Wie ist die soziale Lage in Oberhavel? Daten und Fakten zur sozialen Lage in der Region liefert der Sozialbericht. Bevölkerungszahl, Kindertagsbetreuung, Arbeitsmarkt und soziale Sicherung – kein Themengebiet wurde ausgelassen. Ganz andere Werte sind das Ergebnis aus der großen Umfrage „Familienkompass“. Wo sind die Menschen im Landkreis Oberhavel besonders glücklich?
Die Kreisverwaltung stellte am Mittwoch (19. Oktober) im Rahmen der Kreistagssitzung den Sozialbericht vor. Dieser Bericht wurde zum dritten Mal unter dem Titel „Oberhavel Sozial“ erarbeitet. Darin wird die soziale Lage in Oberhavel mit Stand vom 31. Dezember 2019 dargestellt. Für den Bericht wurden eigene Erhebungen des Landkreises zugrunde gelegt. Zudem flossen Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des Statistischen Bundesamtes ein. Der Bericht orientiert sich an dem Flyer „Brandenburg Sozial“ des Landes Brandenburg. In diesem Jahr wurden zusätzliche Daten aus dem Fachbereich Gesundheit aufgenommen.

Bevölkerung: Velten zieht an Glienicke vorbei

Gesamtzahl: Am Stichtag (31. Dezember 2021) lebten im Kreis 215.795 Menschen (darunter 109.536 Frauen), also knapp 2800 mehr als noch Ende 2019. Etwa 36.000 Einwohner sind jünger als 18 Jahre, 51.405 sind älter als 65.
Prognose: Experten gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl in Oberhavel in den kommenden Jahren steigen wird. 2030 wird von 217.300 Einwohnern ausgegangen.
Einwohner/Kommune: Die meisten Menschen leben in Oranienburg (46.555). Es folgen Hohen Neuendorf (26.658), Hennigsdorf (26.515), Mühlenbecker Land (15.513), Zehdenick (13.222), Velten (12.405) und Glienicke (12.403).
Ausländer: Diese Gruppe (9.695) macht 4,5 Prozent der Bevölkerung von Oberhavel aus. Zwei Jahre zuvor waren es 0,4 Prozentpunkte weniger.
Geburten: Die Zahl ist wieder ansteigend. Wurden 2017 in Oberhavel noch 1692 Lebendgeborene verzeichnet, waren es 2019 exakt 1571. Im vergangenen Jahr wurden 1664 Lebendgeborene registriert.
Todesfälle: Im Vorjahr verstarben 2.696 in Oberhavel gemeldete Personen.
Fluktuation: 11.854 Zuzügen standen im Jahr 2021 9.221 Fortzüge gegenüber. In den beiden Jahren zuvor war das Verhältnis ähnlich.

Bildung: Gymnasien der Region bleiben beliebt

Kindertagesbetreuung: 2946 der insgesamt 5232 in Oberhavel registrierten unter Dreijährige waren 2021 in Tagesbetreuung. 2507 dieser Kinder besuchten Kindertagesstätten. Die Betreuungsquote lag bei 61,8 Prozent (2020: 57,5). Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt die Quote deutlich höher (94,1). In dieser Altersgruppe (6015 insgesamt) besuchen 6474 Kinder eine Kita.
Schulen: Die Zahl der Bildungseinrichtungen blieb in den drei zurückliegenden Jahren nahezu unverändert. In Oberhavel gab es auch im Vorjahr 38 Grundschulen und im weiterführenden Bereich drei Gesamtschulen, 14 Oberschulen und acht Gymnasien. Hinzu kamen drei berufliche Gymnasien.
Schüler: An Grundschulen wurden 12.099 Kinder betreut. Zum Vergleich: 2017 waren es 11.088, drei Jahre später 11.724. In der Rangliste folgen Gymnasien (4308), Oberschulen (2619), Gesamtschulen (2526) und berufliche Gymnasien (528). 514 Kinder und Jugendliche besuchten Schulen mit einem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt. An den Ausbildungsstätten des Gesundheitswesens stieg die Zahl im Vergleich zu 2019 um 14 auf 262.

Soziales: Weniger Bedarfsgemeinschaften

Arbeitsmarkt: Ende 2021 gab es 88.064 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnsitz in Oberhavel. Zwei Jahre zuvor waren es 86.885. In Vollzeit arbeiteten 60.464, was 69 Prozent entspricht. Als geringfügig entlohnt galten 11.350 Beschäftigte.
Soziale Sicherung: 9071 Personen lebten in Bedarfsgemeinschaften. 2017 waren es noch 13.355.
Kosten: Die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II sorgte für Ausgaben in Höhe von 98,07 Millionen Euro. Hinzu kamen unter anderem Eingliederungshilfen (46,4 Millionen), Ausgaben für Asylbewerberleistungen inklusive Gemeinschaftsunterkünfte (22,8) und Zahlungen für Grundsicherung im Alter sowie bei Erwerbsminderung (12,5).

Zahlen aus dem Familienkompass

In der großen Umfrage „Familienkompass“ gab es Fragen in unterschiedlichen Bereichen. Die Befragten stimmten per Schulnote von 1 bis 5 in Kategorien wie Arbeit, Betreuungsangebote, Schulqualität, medizinische Versorgung, Verkehr oder Wohnen ab. Daraus wurde auch ein Gesamtwert gebildet – der zum Ausdruck bringen soll, in welcher Region die Menschen zufrieden oder nicht so glücklich sind.
Landesweit beträgt der Durchschnittswert 2,93. Die Zufriedenheit ist in Finsterwalde mit 2,61 am höchsten, in Müncheberg (3,19) am niedrigsten. Und in Oberhavel? Da nimmt Hohen Neuendorf mit 2,76 den Topplatz ein. Bemängelt werden in der Stadt eigentlich nur das aus Sicht der Teilnehmer unzureichende Wohnungsangebot sowie die hohen Preise für das Wohnen.

Hohen Neuendorf

Hinter Hohen Neuendorf landeten im Familienkompass-Ranking Leegebruch (2,87) und Hennigsdorf (2,91). Am Ende rangieren Liebenwalde/Löwenberger Land (3,06) und Oberkämer (3,08).
In den kommenden Wochen lesen Sie auf unserer Themenseite die Auswertung der Umfrage in den einzelnen Kommunen Brandenburgs.

Das ist der Familienkompass Brandenburg

Die Umfrage: Wie familienfreundlich sind Brandenburgs Städte und Gemeinden? Anhand eines Fragebogens mit Einzelfragen haben knapp 10.000 Brandenburger das Leben in ihren Orten eingeschätzt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber aufgrund der hohen Teilnehmerzahl aussagekräftig.
Die Auswertung: Die Daten wurden nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewertet. Für 70 Einzelpunkte pro Kommune wurde eine Note ermittelt. 1 steht für sehr zufrieden, 5 für absolut unzufrieden. Da aus einigen kleineren Orten nicht genügend Fragebögen vorliegen, wurden zur Auswertung Kommunen zusammengefasst.
Die Serie: Bis Anfang November veröffentlicht die Lausitzer Rundschau/Märkische Oderzeitung detailliert die Ergebnisse der Befragung. Abonnenten finden in unserem Online-Spezial die komplette Auswertung samt interaktiver Karten. Wer noch keinen Zugang zu unseren digitalen Inhalten hat, kann sich ohne Zusatzkosten für das exklusive Plus-Abo registrieren und es inklusive der Serie „Familien aufgepasst“ zwei Monate kostenlos testen.