Einzelhandel
: Aldi und Lidl wollen größere Märkte bauen

Nach Lidl in Leegebruch will auch Aldi seinen Markt in Sachsenhausen abreißen und durch einen größeren Neubau ersetzen.
Von
Friedhelm Brennecke
Sachsenhausen/Leegebruch
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Inzwischen zu klein: Dieser Aldi-Markt in Sachsenhausen soll – wie zahlreiche andere – abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden.

Friedhelm Brennecke

Durch Sachsenhausen geisterten vor ein paar Jahren Gerüchte, Aldi könnte seinen Markt an der Granseer Straße schließen. Doch schon damals hatte der Discount-Riese  aus Essen die Absicht, seinen Markt im zweitgrößten Oranienburger Ortsteil zu erweitern. Allein eine Baugenehmigung für das Vorhaben wurde von der Bauaufsichtsbehörde Oberhavel verweigert. Begründung: Baurecht könne der Investor nicht über § 34 Baugesetzbuch herstellen, vielmehr sei ein vorhabenbezogener Bebauungsplan nötig. Nachdem Aldi gegen den Landkreis zunächst geklagt hatte, hat das Unternehmen bei der Stadt jetzt den Antrag auf Aufstellung  eines vorhabenbezogenen B-Plans gestellt.

Aldi will den bestehenden Markt auf dem Grundstück Granseer Straße 12, das noch um eine städtische Teilfläche auf insgesamt  6 150 Quadratmeter erweitert wird, abreißen und anschließend neu bauen. Die Verkaufsfläche wird sich dann von derzeit etwa 800 auf 1 267 Quadratmeter erhöhen. Dem Einzelhandelskonzept der Stadt Oranienburg steht die Aldi-Absicht nicht entgegen. Es sieht ausdrücklich Märkte für eine fußläufige, verbrauchernahe und umfassende Grundversorgung an integrierten Nahversorgungsstandorten vor. Das ist in Sachsenhausen der Fall.

„Ja, unbedingt benötigt Sachsenhausen einen solchen Markt. Wir sind froh, dass die Stadtverwaltung das ebenso sieht und sind optimistisch, dass auch die Stadtverordneten dem vorhabenbezogenen B-Plan zustimmen werden“, sagt Ortsvorsteher Jürgen Wruck. Schließlich sei der Aldi der einzige Lebensmittelmarkt in Sachsenhausen. Auch in den nordöstlich angrenzenden Ortsteilen Friedrichsthal und Malz gebe es keinen Markt in ähnlicher Größe. Zahlreiche Einwohner aus diesen Ortsteilen deckten sich im Aldi in Sachsenhausen mit Lebensmitteln ein, weiß der Ortsvorsteher.

Wenn die Stadtverordneten der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 140 „Lebensmittelmarkt Sachsenhausen/Granseer Straße“ am 29. April zustimmen, kann die Arbeit an dem Planwerk beginnen. Bis zum rechtskräftigen B-Plan kann es ein bis zwei Jahre dauern. Wenn es allerdings noch Klagen von konkurrierenden Unternehmen oder Einwände von Nachbargemeinden gibt, kann sich ein solches Verfahren auch noch länger hinziehen.  Das war in Leegebruch der Fall.

Seit 2016 will der Discounter Lidl seinen Markt an der Eichenallee 41 vergrößern. Nachdem Gutachten zur Verträglichkeit des Standortes vorgelegt wurden, die Bedenken und Klagen abgewendet werden konnten und der städtebauliche Vertrag zwischen der Gemeinde und Lidl unterzeichnet war, besteht dort jetzt Baurecht für den Abriss des bestehenden Marktes und den Neubau eines Lidl-Marktes mit bis zu 1 480 Quadratmetern Größe.

Ende April will der Discounter aus Neckarsulm mit dem Abriss des Bestandsgebäudes beginnen. Dem soll sich nahtlos der Neubau anschließen. Zu Weihnachten dieses Jahres will Lidl seine Kunden im neuen Markt begrüßen.

Einstimmig

Der Oranienburger Bauausschuss war am Dienstagabend einstimmig  für den Bebauungsplan in Sachsenhausen. Ortsvorsteher Jürgen Wruck zeigte sich zufrieden: "Wir hatten befürchtet, dass Aldi abwandert."⇥(kd)