Zusammen mit Zeitzeugen wird am 27. September im Oranienwerk die Abwicklung des Kaltwalzwerkes in Oranienburg thematisiert. Beispielhaft soll damit anlässlich des 30. Jahrestags der Deutschen Einheit an den Umbruch, Abbruch und Aufbruch der ostdeutschen Wirtschaft nach 1990 erinnert werden.
Die für die Universität Hannover tätige Oranienburger Historikerin Christine Schoenmakers hat für eine Podiumsdiskussion (Beginn um 13.30 Uhr im Kultursaal) den Historiker Wolf-Rüdiger Knoll vom Institut für Zeitgeschichte gewonnen. Knoll hat seine Doktorarbeit zu Abwicklungen durch die Treuhand verfasst und wird auch ein Impulsreferat halten. Mit ihm diskutieren der SPD-Politiker Björn Lüttmann, der früher in der Stadt Oranienburg für Wirtschaftsförderung tätig war, Ex-Kaltwalzwerker Gerhard Horn und seine frühere Kollegin Ingrid Ludwig, die als Kranführerin im Werk tätig war. Moderiert wird die Diskussion von Sabine Dahl vom RBB-Inforadio.
Besucher haben die Möglichkeit, sich vom ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Gerhard Horn oder von Oranienwerk-Geschäftsführer Marco Bartsch über das Gelände führen zu lassen. Kinder bis sieben Jahre können sich an einer Werksrallye beteiligen. Die Theatergenossenschaft Traumschüff zeigt um 13 und 16 Ihr Teil 1 und 2 ihres Theaterstücks „Treue Hände“, das die Abwicklung des Kaltwalzwerks thematisiert. Zum dritten Teil, der wegen der Pandemie noch nicht realisiert werden konnte, wird eine Videoinstallation zu sehen sein. Die Theaterleute haben inzwischen ihr festes Quartier im Oranienwerk bezogen.
In einer Zeitzeugenbox können Besucher ihre eigenen Erlebnisse aus der Wendezeit schildern – auf Papier oder am Mikrofon und vor einer Kamera. Für den musikalischen Rahmen sorgt die Musikschule „Klangfarbe Orange“.

Anmeldung erforderlich

Die langfristige Veranstaltung zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit könne wegen der geltenden Abstandsregeln nicht wie ursprünglich geplant stattfinden, sagte Christine Schoenmakers. „Wir freuen uns aber auf alle interessierten Besucherinnen und Besucher.“
Die Veranstaltung wird vom Landkreis unterstützt mit Mitteln des Bundesprojekts „Demokratie leben!“ sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Da die Plätze bei der Diskussion und zu den Theateraufführungen wegen der geltenden Abstandsregeln begrenzt sind, ist dafür eine Anmeldung unter www.oranienwerk.de erforderlich. Für die Rallye wird ebenfalls um Voranmeldung per Email an Lea.Hentschel@oberhavel.de gebeten.