Fridays for Future: Erste Klimademo mit Unterstützung aus Berlin

Mit dem Megafon vornweg: Tobias Fiedler führte den Demonstrationszug durch die Oranienburger Innenstadt an und feuerte die Teilnehmer zu Sprechchören an.
Klaus D. GroteMehr als zwei Stunden lang war die Innenstadt teilweise lahmgelegt, als der Protestzug auf einer vier Kilometer langen Strecke vom Bahnhof zum Schlossplatz führte. Der 15-jährige Tobias Fiedler, Schüler des Louise-Henriette-Gymnasiums und Mitglied des Jugendbeirats der Stadt Oranienburg, hatte die Demo maßgeblich vorbereitet und mit Redebeiträge gestartet und beendet. „Wir sind die größte Jugendbewegung, die es jemals gegeben hat. Und wir haben Recht“, sagte er. Wer den Klimawandel leugne, rede Unsinn. Dass auch in den Ferien gestreikt wird, belege die ernstgemeinten Absichten der Schüler, die am Freitag auch von Eltern, Ärzten und Wissenschaftlern unterstützt wurden.
„Wir halten uns an die Profis“, war immer wieder mit dem Hinweis auf die Klimaexperten zu hören. Vincent Bartolani aus Deetz in Potsdam-Mittelmark, der sich seit Dezember an fast jedem Klimastreik in Berlin beteiligt, forderte die Landespolitik auf, endlich wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz zu beschließen und schnell aus der Braunkohle auszusteigen. Die Abkehr von der Braunkohle wurde in Reden und vielen Sprechchören immer wieder gefordert. Luisa Neubauer, die deutsche Greta Thunberg, sagte, dass die streikenden Schüler schon etwas erreicht hätten. Denn dass über eine CO2-Steuer verhandelt wird, sei vor einem halben Jahr noch undenkbar gewesen. „Wir haben aber noch unfassbar viel vor uns“, sagte die Klima-Aktivistin aus Hamburg. Tobias Fiedler forderte, jede politische Entscheidung mit Blick auf den Klimaschutz zu fällen, das müsse auch für die Kommunen gelten.