Geld in Oranienburg: Stadt erhöht Steuern und Gebühren, für wen es teurer wird

War das Schloss in Oranienburg vor Weihnachten noch atmosphärisch rot beleuchtet, könnten bei den Sparvorschlägen und Gebührenerhöhungen jetzt die Menschen in der Stadt rotsehen.
Marco Winkler- Oranienburg im Finanzkrisenmodus: Konsolidierung mit höheren Steuern/Gebühren.
- Hundesteuer soll steigen: 84/90/120 Euro; SVV-Abstimmung am 9. März; Start 1.1.2027.
- Schulessen teurer: Monatlich 46 oder 50 Euro; mögliche Einführung ab 1. Mai 2026.
- Kita/Hort: Höchstsätze für Krippe 450 Euro, Hort 250 Euro bei hohem Einkommen.
- Bibliothek teurer: Jahresgebühr 26 Euro, Partnerkarte 40 Euro, Ermäßigung 13 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stadt Oranienburg steht vor herausfordernden Jahren. Das wurde spätestens mit dem nicht genehmigungsfähigen Haushaltsentwurf des ehemaligen Bürgermeisters Alexander Laesicke (parteilos) deutlich. Neu-Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD) muss die Suppe jetzt gewissermaßen auslöffeln.
Um in der Bildsprache zu bleiben: Der ursprünglich reichhaltige Eintopf, den Oranienburg vor sich hatte, ist inzwischen zu einer etwas dünner geratenen Suppe geworden. Das Salz ist nicht nur auf den Straßen knapp.
Mit einem umfangreichen Konsolidierungsprozess wollen Verwaltung und Politik das Finanzdesaster eindämmen. Der Haushalt wurde zwar inzwischen freigegeben, doch das Murren bleibt – besonders bei den Menschen in der Stadt, die von den Sparmaßnahmen betroffen sind.
Hunde in Oranienburg werden teurer
Denn Oranienburg muss nicht nur Geld einsparen, sondern auch neue Einnahmequellen generieren. Dafür werden Satzungen angepasst. So wie die Hundesteuersatzung. Aktuell nimmt die Stadt durch die Hundesteuer rund 230.000 Euro im Jahr ein.
Statt 50 Euro könnten laut dem bevorzugten und aktualisierten Verwaltungsvorschlag bald 84 Euro für den ersten Hund fällig werden, für den zweiten Hund 90 Euro (statt bisher 80 Euro) und für jeden weiteren Vierbeiner 120 Euro (bisher 90 Euro).
Mit diesem Vorstoß würde die Stadt jährlich 120.000 Euro mehr einnehmen als bisher. Findet dieser Vorschlag in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) am 9. März eine Mehrheit, greift die neue Hundesteuersatzung ab dem 1. Januar 2027.
Auch das Schulessen in Oranienburg soll teurer werden. 548 Kinder und Jugendliche haben laut Stadt im Jahr 2025 an der Mittagsversorgung teilgenommen. Da die Kosten für die Essensausgabe stetig steigen, sieht die Stadt hier Anpassungsbedarf.
So könnte das monatliche Essensgeld für Kinder, die den Hort nicht besuchen, von 36 Euro auf 46 oder 50 Euro steigen. Damit würde der Zuschussanteil der Stadt um 103.000 bis 128.000 Euro sinken. Die neue Satzung könnte schon ab dem 1. Mai 2026 greifen. Voraussetzung ist die Zustimmung der SVV.
Kita in Oranienburg – so stark steigen die Elternbeiträge
Auch Eltern von Krippenkindern könnten von der Konsolidierung betroffen sein, wenn die SVV zustimmt. So ist geplant, die Elternbeiträge zu erhöhen. Kindergartenkinder und die Kita-Betreuung für Kinder ab drei Jahren sind zwar beitragsfrei, aber für rund ein Drittel der Krippen- und Hortkinder in Oranienburg – etwa 750 Kinder – können Beiträge erhoben werden.
Die Verwaltung priorisiert die kostengünstigste Variante. So würde der Höchstsatz in der Kinderkrippe bei sechs Stunden Betreuung von 288 auf 450 Euro im Monat steigen, im Hort wären es bei vier Stunden 250 Euro (aktuell 160 Euro). Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um die Höchstsätze bei einem Jahresnettoeinkommen der Eltern von mindestens 86.000 Euro.
Ebenfalls angepasst werden sollen die Gebühren in der Stadtbibliothek. Die Stadt will somit 20.000 Euro mehr einnehmen. So könnte die Jahresgebühr von 15 auf 26 Euro angehoben werden. Betroffen sind Bibliotheksnutzer ab 18 Jahren. Für Nutzer unter 18 Jahren bleibt die Stadtbibliothek kostenfrei.
Partnerschaftskarten für Paare werden ebenfalls teurer: von 25 auf 40 Euro für ein Jahr. Die Ermäßigungen für Schüler, Azubis und Studenten werden reduziert. Kostete die Karte bislang 7,50 Euro, sind es bei SVV-Beschluss 13 Euro im Jahr.
Hochschule der Polizei von Sparzwang der Stadt betroffen
Bei der Generierung neuer Einnahmequellen hat die Stadt auch Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter im Blick. So soll die Zweitwohnungssteuer dahingehend angepasst werden, dass die neuen Wohnheimzimmer erstmals in diese Regelung fallen.
Der Apartmentkomplex an der Berliner Straße soll im März 2026 an die Hochschule der Polizei übergeben werden. Rund 400 künftige Beamte finden dort Platz. Indem die Stadt die Quadratmetergröße, ab der die Steuer greift, von 25 auf 15 Quadratmeter senkt, müssten die Anwärter in ihren 17 Quadratmeter großen Zimmern rund 90 Euro im Jahr zahlen.
Die Sparvorschläge und Satzungsanpassungen gehen durch die politischen Ausschüsse. Für Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD) ist der Haushalt die erste Bewährungsprobe. Ihre Überzeugungsarbeit entscheidet im Zusammenspiel mit der politischen Entscheidungskraft darüber, ob aus der dünnen Suppe in Zukunft wieder ein dicker Eintopf wird.


