Seine Stimmung sei durchwachsen, sagt Christian Pahl. Denn während für 25 Mannschaften des Oranienburger HC die Entscheidung der Bund-Länder-Konferenz vom Mittwoch und dem vierwöchigen Aussetzen des Amateursports klar ist, hängt das Drittligateam des Vereins in der Luft. „Noch hat der Deutsche Handball-Bund keine Entscheidung getroffen, diese Spielklasse eine Profiliga ist, oder nicht“, sagt der Sportliche Leiter des OHC.
Wann die Oranienburger mit einem derartigen Beschluss rechnen können, zeichnet sich noch nicht ab. Pahl hat dennoch die Hoffnung, dass an diesem Sonnabend, ein entsprechendes Feedback geben könnte. Dann würde auch feststehen, ob das Auswärtsspiel beim SC DHFK Leipzig II als vorerst letzte Begegnung für lange Zeit eingestuft werden muss. Im November sind derzeit fünf Begegnungen für die Kreisstädter angesetzt.

Genau auf der Grenze zwischen Profi und Amateur

Der OHC I steht an einer Schnittstelle vom Profi- zum Amateursport. Wo sieht Pahl das Team? Auch hier begleiten den Sportlichen Leiter gemischte Gefühle. „Mit gesundem Menschenverstand betrachtet“, so sagt er, „müsste man sagen, dass wir keine Profiliga sind.“ Wenn die Saison jedoch komplett realisiert werden solle, wäre alles andere als eine Einstufung in den Profibereich nicht richtig.
Denn: Für Christian Pahl ist schon jetzt klar, „dass wir, sollte es tatsächlich so kommen, im Dezember nicht einfach wieder starten können. Wir bräuchten zwei, drei Wochen Vorbereitungszeit. Das Verletzungsrisiko für die Spieler wäre einfach zu groß.“

Hallenbelegung ein Problem

Bereits in den Tagen vor der Ministerkonferenz am Mittwoch hatte sich angedeutet, dass der Amateurbereich wohl nicht um eine Zwangspause herumkommen wird. Genau aus diesem Grund hätte sich Oranienburgs Sportlicher Leiter eine bessere und vor allem schnellere Kommunikation für die wichtigen Entscheidungen gewünscht. Es wäre einfach wichtig gewesen, dass der Verband zeitnah hätte handeln können. „Wir müssen schließlich auch unserem Hallenbetreiber schnellstmöglich eine Rückmeldung geben, was mit uns passiert und es überhaupt Verfügbarkeiten für die Spielstätte gibt. Sonst werden wir irgendwann als Profis eingestuft, stehen dann aber ohne eine Halle da“, sagt Christian Pahl.
Der Großteil der Mannschaften des Oranienburger HC, von den Erwachsenen bis hin zu den Junioren, wird sich an diesem Wochenende in eine Spielpause verabschieden. Von der noch ungewiss ist, wie lange sie anhält? „Meiner Meinung nach könnte es im Dezember für die Kinder vielleicht weiter gehen. Für den Amateursport bei den Erwachsenen glaube ich das allerdings leider nicht“, sagt der Sportliche Leiter, für den eines schon jetzt sehr schwierig ist: „Jemandem zu erklären, dass er an diesem Wochenende noch einmal spielen darf und danach nicht mehr, ist nicht ganz einfach. Im Kinder- und Jugendbereich haben wir auch einen Sozialauftrag, und Nachwuchsspieler gehen in die Schule, dürfen aber keinen Mannschaftssport betreiben.“