CSD 2023 Oranienburg
: Premiere für Pride-Demo – Programm, Musik und 10.000 Euro vom Land

Am 9. September 2023 findet in Oranienburg der erste CSD im Landkreis statt. Dafür gab es jetzt 10.000 Euro. Parade, Programm und Musik im Überblick.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
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Am 9. September 2023 findet in Oranienburg der erste CSD im Landkreis statt. Das Bühnenprogramm steht. Zudem gab es noch eine Finanzspritze vom Land. (Symbolfoto)

Julian Stratenschulte / dpa

Am 9. September 2023 wird es in Oberhavel den ersten Christopher Street Day (CSD) geben – in Oranienburg. Die queere Pride-Parade mit politischer Botschaft wartet an diesem Spätsommer-Sonnabend nach der Kundgebung am Schloss mit einem musikalischen Programm im Oranienwerk auf. Die Künstlerinnen und Künstler stehen fest. Zudem gab es – passend im „Pride Month“ Juni – jetzt noch eine finanzielle Unterstützung vom Land.

Wittenberge in der Prignitz feierte am 17. Juni mit rund 650 Teilnehmenden zum zweiten Mal einen CSD, in Bernau gibt es am 24. Juni zum ersten Mal eine Demonstration. Das Motto dort: „Buntes Bernau – Queer, Fabulous and Angry„. Die CSD Initiative Oberhavel hat auf Facebook und Instagram über das Motto für Oberhavel abstimmen lassen. Gewonnen hat: „Stadt-Land-Queer„. Aktuell wird an einem Image-Video gearbeitet.

10.000 Euro für CSD Oberhavel

Der Kreisjugendring (KJR) – die CSD-Initiative ist Mitglied – arbeitet seit Wochen an dem Trailer für die Demonstration. Koordinatorin Susann Reissig und ihr Team engagieren sich für die Rechte der queeren Community sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Auf dem Schlossplatz Oranienburg will der KJR am Mittwoch (28. Juni) ab 19 Uhr Videomaterial für den Werbespot drehen. Dazu wird eine CSD-Partyszene „gestellt“. Wer teilnehmen möchte, sollte eine ausgefüllte und unterschriebene Einverständniserklärung mitbringen. Das Formular ist auf der KJR-Seite zu finden.

Für den Kreisjugendring und die CSD-Initiative gab es dieser Tage gute Nachrichten: Das Gleichstellungsministerium des Landes fördert die Organisation der CSD-Premiere mit 10.000 Euro. Einen identischen Betrag bekam der KJR Prignitz für den CSD in Wittenberge. Mit der Unterstützung „können wir zu einer bunten, vielfältigen Stadt beitragen, in der sich jeder Mensch gleich seiner sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identifizierung wohlfühlen kann“, teilt der Landtagsabgeordnete Heiner Klemp (Grüne) aus Lehnitz mit.

Gleichstellungsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90 / Die Grünen) sieht die Finanzspritze als klares Zeichen für lebendige Demokratie und gegen Diskriminierung. Verantwortlich für einen CSD seien meist – wie in Oberhavel – ehrenamtliche Initiative. „Es erfordert Mut und viel Kraft, sich zu zeigen und mit der eigenen Person für Vielfalt im persönlichen Wohnort einzustehen und zumeist neben der eigentlichen Erwerbsarbeit ehrenamtlich eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, so Nonnemacher. Noch immer werden schwule, lesbische, bisexuelle und trans Personen angefeindet. Die Zahl der Straftaten gegen queere Menschen ist 2022 erneut gestiegen.

CSD am 9. September 2023 mit Parade und Party

Die Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg (parteilos) freut sich deshalb, dass mit Oranienburg ein weiterer CSD in Brandenburg dazugekommen ist. „Die Vielfalt unterschiedlicher Lebensweisen sichtbar zu machen, ist ein wichtiges Anliegen. Denn jeder Mensch ist in erster Linie vor allem eines: einzigartig“, sagt sie.

Am 9. September soll in Oranienburg gefeiert und demonstriert werden. Der CSD soll dabei nicht nur laut und bunt werden. Es gehe auch um politische Forderungen, so Initiator Candy Boldt-Händel. Der Demonstrationszug startet um 13 Uhr am großen Park-&-Ride-Parkplatz am Bahnhof. Richtung Stralsunder Straße setzt er sich in Bewegung. Um 14 Uhr gibt es eine Kundgebung auf dem Schlossplatz. Im Anschluss zieht die Pride-Parade weiter zum Oranienwerk, wo ab zirka 15 Uhr die große kostenlose Party beginnt. Neben Ständen von Initiativen, Vereinen und Organisationen – wer dabei sein möchte, schickt eine Mail an info@csd-ohv.de – wird es ein Bühnenprogramm geben.

Pop-Schlager-Sängerin Vivien Gold trat schon im ZDF Fernsehgarten und „Immer wieder sonntags“ auf. Ihre zumindest Kennern bekannten Songs „Mach die Musik ganz laut„, „Kinder dieser Nacht“ und „Gold“ wird die gebürtige Cottbusserin wohl auch in Oranienburg spielen. Ebenfalls mit dabei ist Sebastian Friedrich mit einer Mischung aus Musical und Kabarett.

Die vier Männer der Band Rontano aus Oranienburg beschreiben sich selbst als laut, humorvoll-sarkastisch und direkt. Sie wollen mit wuchtigen Rock-Songs für Abwechslung sorgen. „Zwischen Einfamilienhaus-Hölle mit marodierenden Nachbarn und dem Großstadt-Moloch, in dem sich die hedonistische Jugend und die Unterwelt begegnen“ bewegen sich die Songs, schreiben die Musiker.

Bekannte Gesichter in der Region sind Samira & Hagen in Company. Mit ihren Coversongs traten sie zuletzt auf dem Stadtfest Oranienburg auf. Ebenfalls schon bühnenerfahren sind „Cry for Fun„ – mit einem Mix aus Covermusik und selbstgeschriebenen Werken. Die Moderation des kompletten Programms im Oranienwerk übernimmt René Bergmann, der beruflich seit fast zwölf Jahren als Immobilienmakler in Oranienburg tätig ist.

Mehr Informationen zur CSD-Initiative und Kontakte für alle, sich noch beteiligen möchten, sind auf der Internetseite zu finden.

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