Bei den Planungen des Haushaltes für die kommenden Jahre rechnet die Gemeinde Leegebruch mit erheblichen Mindereinnahmen durch niedrigere Schlüsselzuweisungen und Einnahmeverluste bei der Einkommenssteuer. „Innerhalb des Ergebnishaushaltes rechnen wir für 2021 mit einem Defizit von rund 700 000 Euro“, so die Prognose von Bürgermeister Martin Rother (CDU).

Keine Kürzungen bei freiwilligen Aufgaben

„Da wir alle nicht wissen, vor welche Aufgaben uns die Corona-Pandemie noch stellt, sollten wir lieber vorsichtig planen, statt später Korrekturen vornehmen zu müssen. Aber wir haben in den zurückliegenden Jahren sehr gut und vor allem sparsam gearbeitet, deshalb können wir die zu erwartenden Mindereinnahmen aus der Rücklage ausgleichen. Deshalb bleiben auch alle freiwilligen Aufgaben unangetastet und es werden dort keine Kürzungen vorgenommen.“ Das betreffe die Vereinsförderung ebenso wie die Bibliothek oder den Jugendclub, so das Gemeindeoberhaupt weiter.

Gezielte Entwicklung der Gemeinde

Innerhalb des Investitionshaushaltes stehen rund 1,9 Millionen Euro für verschiedene Projekte bereit, die im Rahmen des erarbeiteten Gemeindeentwicklungskonzeptes in Angriff genommen werden sollen. Doch wurde hier innerhalb der Planungen eine Überarbeitung der Prioritätensetzung nötig, diesmal nicht wegen Corona, sondern wegen der anhaltend guten Bautätigkeit im Wohngebiet von „Fritzens Hut“. Die beschert der Gemeinde nicht nur allgemein neue Einwohner, sondern insbesondere auch Kinder, die in der Folge in den Kindereinrichtungen und der Schule untergebracht werden müssen.

Kita Rasselbande erhält einen Anbau

„Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Investitionsplanungen noch einmal überarbeitet und setzen nun auf einen Erweiterungsbau an der Kita Rasselbande“, so der Bürgermeister. Dort sei nicht nur eine Fläche für einen Anbau vorhanden, es bestehe sogar Baufreiheit. Insofern könnten die Planungen für den Standort an der Parkstraße sofort beginnen. Hingegen müsste für einen Erweiterungsbau an der Kita Sonnenschein diese erst noch geschaffen werden, weil der hintere Teil des Gebäudes noch vom Jugendclub genutzt werde, so die Erklärung. Für den Jugendclub müsste ein neuer Standort gesucht werden, um den Abriss vornehmen zu können.

Verpflichtung für den Haushalt 2022

Rother geht davon aus, dass die Planungen für den Anbau an die Kita Rasselbande im Laufe des kommenden Jahres stehen, und clever, wie die Leegebrucher Kommunalpolitiker sind, haben sie die Planungen dafür mit einer Verpflichtungserklärung für das Jahr 2022 gekoppelt. Das gibt ihnen die Möglichkeit, sollten die Planungen früher fertig werden, als der Haushalt für 2022 steht, dennoch schon die Ausschreibungen vorzunehmen.
Wichtig war Martin Rother jedoch der Hinweis, dass diese Neusetzungen der Prioritäten nicht bedeuten, dass innerhalb des Gemeindeentwicklungskonzeptes andere Projekte gestrichen werden. „Sie werden nur zeitlich neu geordnet“, so Rother. „Deshalb werden wird auch alle anderen Projekte anschieben.“

Ehrgeizige Projekte

Dazu gehören unter anderem:
200.000 Euro stehen für die Planungen für den Anbau an der Schule bereit.
50.000 Euro werden verwendet, um nach einem neuen Standort für den Jugendclub zu suchen. Eine mögliche Variante wäre das Areal, auf dem das alte Feuerwehrgebäude stand.
Keinesfalls vergessen werden soll der Sport-Campus. 10.000 Euro stehen für die Untersuchungen bereit, wo und wie die neue Sporthalle auf dem Gelände des Platzes an der Parkstraße integriert werden kann.

Bauhof weicht Gesundheitszentrum

Weitere 10.000 Euro will die Gemeinde nutzen, um die Verlegung des Bauhofes aus dem Zentrum an die Peripherie vorzubereiten. Gedacht ist an ein Gelände an der Straße „Am Wall“, wo sich der Hof neu aufstellen kann. Gleichzeitig soll das jetzt noch genutzte Gelände freigehalten werden, um dort ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen zu lassen.
62.000 Euro stehen im Haushalt für die Wiederherstellung des Überganges an der Kirchhofstraße bereit, für den die ehemalige Behelfsbrücke von der Baustelle an der Eichenallee verwendet werden soll. Die hat sich die Gemeinde gesichert, nachdem sie nicht mehr an der Baustelle benötigt wurde und will sie nun als Überweg für Fußgänger und Radfahrer an der Kirchhofstraße zu neuen Ehren kommen lassen.

Neue Technik für die Feuerwehr

Mit gut 400.000 Euro für die Gemeinde ein richtig großer Posten ist die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr. „Als Träger des Brandschutzes ist die Gemeinde verpflichtet, die für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr notwendige Technik anzuschaffen. Nachdem bereits 2016 das neue Drehleiterfahrzeug für 520.000 Euro und im vergangenen Jahr für 420.000 Euro ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft wurden, wollen wir 2021 das nächste Löschfahrzeug auswechseln. Dann muss in der Zukunft nur noch das Einsatzleitfahrzeug ausgetauscht werden“, so der Bürgermeister. An die Landesregierung appellierte er, die Zuwendungen für solche Investitionen noch einmal zu überarbeiten. „Es macht wenig Sinn, wenn nur noch die Anschaffung neuer Technik in den Stützpunktfeuerwehren gefördert wird, die Gemeinden aber trotzdem gezwungen werden, solche anzuschaffen.“

Multifunktionsgerät für den Bauhof

Letzter Punkt der geplanten Investitionen ist die Anschaffung eines Multifunktionsgerätes für den Bauhof, der das Multicar und zugleich den Rasenmäher ersetzen soll. Das Multifunktionsgerät könne sowohl als Rasenmäher im Sommer wie auch im Winter zur Räumung der Straßen eingesetzt werden. „Das können wir dann das ganze Jahr über nutzen“, so Rother.