellt habe, erklärte die Kreisverwaltung am Montagabend. 34 der positiv getesteten Personen befinden sich momentan in häuslicher Quarantäne, zwei Personen werden stationär behandelt. Ein 81-jähriger Mann mit schwersten Vorerkrankungen war am Freitagabend in den Oberhavel Kliniken gestorben.
Am stärksten betroffen ist Oranienburg mit sieben Corona-Fällen. Es folgen Hohen Neuendorf und Oberkrämer mit jeweils sechs positiv getesteten Menschen. Die weiteren Betroffenen leben in Glienick (5), Hennigsdorf (4), Velten (3), Mühlenbecker Land (2) sowie Liebenwalde, Leegebruch, Löwenberger Land und Zehdenick (jeweils 1).
430 Oberhaveler stehen nach Angaben der Kreisverwaltung derzeit temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 183 Menschen wurden negativ auf das Coronavirus getestet, bei 247 Personen steht das Testergebnis noch aus.
Seit Montag gelten auch im Landkreis Oberhavel umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. Landrat Ludger Weskamp warb dafür um Verständnis: „Die Einschränkungen unserer gewohnten Freiheiten fallen uns in Oberhavel, wo sich vor 30 Jahren Menschen für genau diese Freiheiten unter größtem persönlichem Einsatz eingesetzt haben, besonders schwer. Kaum jemand von uns hätte noch vor wenigen Wochen geglaubt, dass es auch in unserem Land zu solch massiven Maßnahmen kommen könnte. Doch gegen das neuartige Corona-Virus gibt es noch keinen Impfstoff. Deshalb ist der einzige wirksame Schutz im Moment: Abstand halten! Nur so kann sich unser Gesundheitswesen auf die steigenden Fallzahlen einstellen. Nur so können wir gemeinsam Leben retten“, appellierte Weskamp am Montag an die Bürger, sich an die strengen Regeln zu halten. „ Auch mit einem Telefonat oder per Skype können wir gemeinsam Zeit verbringen, uns aufmuntern und austauschen. Bitte denken Sie auf diese Weise auch an diejenigen in unserem Landkreis, die sich gerade aufgrund der jetzt geltenden Einschränkungen noch mehr alleine fühlen. Halten Sie Abstand – aber halten Sie zusammen!“
Was alles nicht mehr und noch erlaubt ist, die Kreisverwaltung auf www.oberhavel.de zusammengefasst.
Weitere Infos gibt es hier:
Das Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz hat ein zentrales „Bürgertelefon Corona“ eingerichtet. Es ist von montags bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr erreichbar. Die Rufnummer lautet: 0331 8665050.
Erreichbar ist auch weiterhin das Infotelefon beim Oberhaveler Gesundheitsamt. Die Rufnummer lautet 03301 6013900.Es ist montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 14 Uhr zu erreichen.
Das Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus ist für Fragen zu Quarantänemaßnahmen, den Umgang mit Verdachtsfällen et cetera unter der Rufnummer 030 3464 65 100 von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr zu erreichen.
Ebenso ist weiter die Hotline für die Notfallbetreuung in Kitas, Horten und der Tagespflege geschaltet. Sie ist unter der Nummer 03301 6013400 eingerichtet und auch am Dienstag von 9 bis 20 Uhr erreichbar.