Gerd Brodzik ist 66 Jahre alt und nach einen Schlaganfall vor 25 Jahren nicht gut zu Fuß. Umso wichtiger, ist für ihn „seine Mobilität“, sagt seine Frau Gaby (61 Jahre). Sie ist so wichtig, dass Gerd Brodzik mit seinem elektrisch betriebenen Rollstuhl, seinem E-Mobile, auch lange Wege zurücklegt. Zum Beispiel zur Physiotherapie nach Oranienburg. Familie Brodzik wohnt in Nassenheide, und das E-Mobile fährt maximal zehn Stundenkilometer. „Er ist um halb zwei losgefahren. Ich erwarte ihn nicht vor 18 Uhr zurück“, sagt Gaby Brodzik.

Für den Rollstuhl gibt es keine Schleichwege

Derzeit hat es der 66-Jährige doppelt schwer, vom Fleck zu kommen. Seine Frau, die ihn sonst zum Arzt, zur Fußpflege oder zum Behandlung fahren kann, hat einen Arm in Gips. Fünf Wochen ist sie als Fahrerin außer Gefecht. Also macht er sich allein auf den Weg und ärgert sich. Er lebt in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Nassenheide und erlebt, wie gerade die Ortskundigen die Schleichwege wegen der B-96-Sperrung nutzen und kaputtfahren (wir berichteten dazu vom Forstweg).
„Ich finde es gut, dass sie die Straße Am Waldsee beim Kindergarten gesperrt haben, aber keiner hat an die Behinderten wie mich gedacht“, so Gerd Brodzik.

Der 66-Jährige scheitert an der Absperrung

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat diesen Schleichweg entlang der Kita rigoros zugemacht. Die Absperrung geht quer über die Straße Am Waldsee. Die einzelnen rot-weißen Elemente sind zusätzlich fixiert, so dass sie nicht einfach beiseitegeschoben werden können. Autos kommen da nicht vorbei, aber auch sonst kein Fahrzeug. Selbst Eltern mit Kinderwagen dürften es schwer haben. Radfahrer sollten besser absteigen. Doch Elektrostühle wie der von Gerd Brodzik scheitern, müssen umkehren. „Es gibt kein Vorbeikommen mit E-Mobile oder Rollstuhl. Nun bin ich auf Umwege und Fahrten entgegen der Einbahnstraße gezwungen“, ärgert sich der Nassenheider.

Umwege wegen Bauarbeiten an der B96

Mindestens zweimal in der Woche muss er jetzt Umwege auf seinem für die Straße zugelassenen E-Mobile in Kauf nehmen. „Nun hoffe ich, dass die Bauarbeiten fristgemäß abgeschlossen werden können“, so Gerd Brodzik. Ihm würde es schon reichen, wenn die Absperrung etwas beiseite geschoben und so der Weg zur Kita und damit zur B 96 breiter wird, damit er da mit seinem Gefährt durchkommt.