Corona-Pandemie
: Anstieg der Zahl der Infizierten in Oberhavel wird langsamer

Die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Menschen im Landkreis Oberhavel steigt weiter, aber langsamer als in den vergangenen Tagen. Landrat Ludger Weskamp führt das auch auf das Kontaktverbot zurück,
Von
Tilman Trebs
Oberhavel
Jetzt in der App anhören

Landrat Ludger Weskamp mit Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Archivbild): Land und Landkreis halten die Ausgangsbeschränkungen bis zum Ende der Osterferien aufrecht. Nun drohen auch Bußgelder.

dpa

Bis Mittwoch, 12 Uhr, sind im Landkreis Oberhavel nun 114 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden – acht mehr als am Tag zuvor. 84 Personen befinden in häuslicher Quarantäne, 13 Personen müssen stationär behandelt werden. Inzwischen gelten 16 Oberhaveler als geheilt. 828 Menschen aus Oberhavel gelten begründete Verdachtsfälle und müssen ihre Testergebnisse zu Hause abwarten. 555 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 273 Personen steht das Testergebnis aktuell noch aus. „Außerdem wurden 429 Menschen im Landkreis häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten“, teilte die Kreisverwaltung am Mittwochnachmittag mit.

Die COVID-19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Hennigsdorf (20), Hohen Neuendorf (20), Oranienburg (18), Velten (13), Oberkrämer (10), Glienicke/Nordbahn (10), Mühlenbecker Land (6), Leegebruch (5), Birkenwerder (4), Löwenberger Land (3), Liebenwalde (3) sowie Zehdenick und Amt Gransee (jeweils 1 Fall). In Fürstenberg/Havel und Kremmen gibt es keine gemeldeten COVID-19-Fälle.

„Die Eindämmung der Kontakte hat im Landkreis Oberhavel bereits Wirkung gezeigt“, sagte Landrat Ludger Weskamp am Mittwoch in Oranienburg. „Aktuell steigen die Zahlen der Infektionen langsamer als noch vor einigen Tagen. Das liegt auch daran, dass sich die meisten Menschen sehr vorbildlich an die Regeln halten. Das fällt niemandem leicht, ist aber weiterhin wichtig, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, sagte der Landrat. Aber: „Die Lage ist nach wie vor ernst. Daher bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger: Halten Sie weiterhin Abstand, befolgen Sie die Regeln und bleiben Sie bitte zu Hause, selbst wenn das Frühlingswetter in den kommenden Tagen zu Ausflügen verlockt.“

Die seit dem 23. März geltenden Kontaktbeschränkungen sind vom Land inzwischen bis zum 19. April verlängert worden und nach Auskunft der Kreisverwaltung in einigen Punkten angepasstund präzisiert worden. „So wird insbesondere der eingeschränkte Aufenthalt an öffentlichen Orten um zwei Wochen bis zum Ende der Osterferien verlängert. Es bleibt dabei bei den bekannten Ausnahmen wie den Wegen zum Einkauf, zum Arbeitsplatz, zu Ärzten, Blutspenden sowie Sport und Bewegung an der frischen Luft“, schreibt die Kreisverwaltung.

In Kraft tritt im Zuge der Neuregelung außerdem ein Bußgeldkatalog, der bei Verstößen gegen die Landesverordnung Strafen von bis zu 25 000 Euro vorsieht. Dieser gilt ab Donnerstag, 2. April. Wer dann trotz des Verbots öffentliche oder nichtöffentliche Veranstaltungen durchführt, dem droht ein Bußgeld zwischen 500 und 2 500 Euro. Die Teilnahme an Veranstaltungen kann bis zu 500 Euro teuer werden. Bußgelder gibt es auch für das Öffnen von Verkaufsstellen des Einzelhandels, für die es keine Ausnahmeregeln gibt.

Über die Änderungen der Eindämmungsverordnung sprachen am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz auch die Vertreter der lokalen Krisenstäbe mit dem Leiter des Landkreis-Verwaltungsstabes, Matthias Rink.Der neue Bußgeldkatalog, der auf dem Infektionsschutzgesetz des Bundes beruht, soll bei Verstößen konsequent, aber mit Augenmaß angewandt werden – vor allem mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage, erklärte das Landratsamt: „Die örtlichen Ordnungsbehörden melden Verstöße mit ihren Empfehlungen an den Landkreis Oberhavel. Wir führen dann das Bußgeldverfahren durch.“