Vor 14 Jahren hat Norbert Rohde vom Leegebrucher Geschichtsverein seinen ersten Band über das Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg veröffentlicht. Nun legt der 70-Jährige einen Ergänzungsband zum damaligen Buch aus der Reihe „Historische Militärobjekte der Region Oberhavel“ vor.
Aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus des KZ Sachsenhausen möchte der Leegebrucher in diesem Ergänzungsband die Zusammenhänge zwischen dem Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg, dem zugehörigen Zwangsarbeiterlager, dem KZ-Außenlager Heinkel-Flugzeugwerk und den Wohnsiedlungen des Rüstungswerkes erschließen und dokumentieren.

Zwangsarbeit rückt in den Blickpunkt

„Wesentliche Fakten zum Flugzeugwerk selbst, zu den Wohnstandorten und den peripheren Bereichen des Rüstungswerkes wurden schon in zahlreichen Publikationen veröffentlicht“, sagt Rohde. „Nunmehr erscheint es notwendig, einen besonderen Fokus auch auf das wahrgenommene, vielleicht auch verdrängte, möglicherweise auch nicht wissende Zusammenwirken von Werksiedlung, Rüstungswerk und Zwangsarbeit zu legen“, erklärt der Heimatforscher. Dabei solle der „extremsten Form der Zwangsarbeit, der Ausbeutung von KZ-Häftlingen im KZ-Außenlager Heinkel-Werk eine besondere Bedeutung beigemessen“ werden. „Dieser Vergangenheit muss man sich objektiv stellen“, meint der Leegebrucher.

Zahlreiche Berichte von Zeitzeugen

Auf der Grundlage von zahlreichen Zeitzeugenberichten, einer Fülle von Dokumenten und Archi-valien hat Rohde in 16-jähriger Bearbeitungszeit auf rund 120 Seiten eine tiefgründige Dokumentation, ergänzt durch eine Vielzahl von Bildern und Tabellen, erarbeitet. Sie liefert eine grundlegende Schilderung bezüglich der Wirkprinzipien zwischen Werksiedlungen, Rüstungswerk, Zwangsarbeiterlager und dem KZ-Außenlager in der Zeit des Nationalsozialismus.

Vorbestellung ab jetzt möglich

Das Buch erscheint im November 2020, kostet 15,85 Euro und kann bereits jetzt unter 03301 521160 oder per E-Mail unter norbert.rohde@gmx.net vorbestellt werden. Der reguläre Verkauf findet am 28. und 29. November sowie am 5 . und 6. Dezember jeweils zwischen 10 und 15 Uhr in der Leegebrucher Lindenstraße 7 statt.