Gewerbepark Süd: Eine Halle nur für Oldtimer in Oranienburg
Sammelleidenschaft kann schon eigenwillige Formen annehmen. Manche sammeln Briefmarken oder Münzen. Die lassen sich platzsparend vielleicht noch in einem Wandtresor unterbringen. Andere interessieren sich für Kunst oder Immobilien. Die nehmen schon mehr Raum in Anspruch. Beliebt als Wertanlage sind auch Oldtimer, aber auch die brauchen Platz.
Dr. Rüdiger Lohmann müsste schon mehrere Hände haben, um an den einzelnen Fingern abzählen zu können, wie viele dieser mobilen Schmuckstücke sich in seinem Besitz befinden. Damit er alle seine Old- und diverse Youngtimer der Nobelmarken Porsche und Mercedes an einem Standort unterbringen kann, hat er sich eine 4 000 Quadratmeter große, speziell für Kfz-Liebhaber und Sammler konzipierte Halle im Oranienburger Gewerbepark-Süd bauen lassen.
Etwa die Hälfte des riesigen Gebäudes benötigt Lohmann für die sichere Unterbringung seiner mobilen Schätze. Zu denen zählen auch noch diverse Motorräder. Auch drei Traktoren haben Obhut in dem Gebäude gefunden. Darunter zwei Porsche- „Rotnasen“. Das sind Trecker, deren markante Motorhaube einer Nase gleicht. „Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg hat Porsche mehr Traktoren als Autos gebaut, natürlich in Rot“, weiß Rüdiger Lohmann. Der Dritte im Bunde ist ein Fendt-Traktor, der traditionell in Grün daherkommt. „Mit dem bin ich quasi groß geworden“, erinnert sich der 57-Jährige. Denn der habe in der Landwirtschaft bei Nachbarn in seinem Heimatdorf gute Dienste geleistet. „Deshalb hängen auch viele Erinnerungen daran und daher habe ich ihn gern übernommen“, sagt Lohmann.
Vor drei Jahren hat der Arzt und Geschäftsführer des Health Care und Consultingunternehmens Lohmann & Birkner das Grundstück erworben und die Halle mit allerhöchsten Sicherheitsvorkehrungen errichten lassen. Es gibt einen überdachten Waschplatz vor der Halle, natürlich mit Ölabscheider, eine Werkstatt mit allem Drum und Dran zur Pflege und Wartung der Fahrzeuge, die allesamt startbereit sind und regelmäßig auch bewegt werden müssen. Die zirka 350 Meter lange Umfahrung um die Halle ermöglicht auch einen Betrieb der kostbaren Fahrzeuge, selbst wenn diese aktuell keine Straßenzulassung haben.
Die Halle ist mit Gas betriebenen Deckenstrahlern beheizbar, also auch im Winter komplett nutzbar. Videokameras überwachen die Anlage, ein ausgeklügeltes Brandschutz- und Sicherheitskonzept gewährleistet einen höchstmöglichen Schutz im Fall von Feuer oder Einbruch. Täter, die es auf die Liebhaberstücke abgesehen haben, dürften nicht weit kommen. Poller vor allen Toren in der Halle verhindern eine ungewollte Ausfahrt. Und der Wachschutz dreht auch regelmäßig seine Runden vor und auf dem Gelände, auf dem nur zwei alte Bäume standen, die mit Neuanpflanzungen jetzt eine größere hölzerne Gesellschaft bekommen haben.
Seine Liebe zu Motoren und zum Auto hat Lohmann schon früh entdeckt. Aber so richtig Blut geleckt habe er wohl, als er während seiner Studentenzeit in den Semesterferien bei Mercedes-Benz gearbeitet habe und dank eines Stipendiums des Autobauers auch sein Medizinstudium finanzieren konnte. Rüdiger Lohmann hat eine Sammelleidenschaft, eine teure noch dazu. Und er weiß um den Neideffekt, den das zuweilen auslöst. Gerade wenn es um des Deutschen liebstes Kind, das Auto, geht. „Mir wurde kein Vermögen in die Wiege gelegt. Das ist alles mit selbst verdientem Geld geschaffen worden“, sagt der Chirurg, der abgesehen von der derzeitigen Pause durch die Corona-Pandemie, sonst regelmäßig nach Nepal fliegt und dort in seinem erlernten Beruf in einer Klinik noch ehrenamtlich Hand mit anlegt.
Geld verdient der 57-Jährige mit seiner Firma, die eine Schnittstelle von Medizin, Software-Entwicklung und Beratung zwischen Kliniken, Krankenkassen, Forschung und Industrie innovativ und erfolgreich bedient. Um die 50 Beschäftigte zählt das europaweit tätige Unternehmen, das seinen Sitz in Berlin-Reinickendorf hat.
Mit Kritik, die in Oranienburg aufkam, als bekannt wurde, dass auf einem Gewerbegrundstück jemand seinem Hobby frönt, ohne dass dort Arbeitsplätze entstehen würden, geht Lohmann gelassen um. Erstens hätten die Fahrzeuge einst vielen Menschen Arbeit gegeben und zweitens kümmerten sich ein paar Angestellte um die Halle mit den kostbaren Schätzen.
Zum anderen steht eine Hälfte der Halle aber auch anderen Interessierten offen, dort ihre wertvollen Old- oder Youngtimer unterzubringen. Einige Bereiche seien bereits vermietet. „Wir haben aber noch Platz. Wer also einen sicheren Standort für sein Schmuckstück mit vier oder zwei Rädern sucht, kann sich gern an uns wenden“, sagt Lohmann. Angeboten werden Mehrfach- und Einzelstellplätze, die auch in einzeln abgeschlossene Segmente geteilt werden können.
Für die Mieter steht ein von außen zugänglicher Sanitärbereich zur Verfügung. „Eine Frischwasserversorgung und eine Abwasserentsorgung gibt es ebenfalls, sodass in einem Hallenteil für Mieter sogar die Möglichkeit besteht, sich einen eigenen Sanitärbereich und eine Küche einzurichten“, sagt Lohmann. Und die beschriebenen Sicherheitsvorkehrungen auf höchstem Niveau gelten für den gesamten Hallenkomplex und das komplette Grundstück.
Wer sich für einen oder mehrere Stellplätze in der Halle interessiert, kann sich telefonisch unter 030 409985139 an das Büro von Dr. Rüdiger Lohmann wenden.


