Beim Saisonauftakt in der heimischen MBS-Arena ließ sich Gastgeber Oranienburger HC weder von den ungewohnten Bedingungen noch vom kurzzeitigen Aufbäumen der Gäste aus Naumburg/Saale beeinflussen und fuhr am Ende einen ungefährdeten Sieg ein.

Kempa-Trick von Dennis Leroy Schmöker

Bereits in den ersten 30 Minuten konnten die Gastgeber einen Fünf-Tore-Vorsprung erspielen. Und dabei gelang sogar ein spektakulärer Treffer zum 5:3 per Kempa-Trick, als Nils Müller von rechts den in den Wurfkreis springenden Dennis Leroy Schmöker anspielte, der dann verwandelte.

Dominic Kehl verletzt ausgeschieden

Dem technischen Höhepunkt folgte wenig später ein sichtlich schmerzhafter: Denn Dominic Kehl blieb nach einem langen Schritt ohne Gegnereinwirkung mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, musste vom Parkett geführt werden und auf weiteren Einsatz verzichten. „Es sind Schmerzen im Adduktorenbereich, er muss am Montag zum Arzt, dann wissen wir mehr“, so die erste Aussage von Physiotherapeutin Anna Völker.

Lob für Paul Friedrich Porath

Erst in dieser Phase Mitte der ersten Hälfte konnten sich auch die Torhüter auf beiden Seiten erstmals mit parierten Würfen auszeichnen. „Dass der Aufsteiger nicht zu unterschätzen ist, wussten wir schon im Vorfeld. Und das hat er dann auch gezeigt“, spielte OHC-Kapitän Robin Manderscheid nach der Schluss-Sirene auf jene Phase an, in der die Burgenländer plötzlich in der 42. Minute auf einen Treffer herangekommen waren (20:21). „Da haben wir ganz einfache Gegentore kassiert. Aber wir wurden dann geduldiger, zielstrebiger, und Paul wurde immer stärker“, lobte Manderscheid seinen Keeper Paul Friedrich Porath, der spektakuläre Paraden zeigte.

Nils Müller spielt nicht zu Ende

Unaufhaltsam zogen die Oranienburger dann davon, 26:20 stand es nach 49 Minuten. Dass sich zehn Minuten vor Schluss auch noch Nils Müller verletzte (Fußgelenk) trübte zwar den Eindruck, doch der klare Erfolg stand fest. „Wir haben dann keinen Zugriff mehr bekommen und Lehrgeld bezahlt. Wir waren zu passiv in der Abwehr und verloren das Torhüter-Duell ganz klar. Aber Oranienburg ist für uns als Aufsteiger auch nicht der Maßstab und kein Gegner, bei dem wir Punkte holen müssen“, war das Fazit von Gäste-Trainer Steffen Baumgart. „Die Schwächephase gestehe ich der Mannschaft einfach zu. Wichtig ist, wie sie sich da wieder herausgezogen hat und nach Zeitstrafen und Verletzungen ruhig geblieben ist. Ich bin stolz, unser Matchplan ist zu 80 Prozent aufgegangen. Am Ende war der Sieg sogar etwas zu hoch“, resümierte OHC-Trainer Silvio Kraus nach seinem ersten Heimpunktspiel als Cheftrainer.

Corona wurde ausgeblendet

Zur Lage in der Corona-Pandemie und zum weiteren Verlauf der Saison wollten sich die Trainer nicht festlegen. „Ich hatte Corona im Spiel ausgeblendet. Aber es ist schon komisch, dass Spieler in der ersten und zweiten Liga laufend getestet werden und bei uns nicht passiert“, so Baumgart. „Ich kann nicht in die Zukunft schauen, es kann alles passieren. Für uns war es wichtig, überhaupt wieder einmal zu spielen, und das dann auch noch zu Hause. Natürlich wären 800 Zuschauer schöner gewesen“, sagte Silvio Krause.

Statistik


Oranienburger HC: Paul-Friedrich Porath, Twarz – Krai (2), Schmöker (5/1), Dömeland, Schindel, Manderscheid (2), Müller (2), Kehl (1), Pietsch (2), Scharge (4), Heil (7), Reineck (3), Julius Franz Porath (2), Heine (1)

Zuschauer: 260

Schiedsrichter: Felix Magalowski/Andre Schwieger